Naldo, Diego und Allofs zurück in Bremen – ein Klassentreffen der Enttäuschten

NaNaNaNaldo gibt zu: „Das erste Mal wird seltsam sein“

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Naldo wirft nach seinem wichtigen Tor gegen Hoffenheim Kusshändchen auf die Tribüne. In Bremen erwartet ihn am Samstag das emotional schwierigste Spiel seiner Bundesliga-Karriere. ·

Werder-Bremen - Ob Arnd Zeigler an sich halten kann? Er sagt ja. Die Gefahr, dass ihm bei der Vorstellung der Wolfsburger Spieler aus alter Gewohnheit ein „NaNaNaNaldo“ rausrutscht, besteht nicht, meint der Bremer Stadionsprecher. Schon gar nicht, falls Naldo, der ehemalige Werder-Profi, am Samstag an alter Wirkungsstätte treffen sollte. „Dann“, glaubt der glühende Werder-Fan Zeigler, „wäre ich zu bestürzt.“ Ebenso bei „DieeeeeGo“, dem zweiten Ex-Bremer im Trikot des VfL Wolfsburg.

Jahrelang hat er die beiden Brasilianer im Weserstadion euphorisch angesagt, hat ihre Namen genüsslich mit den Fans zelebriert. Vergangenheit. Bei Diego liegt der Abschied nun schon fast vier Jahre zurück, für ihn ist es die zweite Rückkehr ins Weserstadion. Aber „immer noch etwas Spezielles“. Was soll erst Naldo sagen? Er ging im vergangenen Sommer zum VfL, ward seither nicht mehr an der Weser gesehen – ebenso sein Manager Klaus Allofs. Im November hatte er Werder nach 13 Jahren Knall auf Fall verlassen. Nun kommt auch er für einen Nachmittag zurück. Und Zeigler freut sich auf „eine interessante Art von Klassentreffen“.

Allerdings wird es eines der eher freudlosen Art. Ungefähr so, als träfe sich nach Jahren ein Abiturjahrgang – alle mit abgebrochenem Studium, alle mit der Angst vor einem Leben in der beruflichen Bedeutungslosigkeit. Wie Werder und Wolfsburg eben. Das Saisonziel internationales Geschäft haben beide in der laufenden Spielzeit klar verpasst. Die letzte Hoffnung des VfL ist gerade mit einem deklassierenden 1:6 im DFB-Pokal-Halbfinale bei Bayern München zerstoben. Und in der Liga trennen den Tabellen-14. und -13. fünf Spieltage vor Schluss nur fünf beziehungsweise sieben Punkte von Relegationsplatz-Inhaber FC Augsburg. Was die Clubs also eint, ist die Sorge um den Klassenerhalt.

Naldo mag deshalb nicht so gerne in Erinnerungen schwelgen, widmet sich eher der Ernsthaftigkeit der Aufgabe. „Wir dürfen bei Werder nicht verlieren. Dann wären es vielleicht nur noch vier Punkte Vorsprung auf Augsburg“, sagt der Brasilianer, der sieben Jahre lang ein Publikumsliebling in Bremen war. Jetzt kämpft er für Wolfsburg – und gegen Werder. Vor dem wichtigen Kellerduell rüttelt Naldo gewaltig an seinen Mitspielern – verbal natürlich: „Manchmal sind wir zu unkonzentriert und machen es dem Gegner zu einfach. Das darf uns in Bremen nicht passieren.“

Längst ist der Abwehrhüne bei dem VW-Club in die Rolle eines Führungsspielers geschlüpft. Und zwar nicht nur mit Worten, sondern auch mit Toren. Siehe das vergangene Wochenende, als er mit seinem Treffer zum 2:2 gegen den Vorletzten 1899 Hoffenheim größeren Schaden vom VfL abwendete – und als Nebeneffekt auch von Werder. Es wird wohl Naldos letzte gute Tat für die alte Liebe gewesen sein. Am Samstag ist er durch und durch ein „Wolf“, der sich nur kleine Sentimentalitäten gönnt. Er freue sich „auf mein erstes Mal“ im Weserstadion, sagt der VfL-Naldo, gibt aber zu: „Es wird seltsam sein, auf der anderen Seite zu stehen.“

Viele alte Bremer Freunde werden da sein, werden sehen wollen, wie der 30-Jährige mit der für ihn völlig neuen Situation klar kommt. Naldo selbst ist gespannt, ob die Werder-Fans ihn noch mögen oder nach dem Vier-Millionen-Transfer die kalte Schulter zeigen: „Ich denke, sie werden positiv reagieren. Ich habe immer für Werder gekämpft.“

Das wird in Bremen normalerweise honoriert – jedenfalls erwartet Arnd Zeigler keine Pfiffe für „NaNaNaNaldo“ oder „DieeeeeGo“: „Es sind verdiente Spieler. Ich glaube, dass beide wohlwollend begrüßt werden.“ Und Klaus Allofs? „Bei ihm“, mutmaßt die Stimme des Weserstadions, „könnte es eventuell etwas anders sein“. · csa

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