Werder-Star hat kaum noch Hoffnung

Für Naldo ist der WM-Zug abgefahren

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Bei Werder gesetzt, in der Selecao nicht gefragt: Naldo wird bei der WM wohl nicht für Brasilien auflaufen dürfen.

Bremen - Von Carsten Sander - So ein Fernsehabend auf dem Sofa kann ja ganz gemütlich sein. Naldo hätte gestern dennoch liebend gerne drauf verzichtet.

Während die brasilianische Nationalmannschaft in London gegen Irland den letzten Test vor der Nominierung des WM-Kaders bestritt, saß der Werder-Verteidiger in Bremen und guckte im wahrsten Sinne des Wortes in die Röhre. Und er weiß: Seine Chancen auf ein Ticket für Südafrika sind nur noch verschwindend gering.

„Die Wahrscheinlichkeit liegt nur noch bei zehn Prozent oder weniger – ich weiß es nicht“, seufzt Naldo. Obwohl er in Bundesliga und Europa League seit Monaten konstant starke, mitunter überragende Leistungen bringt, hat Brasiliens Nationalcoach Carlos Dunga offenbar kein gesteigertes Interesse an den Diensten des 27-Jährigen. Naldo beklagt: „Im Moment zeige ich gute Leistungen und weiß nicht, was Dunga noch mehr von mir erwartet. Ich habe schon lange nichts mehr von ihm gehört.“

Genauer: Seit dem 17. November 2009. An diesem Tag spielte Brasilien gegen den Oman. Naldo stand – wie in den drei Partien zuvor – im Kader, kam aber – wie in den drei Partien zuvor – nicht zum Einsatz. Seither habe es keinen Kontakt zum Coach der „Selecao“ gegeben, bedauert Naldo: „Leider bin ich nicht mehr dabei.“

Naldo privat

Naldo ganz privat

Seine Karriere im Team des fünfmaligen Weltmeisters ist bislang ohnehin sehr unstet verlaufen. 2007 absolvierte Naldo vier Länderspiele, war unter anderem beim Gewinn der „Copa America“, der Südamerika-Meisterschaft, dabei. Danach war zwei Jahre lang Funkstille, ehe im Herbst 2009 besagte vier Nominierungen ohne Einsatzzeit folgten. Und nun das klare Signal: Für die WM steht Naldo bei Dunga nicht hoch im Kurs.

Mindestens vier andere Innenverteidiger haben die Nase vorne. Gestern gehörten Lucio (Inter Mailand), Juan (AS Rom), Thiago Silva (AC Mailand) und Luisao (Benfica Lissabon) zum Kader. Dabei, so befürchtet es Naldo, wird es auch bleiben: „Wenn alle vier gesund bleiben, ist klar, wer zur WM fährt.“

Um den Trip nach Südafrika müssen aber auch andere prominente Kicker zittern. Ronaldinho zum Beispiel, er ist bei Dunga ebenfalls außen vor. Oder Diego. Für den Ex-Bremer hat sich der Wechsel zu Juventus Turin in Sachen „Selecao“ überhaupt nicht ausgezahlt, er ist in der Wer-ist-wichtig-Skala des brasilianischen Fußballs abgesackt. Am Sonntag hatte Naldo noch mit dem ehemaligen Kollegen telefoniert, um ihm zum 25. Geburtstag zu gratulieren. Natürlich war im Gespräch auch die Nationalelf ein Thema. Man hat sich das Leid geklagt.

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