Bremen stichelt gegen die Königsblauen – und die Königsblauen sticheln gegen Bayern

Naldo will Schalke weinen sehen

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Naldo möchte mit Werder Bremen am Samstag auf Schalke gewinnen.

Bremen - Von Carsten Sander · Der Anpfiff ertönt erst in vier Tagen, das Psychoduell zwischen Werder Bremen und Schalke 04 ist aber bereits eröffnet. Und den ersten Angriff setzen die Bremer ab – erstaunlicherweise in Person von Naldo, sonst einer der Ruhigeren der Zunft.

„Ich hoffe, dass Schalke am Samstag wieder weint“, stichelt der Werder-Verteidiger. Und erinnert damit an die geplatzten Meisterträume der Schalker in den vergangenen Jahren.

Drei Jahre ist es her, dass die Königsblauen durch eine 0:2-Niederlage beim Erzrivalen Borussia Dortmund am vorletzten Spieltag die Schale noch aus den Händen gaben. Der VfB Stuttgart zog damals vorbei, wurde schließlich Meister. Weitere sechs Jahre zuvor war’s noch schlimmer: Für Minuten durfte sich ganz Gelsenkirchen nach Abpfiff des letzten Spiels (5:3 gegen Unterhaching) als Champion fühlen – ehe in Hamburg ein Tor fiel, das alles veränderte. Patrik Andersson traf in der Nachspielzeit zum 1:1 der Bayern gegen den HSV. Die Münchner feierten, Schalke vergoss bittere Tränen.

Naldo wünscht den „Knappen“ zwar nicht aus Prinzip alles Schlechte, und das bremische Fan-Volk würde vermutlich lieber Schalke als Bayern auf einem Meisterbalkon stehen sehen. Aber im konkreten Fall wäre ein erneutes königsblaues Tränenmeer ganz im Werder-Sinne. Trainer Thomas Schaaf sagt zwar, dass es nicht darum gehe, „irgendjemand irgendetwas zu vermasseln, sondern um die eigene Sache“, doch das Ergebnis wäre das gleiche.

Werder muss siegen, um Platz drei zu verteidigen. Schalke braucht den Erfolg, um den aktuell punktgleichen, aber im Torverhältnis deutlich besseren FC Bayern doch noch zu überholen. Klar, dass es ein Spiel auf Biegen und Brechen wird. Naldo: „Unentschieden? Das geht nicht.“

Es würde vermutlich keinem weiterhelfen. Denn von der jeweiligen Konkurrenz sind an den letzten beiden Spieltagen kaum Geschenke zu erwarten. Und Naldo weiß, dass Werder im Vergleich mit Leverkusen und Borussia Dortmund das härtere Restprogramm zu bewältigen hat: „Wir haben die schwereren Spiele.“

Keine Frage, dem ist so. Die Partie auf Schalke ist dabei „das Schlüsselspiel“, sagt Mittelfeldspieler Aaron Hunt. Und in dem werden Faktoren wie Erfahrung, Nervenstärke und Selbstbewusstsein entscheiden. „Es geht um Ziele wie Meisterschaft und Champions League. Keiner darf sich einen Ausrutscher erlauben, da ist der Druck groß. Die Nerven spielen eine große Rolle“, prophezeit Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs und schreibt den Schalkern ins Stammbuch: „Den Titel vor Augen zu haben, ist eine unheimliche Motivation, aber auch eine hohe Belastung“. Aber wem sagt er das…

Ob Allofs’ Aussage als Beitrag zum Psychoduell gedacht war? Wenn ja, wird er es schwer haben, bis nach Gelsenkirchen durchzudringen. Dort gelten die Gedanken vor allem Bayern München. S04-Trainer Felix Magath redet in diesen Tagen jedenfalls mehr Richtung Süden denn gen Norden. Wie die Bremer den Schalker Druck für sich zu nutzen versuchen, sucht der Coach im Champions-League-Hype um die Bayern das Schalker Glück. Also orakelte Magath am Wochenende nach dem Schalker 1:0 in Berlin: „Erreichen die Bayern das Finale, fehlt die Konzentration für die Liga. Dann bin ich überzeugt, dass in der Meisterschaft noch ein Unentschieden auf sie wartet.“ Denn so ein großes Ding wie ein Endspiel in der Königsklasse vor sich zu haben, sei die pure Ablenkung: „Das hängt in den Köpfen der Spieler und beraubt sie der Konzentration. Dann können Trainer und Präsident soviel erzählen, wie sie wollen.“

Soweit der Blick nach oben. Unter Schalke steht Werder und hofft, am Samstag aus vollkommen egoistischen Gründen zum großen Spielverderber für Magath zu werden. Dass das eine heikle Aufgabe wird, ist klar. Möglicherweise aber nicht so heikel wie am vergangenen Wochenende gegen den 1. FC Köln. Elfmeter-Held Torsten Frings setzt ebenfalls auf die Chance, dass die seit 52 Jahren auf die Schale wartenden Schalker unter dem Druck der historischen Chance zusammenbrechen: „Köln hatte nichts zu verlieren und konnte locker aufspielen. Schalke wird das ganz anders gehen…“

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