Naldo schockt Werder: Brasilianer will weg – sofort!

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Innenverteidiger Naldo will Werder Bremen verlassen und hat schon ein Angebot vom SC Internacional Porto Alegre

Bremen - Diese Nachricht tut jedem Werder-Fan richtig weh: Naldo will weg – und zwar sofort! Der Brasilianer bestätigte gestern, dass er sich während seines Winterurlaubs in der Heimat mit Fernandao, dem Sportdirektor des SC Internacional Porto Alegre, schon auf einen Wechsel verständigt hat.

Von Björn Knips und Carsten Sander
Jetzt müssten sich nur noch die Vereine auf eine Ablösesumme einigen, denn Naldo steht bei Werder noch bis Ende Juni 2013 unter Vertrag.

Ein erstes Gespräch zwischen Fernandao und Werder-Boss Klaus Allofs soll bereits stattgefunden haben. „Ich weiß aber nicht, was dabei herausgekommen ist“, sagte Naldo. Er selbst will im Trainingslager in Belek das Gespräch mit Allofs suchen und um seine Freigabe bitten. Denn der Wunsch zu wechseln sei bei aller Liebe zu Werder nach über sechs Jahren in Bremen sehr groß. „Natürlich wäre es schwer zu gehen, aber ich würde gerne nach Brasilien wechseln“, meinte der 29-Jährige: „Brasilien ist mein Land, ich wäre ganz nah an meiner Stadt. Außerdem würden meine Chancen in der Nationalmannschaft steigen.“

Im August 2007 hatte Naldo sein letztes von vier Länderspielen absolviert. Und natürlich hofft er darauf, für die „Selecao“ bei der Heim-WM 2014 aufzulaufen: „Das wäre ein Traum.“ Den SC Internacional sieht er dafür als perfektes Sprungbrett an. „Das ist ein Spitzenclub, der auch in der Copa Libertadores (die südamerikanische Champions League, Anm. d. Red.) spielt, und nicht wie Werder nur in der Bundesliga.“ Auch finanziell sei die brasilianische Liga für Profis längst so attraktiv wie die europäischen Top-Ligen. „Ich habe ein sehr gutes Angebot“, schwärmte Naldo. Ob sein Wunschclub auch in der Lage sei, Werder eine entsprechende Ablösesumme zu zahlen, dazu wollte sich der Abwehrspieler nicht äußern.

Naldo dürfte jedenfalls nicht billig sein, falls Werder überhaupt bereit ist, ihn ziehen zu lassen. Nach seinem Comeback im September nach 15-monatiger Verletzungspause hat der 29-Jährige eine überragende Hinrunde gespielt und ist aus der Bremer Abwehr nicht wegzudenken. So sieht’s auch Allofs: Schon zu Wochenbeginn hatte sich der Werder-Boss zum angeblichen Interesse brasilianischer Clubs an Naldo geäußert und im „kicker“ einen Winterverkauf ausgeschlossen. Eigentlich, denn Allofs sagte auch: „Sollte ein seriöses Angebot kommen, werden wir uns damit auseinandersetzen. Diese Abmachung haben wir mit unseren Profis.“

Per Mertesacker (27) durfte im Sommer kurz vor Transferende noch gehen, weil der FC Arsenal knapp elf Millionen Euro aus London nach Bremen überwies. Bei einem ähnlichen Betrag würde Werder wohl auch bei Naldo schwach werden. Und Allofs traut den Clubs in Brasilien einiges zu: „Momentan ist dort viel Geld im Umlauf, für Spieler und Gehälter.“

Der SC Internacional ist schon ganz heiß auf Naldo, würde den Innenverteidiger am liebsten gleich in den Flieger setzen. „Naldo ist ein großer Name. Es wäre großartig, wenn wir ihn unter Vertrag nehmen könnten. Wir haben uns getroffen, aber es ist keine leichte Situation. In Deutschland ist er ein großes Idol“, hatte Fernandao unlängst in der brasilianischen Zeitung „Terra“ den Poker eröffnet. Nun spielte ihm Naldo mit seiner öffentlichen Liebeserklärung für den SC Internacional in die Karten.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Björn Knips:
Allofs darf nicht nachgeben

Wie hartnäckig der Bremer Publikumsliebling bei seine Wechselabsichten verfolgt, bleibt abzuwarten. Vor zwei Jahren hatte er schon einmal mit einem Transfer zu Olympique Marseille geliebäugelt und sich dann doch für Werder entschieden. In der Zwischenzeit ist allerdings viel passiert, Naldo mit seinem Arbeitgeber längst nicht mehr so zufrieden wie einst. Das Vertrauensverhältnis hat während der langen Verletzungspause beträchtlich gelitten. Naldo war mit der Behandlung in Deutschland unzufrieden gewesen, wollte sich in Brasilien operieren lassen, doch Werder legte ein Veto ein. Letztlich setzte sich der Spieler durch, kämpfte sich nach der Operation in der Heimat auch mit Hilfe eines brasilianischen Physiotherapeuten durch die lange Reha in Bremen und kam noch stärker zurück als zuvor. Die Werder-Fans lieben ihn dafür, doch der Rückkehrer denkt an Abschied. Und die Zeit drängt. Am 25. Januar und 1. Februar ist Internacional in der Qualifikation zur Gruppenphase der Copa Libertadores gegen den kolumbianischen Club CD Once Caldas gefordert. Da soll Naldo unbedingt mitwirken. Doch der Bremer fliegt heute erst einmal mit nach Belek und versichert: „Mein Kopf ist noch bei Werder.“ Aber wie lange noch? ·

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