Kommt der Brasilianer zurück?

Naldo-Transfer in Gefahr: Ein Spezialist muss ran

Für Naldo wird es brenzlig: Der Noch-Bremer bestand gestern nicht den Medizin-Check – und sein möglicher neuer Arbeitgeber VfL Wolfsburg will jetzt einen Knie-Spezialisten konsultieren.

Zell am Ziller · Naldo ist in Wolfsburg in die Knie gegangen: Der Noch-Werder-Profi hat gestern Morgen wegen Knieproblemen den Medizin-Check nicht bestanden, deshalb droht sein Transfer zu den Niedersachsen zu platzen.

Der VfL Wolfsburg hat einen Kniespezialisten eingeschaltet, um sich abzusichern. Zugleich gibt es Ärger zwischen den Clubs wegen unterschiedlicher Auffassungen bei der Öffentlichkeitsarbeit. Für Naldo ist die Situation besonders brenzlig: Dem Brasilianer würde der ausgehandelte Vierjahres-Vertrag stolze 17,6 Millionen Euro aufs Konto spülen. Aber auch Werder kann die Ablösesumme von knapp fünf Millionen Euro gut gebrauchen.

Lesen Sie auch:

Großer Zahltag für Werder und Naldo

„Ich werde Bremen vermissen“

Reaktionen zu Naldos Weggang

Kommentar zum Naldo-Wechsel Geld oder Liebe? Natürlich Geld!

Naldo-Transfer in Gefahr: Ein Spezialist muss ran

Naldo besteht zweiten Medizincheck

Jetzt ist der Wechsel perfekt: Naldo geht

Die Bombe platzte gestern Mittag. Eigentlich sollte Naldo um 12.30 Uhr den Medien offiziell als Neuzugang des VfL Wolfsburg vorgestellt werden. Doch erst wurde die wartende Journaille um eine halbe Stunde vertröstet, dann trat ein ziemlich zerknirschter VfL- Trainermanager Felix Magath vor die Mikrofone: „Naldo hat den Medizin-Check weder bestanden noch hat er ihn nicht bestanden. Aber aus unserer Sicht ist eine eingehende Untersuchung notwendig. Unser Arzt muss feststellen, dass der Spieler seine Leistung für uns auch die nächsten Jahre bringen kann.“

Es gibt – wen wundert‘s – Knieprobleme. Das dürfte jeden, der sich nur ein bisschen mit Werder beschäftigt, nicht überraschen. Denn Naldos Knie haben schon viel erlebt, leider auch sehr viel Schlechtes. Im linken hatte sich 2010 ein Knochenödem eingenistet und lange Zeit nicht vertreiben lassen. Deutsche Ärzte empfahlen selbst nach mehrmonatiger Pause weiter Geduld und rieten strikt von einer Operation ab. Doch Naldo vertraute einem Mediziner in Brasilien, holte sich nach langem Hin und Her grünes Licht von Werder und ließ sich operieren. Das Positive: Acht Monate später war er wieder einsatzfähig. Das Negative: Beim Eingriff wurde eine Schädigung des Knorpels in Kauf genommen. Das kann im Laufe der Zeit Probleme bereiten.

Naldos Zeit bei Werder

Naldo wechselt nach Wolfburg: Seine Zeit bei Werder Bremen

Auch das rechte Knie des 29-Jährigen ist seit Beginn des Jahres angeschlagen. Drei Monate musste Naldo wegen eines Anrisses des Außenbandes pausieren. Im Trainingslager in Zell am Ziller wirkte er allerdings gesund, machte alle Übungen mit.

„Wenn man einen 29-jährigen Spieler untersucht, dann findet man auch etwas. Dann ist immer die Frage, kann ich damit leben oder nicht“, spielte Werder-Boss Klaus Allofs, der am Mittag von Magath telefonisch informiert worden war, die Sache gestern etwas herunter. Der Ex-Profi erinnerte scherzhaft an seinen eigenen Medizin-Check 1990 bei Werder: „Ich bin auch durchgefallen.“ Am Ende klappte der Wechsel dennoch. Ein anderer Bremer hat das Gegenteil erlebt: Marko Arnautovic rasselte 2009 durch den Test beim FC Chelsea – wegen einer Stressfraktur im Mittelfuß. Die Londoner zogen ihr Angebot zurück, dafür griff Inter Mailand zu, lieh den Stürmer von Twente Enschede immerhin aus.

Bei Naldo war gestern Abend noch alles offen. Ein Spezialist soll mit Bildern (Kernspintomographie etc.) von Naldos Knien versorgt worden sein. Währenddessen wartete Naldo in der Geschäftsstelle des VfL Wolfsburg auf eine klärende Antwort seines möglichen künftigen Arbeitgebers. Gegen 18.30 Uhr verließ er dann die VW-Arena, brauste in einem Auto davon und bedachte die wartenden Journalisten mit einem Daumen nach oben. Ein gutes Zeichen? Vielleicht.

Zwischen den Clubs herrscht derweil dicke Luft. Die Wolfsburger beklagten sich, dass Werder den Transfer am Dienstagnachmittag öffentlich gemacht hatte. Magath hätte lieber den Medizin-Check abgewartet. „Das ging doch gar nicht. Wir hatten am Abend ein Spiel hier in Österreich. Wenn Naldo abgereist gewesen wäre, hätten mich die Journalisten doch sofort gefragt, wo er ist. Ich habe aber keine Lust zu lügen. Es gibt also keinen Grund, sich zu beklagen“, wehrte sich Allofs und verwies auf den seinen Hinweis vom Vortag, dass der Transfer erst nach der Untersuchung perfekt sei. Mit der Frage, ob Naldo bei einer negativen Diagnose des Kniespezialisten sofort ins Trainingslager nach Österreich zurückkehren werde, wollte sich Allofs – inzwischen auch schon ge nervt von dem Thema – nicht beschäftigen.

Werder wartet ab. Aber es wäre schon verrückt, wenn Naldo nach seinem emotionalen Abschied am Dienstag wieder bei den Bremern auftauchen würde. · kni

Räikkönen düpiert Vettel mit Fahrt auf die Pole

Räikkönen düpiert Vettel mit Fahrt auf die Pole

G7-Gipfel endet im Streit mit USA beim Klimaschutz

G7-Gipfel endet im Streit mit USA beim Klimaschutz

Sommerwetter in Deutschland: Ansturm auf Freibäder und Seen

Sommerwetter in Deutschland: Ansturm auf Freibäder und Seen

Wie Jäger mit Drohnen Rehkitze vor dem sicheren Tod retten

Wie Jäger mit Drohnen Rehkitze vor dem sicheren Tod retten

Meistgelesene Artikel

Schierenbeck sucht nach neuem Bruns

Schierenbeck sucht nach neuem Bruns

Platzt der Selke-Deal?

Platzt der Selke-Deal?

Furioses Finale ohne Freudentaumel

Furioses Finale ohne Freudentaumel

Wiedwald: „Können stolz auf die Rückrunde sein“

Wiedwald: „Können stolz auf die Rückrunde sein“

Kommentare