Mit oder ohne Auflage durch die DFL? Noch kann Filbry keine Antwort geben

Das ist neu: Werder mit Problemen bei Lizenzvergabe

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Unstimmigkeiten bei der Lizenzvergabe – aber Werder-Boss Klaus Filbry sieht darin kein gravierendes Problem.

Bremen - Jahrelang war es ein Selbstgänger. Immer, wenn die Deutsche Fußball-Liga (DFL) wenige Wochen vor Saisonende die Lizenzen für die kommende Spielzeit vergab, vermeldete Werder: Alles bestens! Der „Liga-Führerschein“ wurde stets ohne Auflagen ausgestellt. Doch aktuell gibt es Unstimmigkeiten.

Zwar erhielt Werder gestern wie alle anderen Bewerber in erster Instanz die Betriebserlaubnis für die Bundesliga, doch Klaus Filbry, Vorsitzender der Club-Geschäftsführung, äußerte sich erstaunlich zurückhaltend über das Ergebnis des Lizenzierungsverfahrens und verwies auf Widerspruchsfristen. Werder gehört offenbar zu den sieben Vereinen, die bis Ende Mai noch Bedingungen zu erfüllen haben.

„Vieles“, sagt Filbry, „hängt von der Fernsehtabelle ab“. Was er meint: Am Saisonende verteilt die DFL nach einem komplizierten Schlüssel die eingenommenen TV-Gelder an die Vereine. Mit dieser Einnahme wird im Lizenzierungsantrag kalkuliert.

Wobei der Fall beim SV Werder so gelagert ist, dass der Club bei Abgabe der Unterlagen nicht wissen konnte, wo er letztlich in dieser Geldverteilungstabelle stehen wird. Zur Ermittlung wird die Platzierung im Abschlussklassement der aktuellen Saison sowie – in absteigender Wertigkeit – die der vorangegangenen vier Spielzeiten herangezogen. Nach derzeit gültigem Stand ist Werder im TV-Tableau Zehnter – was eine Einnahme von 24,4 Millionen Euro bedeuten würde. Maximal ist noch Rang neun möglich. Allerdings könnten noch der VfB Stuttgart, 1899 Hoffenheim und der Hamburger SV an den Bremern vorbeiziehen – wenn sie im Saisonendspurt der Bundesliga kräftig punkten und in der sportlichen Tabelle nach oben klettern.

Was das für den SV Werder bedeuten würde? Immerhin drei Millionen Euro weniger, mit denen geplant werden könnte. Viel Geld für einen Club, der sich nach dem sportlichen Abschwung einen rigiden Sparkurs auferlegen musste.

Möglich ist nun, dass Werder im Lizenzierungsantrag optimistisch die 24,4 Millionen Euro eingetragen hat, statt der auf jeden Fall sicheren 21,5 Millionen Euro. Im eng geschneiderten Korsett des Bremer Finanzplans könnte das nach Auffassung der gestrengen DFL ein zu großer Unterschied, eine zu große Variable sein.

Zu dieser Theorie passt, dass Klaus Filbry sich „erst in drei bis vier Wochen“ zur Frage der Lizenzvergabe äußern will. Derzeit ist es ihm nicht möglich, mit Bestimmtheit zu sagen, ob Werder die Lizenz mit oder ohne Auflagen erhalten wird. Ein echtes Problem, so Filbry, käme deshalb aber nicht auf den Verein zu: „Nein, das nicht.“

Dennoch: Es ist ein neuer Umstand und eine neue Qualität für den Verein, der finanziell seit Jahren zu den Saubermännern der Liga gehört, dass die DFL den Antrag nicht ohne Einwände absegnet. Und es zeigt, wie abhängig mittlerweile die Bremer Zukunftsplanung von vergleichsweise kleinen Summen ist (siehe Interview unten).

Das weitere Procedere der Lizenzvergabe sieht vor, dass die Vereine bis zum 29. April Zeit haben, Beschwerde gegen die Erstentscheidungen einzulegen. Am 7. Mai fällt die DFL eine zweite Entscheidung, gegen die innerhalb von fünf Tagen erneut Beschwerde eingelegt werden kann. Am 15. Mai tagt dann erstmals der Lizenzierungsausschuss, der zwei Wochen später auch die endgültigen Entscheidungen über die Lizenzvergaben fällt. · csa/dpa

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