Nationalspieler aus dem Senegal soll als Lukimya-Ersatz ausgeliehen werden

Kommt jetzt Djilobodji? Eichin pokert mit Chelsea

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Beim FC Chelsea wird papy Djilobodji nicht gebraucht, Werder hätte ihn gerne.

Bremen - Nach China verkaufen, bei Chelsea stöbern – so baut Werder Bremen seine Innenverteidigung um. Der Bundesligist wird die Lücke, die Assani Lukimya mit seinem Zwei-Millionen-Transfer zum chinesischen Hinterbänklerteam Liaoning FC reißt, voraussichtlich mit einem Hinterbänkler vom FC Chelsea stopfen.

Papy Djilobodji, 27 Jahre alter Nationalspieler des Senegal, soll bis zum Saisonende ausgeliehen werden. Entsprechende Verhandlungen bestätigte Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin gestern. „Wenn wir ihn bekommen sollten, wären wir sehr froh“, sagte er.

Der gewählte Konjunktiv ist aber vermutlich nur noch Tarnung. Denn die Vermutung liegt nahe, dass mit Djilobodji und dem FC Chelsea schon alles klar ist. Ohne diese Absicherung hätte Lukimya normalerweise gar nicht erst nach China reisen dürfen. Doch solange dort nichts perfekt ist, kann auch Eichin keinen Vollzug vermelden. Wenn Lukimya heute nach absolviertem Medizincheck seinen Vertrag bei den Chinesen unterschreibt, werden aber auch in Bremen und London die Dominosteine fallen.

Dann bekommt Werder einen Mann, von dem der Sportchef sagt, dass er „ein ganz besonders gefragter Spieler“ ist. Oder zumindest war. Als der 1,92 Meter große Linksfuß im vergangenen Sommer vom französischen Erstligisten AC Nantes zum Starensemble aus London wechselte, soll Djilobodji auch bei anderen Clubs auf der Liste gestanden haben. Aber – um es vorsichtig zu sagen: Ein Wettbieten hat nicht eingesetzt. Chelsea bekam für 3,5 Millionen Euro den Zuschlag. Zum Einsatz kam der zwölffache Nationalspieler allerdings nur für ein paar Sekunden – im unbedeutenden League Cup gegen Drittligist FC Walsall. In der Premier League und im FA-Cup wurde er von den in der Krise steckenden Londonern überhaupt nicht eingesetzt. Nur drei Mal schaffte es der Westafrikaner überhaupt in den Kader.

Für Eichin spielt das alles aber keine Rolle: Djilobodji habe bei Chelsea in John Terry (35), Gary Cahill (30) und Kurt Zouma (21) schließlich „die erste Kategorie“ seiner Zunft vor sich. Dass die Engländer dennoch grundsätzlich auf den Bremer Wunschkandidaten setzen, sei belegbar, meint Eichin: „Sie wollen ihn auf keinen Fall richtig abgeben.“ Was bedeutet, dass Werder zwar ausleihen darf, aber keine Kaufoption erhält. Eine Ablösesumme könnten die finanziell klammen Bremer für den bis 2019 an Chelsea gebundenen Abwehrspezialisten ohnehin nicht stemmen. An Ausleihgebühr werden für die nicht mal vier Monate bis Saisonende angeblich 400.000 Euro fällig.

Reaktion von Vestergaard

Das Geld ist gut investiert, glaubt Eichin: „Bei Djilobodji bin ich sicher, dass er es sofort packt in der Bundesliga.“ So muss es auch sein, bei einer Verpflichtung für eine Halbserie ist eine ausgedehnte Anlaufzeit nicht eingeplant. Auch Werder-Trainer Viktor Skripnik sagt: „Wir holen niemanden, um ihn auf die Bank zu setzen. Wir wollen keinen Mitläufer, wir wollen eine Verstärkung.“

Auf jeden Fall bekommt Werder aber einen Spieler, mit einem bemerkenswert langen Namen, der im Internet in gleich zwei Varianten auftaucht. Die erste hat für Mitteleuropäer noch mäßige Zungenbrecherqualität. El Hadji Papiss Mison Djilobodji – das geht noch irgendwie. Bei Möglichkeit zwei wird’s schon schwieriger: Papiss Mbouba Mbwiwa Abu Fuongo Baba Mison Djilobodji – bei dieser Version wird das Schreiben von Autogrammen zur Ausdauerübung.

csa

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