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Naldo, Frings und Co.: Die fünf emotionalsten Werder-Abschiede

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7. September 2013: Torsten Frings löst mit seinem Abschiedsspiel im Weserstadion große Emotionen aus.

Spieler kommen und gehen, das gehört zum Fußballgeschäft, auch beim SV Werder. Dennoch werden Abschiede oft von großen Emotionen begleitet: Regelmäßig schmerzt es die Fans, verdiente Kicker ziehen zu lassen - und auch so mancher Spieler wurde gefühlsduselig, wenn es hieß: Tschüss, Bremen!

Die DeichStube hat den sechsten Jahrestag von Naldos Wechsel zum VfL Wolfsburg zum Anlass genommen, die fünf emotionalsten Werder-Abschiede zusammenzutragen.

5. Naldo zum VfL – „Klaus, das kannst du nicht machen“

Überraschungen sind keine Seltenheit in der Transferperiode. Wir schreiben den 17. Juli 2012 und Werder befindet sich im Trainingslager im Zillertal. Natürlich ist neben der Mannschaft eine Schar von Journalisten vor Ort, die mitbekommen hat, dass sich bei Werder etwas auf dem Transfermarkt tun soll.

Kommt Kevin Kuranyi an die Weser? Klaus Allofs hat etwas zu verkünden und ruft die Journalisten zusammen. „Naldo hat das Trainingslager verlassen und wechselt zum VfL Wolfsburg“, lässt der Werder-Manager die Transfer-Bombe platzen.

Die Nachricht trifft die Reporter vor Ort unerwartet. „Klaus, das kannst du nicht machen“, ruft einer, der sein am Vortag geschriebenes Interview mit dem Brasilianer bereits in den Müll wandern sieht. Das ändert natürlich nichts: Fan-Liebling Naldo verlässt Werder und hinterlässt geschockte Reporter sowie traurige Bremer Anhänger.

4. Claudio Pizarro: Viermal „Tschüss" – die Summe macht's

Claudio Pizarro ist ein Phänomen: Viermal sagte er Werder „Tschüss" und immer kam er fast noch stärker zurück. Zweimal waren es die Bayern (2001 bis 2007 und 2012 bis 2015) und einmal war es der FC Chelsea (2009), die sich den Peruaner von Werder schnappten.

Aber nirgends war es so schön wie in Bremen - oder, ,,Piza"? Die Sehnsucht nach dem grün-weißen Trikot war offenbar immer da, und so konnte sich Pizarro in seiner Laufbahn zum erfolgreichsten Torjäger der Bremer Vereinsgeschichte schießen (104 Bundesliga-Treffer). ,,Pizas" größter Erfolg im Werder-Dress: DFB-Pokalsieger 2009.

2017 dann der finale Abschied des heute 39-jährigen Stürmers mit dem späteren Wechsel zum 1.FC Köln – kein schöner Tag für Werder-Fans. Noch emotionaler dürfte es aber werden, wenn Pizarro sein von Frank Baumann versprochenes Abschiedsspiel im Bremer Weserstadion bekommt. Termin noch unbekannt, Tränen fast schon garantiert.

3. Torsten Frings: Treffen der Werder-Legenden

Ein großes Wiedersehen gab es beim emotionalen Abschied von Torsten Frings am 7. September 2013. Für den „Lutscher“ hattten sich Freunde und Weggefährten im Weserstadion eingefunden: Johan Micoud, Ailton, Tim Wiese, Diego, Naldo, Marco Bode, Dieter Eilts, Naldo, sogar Formel-1-Legende Michael Schumacher - alle waren sie gekommen, extra für Frings' Abschiedsspiel.

Auf den Tribünen lagen sich erwachsene Männer mit Tränen in den Augen in den Armen, überwältigt von den Emotionen ob der Zusammenkunft der Werder-Legenden. 326 Spiele in Grün-Weiß, zwei DFB-Pokalsiege (1999 und 2009): Frings gehört ohne Frage selbst zu den Legenden, die er 2013 zusammenrief – bis heute einer der emotionalsten Abschiede der Werder-Historie.

2. Miroslav Klose: Spucke statt Tränen

Abschied geht auch anders, genauer: mit negativen Emotionen. Böses Blut gab es 2007 beim Wechsel von Miroslav Kose zum FC Bayern. Ausgangspunkt für die Enttäuschung der Werder-Anhänger war das „Tiefgaragen-Gate“: Klose hatte sich ohne Wissen von Werder mit den Bayern-Bossen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß getroffen.

Und das vor dem so wichtigen Uefa-Cup-Halbfinale gegen Espanyol Barcelona, in einer Tiefgarage in Hannover! In Barcelona ging Werder mit 0:3 unter, Klose gehörte zu den schwächsten Akteuren auf dem Feld. Die Fans waren mehrheitlich tief enttäuscht.

Heimliche Gespräche, ein unrühmlicher Abgang – und überhaupt: Warum zum FC Bayern? Immerhin 15 Millionen Euro Entschädigung haben die Bremer für Klose bekommen. Tränen gab es bei Bekanntgabe des Abschieds allerdings nicht. Nur Spucke einiger überdrehter Fans vor die Füße des Spielers.

Im Mai 2007 hat Miroslav Klose noch gemeinsam mit Werder gejubelt.

1. Ailton: „So schön wie in Bremen war es nie wieder“

Ailtons Abschied nach der Double-Saison 2003/2004 ist an Herzschmerz kaum zu überbieten. Nach dem entscheidenden 3:1-Sieg am 32. Spieltag gegen den FC Bayern konnte der „Kugelblitz“ seine Emotionen nicht mehr zurückhalten: er weinte herzergreifend in den Armen von Trainer Thomas Schaaf.

Dabei war der Wechsel zum FC Schalke 04 bereits am 8. Spieltag bekannt geworden. Der Meldung des Transfers folgte ein Gefühlschaos des Brasilianers: Ailton hatte sich offenbar vertan, und so versuchte dessen Berater, den Wechsel rückgängig zu machen, bot Schalke-Chef Rudi Assauer sogar einen Ersatz-Brasilianer an – keine Chance. 

Schweren Herzens musste der Publikumsliebling mit der Torjägerkanone (29 Treffer) und dem Double im Gepäck den Weg nach Schalke antreten – der Beginn einer Odyssse durch den Vereinsfußball. Heute weiß auch Ailton: „So schön wie in Bremen war es nie wieder. Mein Herz gehört Werder.“ Eine traurige Geschichte – unser Platz eins der emotionalsten Werder-Abschiede. (gus)

Deutscher Meister mit Werder: So schön wurde es in Ailtons Fußballerkarriere nie wieder.

Hättet Ihr lieber Johan Micoud, Tim Borowski oder gar Tim Wiese in den emotionalsten Werder-Abschieden gesehen? Schreibt uns Eure Top-5 gerne in die Kommentare.

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Bode und Baumann sind sich schon ziemlich einig

Alle Infos aus dem Werder-Trainingslager im Zillertal

Moisander hat unterschrieben

Quelle: DeichStube

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