Neue Spielfläche verlegt – Coach McClaren findet’s irgendwie komisch

Wie nett! Twente rollt Werder den Rasen aus

Dass ausgerechnet für die Partie gegen die spielstarken Bremer ein neuer Rasen verlegt wurde, gefällt Enschedes Trainer Steve McClaren überhaupt nicht.

Werder-Bremen · Nein, den roten Teppich rollte Twente Enschede nicht aus für Werder Bremen. Aber immerhin den grünen Rasen. Denn pünktlich zum Hinrundenspiel in der Runde der letzten 32 Mannschaften in der Europa League haben die Niederländer die Spielfläche im Stadion „De Grolsch Veste“ mit einem neuen Rasen versehen. Was für eine Gastfreundschaft…

Twente-Trainer Steve McClaren geht sie fast schon zu weit. „Werder wird sich sehr wohlfühlen bei uns“, sagt der Engländer und macht dabei den Eindruck, als ob er es für eine große Dummheit hält, dass sein Club dem Gegner eine Arbeitsfläche bietet, die genau auf dessen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Die technische Stärke der Bremer, das Kombinationsspiel – McClaren ahnt, dass der alte Rumpelrasen seinem Team möglicherweise geholfen hätte. „Den neuen werden die Bremer jedenfalls mögen“, meint er – und lächelt gequält.

Nun ist es nicht so, dass Twente nicht auch die Vorzüge einer perfekten Spielfläche zu schätzen wüsste. Auch McClarens Spieler gehören eher zu den Ästheten der Branche, denn zu den Raubeinen. „Eine böse Truppe ist das nicht, da kloppt keiner“, hat Werder-Verteidiger Per Mertesacker ausgemacht. Gleichwohl fordert der Twente-Coach heute Abend Tugenden ab, die in die andere Richtung gehen und in Holland gemeinhin den deutschen Nachbarn zugeschrieben werden: Laufen, rennen, kämpfen – und ja, auch Gras fressen. Selbst das frisch aufgebrachte. „Unsere Einstellung muss stimmen. Werder schießt viele Tore, es ist unheimlich schwer, gegen diese Mannschaft zu verteidigen“, erklärt McClaren und verrät, wie er die Partie angehen will: „Der Schlüssel ist die Defensive. Wenn wir unser Tor sauber halten, ist es schon ein Erfolg.“

Bleibt also festzuhalten: Während Werder-Trainer Thomas Schaaf eine stürmische Twente-Elf erwartet (siehe Bericht unten), rührt McClaren holländischen Hartkäse an. Paradox – oder nur ein Versteckspiel? Klar ist, dass der ehemalige Coach der „Three Lions“, unter dem die Engländer die Qualifikation zur EM 2008 verpassten und der danach mit Schimpf und Schande das Land verließ, sein Team personell nicht verändern wird. Heute spielen jene Akteure, die in der Eredivisie für ihre offensive Spielweise beklatscht werden. Die sich zuletzt aber mehr zu den Punkten mühten, denn zauberten. Doch heute sieht Steve McClaren alle Voraussetzungen gegeben, dass die Lockerheit zurückkommt. „Wir sind der Außenseiter“, sagt der 48-Jährige, „wir haben nichts zu verlieren, aber viel zu gewinnen. Der Druck liegt allein bei Werder Bremen.“

Das mag er so sehen. Schaaf tut es nicht. „Twente macht sich kleiner als es ist“, sagt er. Und die 21  000 Fans im nicht ausverkauften „De Grolsch Veste“ erwarten von ihrer Mannschaft sicherlich mehr als nur eine Mauertaktik, mehr als nur ein 0:0 als wackelige Ausgangsposition für das Rückspiel am 25. Februar (21.00 Uhr) in Bremen. Sie wollen Twente (Spitzname: die „Tukkers“) siegen sehen. So wie in der Gruppenphase der UEFA-Cup-Saison 08/09, als der FC Schalke daheim mit 2:1 bezwungen wurde. „Das war unser letzter Sieg über eine große Mannschaft“, erinnert sich McClaren. 14 Monate ist das her – lange genug gewartet?

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