Naldo-Schock: Offenbar noch neun Monate Pause

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Naldo ist wieder da – und die Autogramme des fröhlichen Brasilianers waren natürlich sofort heiß begehrt.

Von Björn Knips - Naldo ist wieder da! Eigentlich eine tolle Nachricht für den SV Werder Bremen. Der Brasilianer wirkte nach der Knieoperation in seiner Heimat auch sehr glücklich – und in diversen Internet-Foren gab’s zahlreiche Jubelarien. Doch offenbar haben sich da viele zu früh gefreut – inklusive Naldo.

Denn möglicherweise hat der Eingriff im Krankenhaus Dr. Virvi Ramos in Caxias do Sul mehr Schaden als Nutzen angerichtet. Ein schnelles Comeback scheint ausgeschlossen, eine Pause von mindestens weiteren neun Monaten wahrscheinlich. Es steht sogar die Fortsetzung der Karriere des 28-Jährigen auf dem Spiel.

„Es ist der Knorpel im rechten Knie operiert und der Knochen angebohrt worden, damit das Blut rauskommt“, berichtete Naldo gestern Morgen gut gelaunt: „Ich habe keine Schmerzen mehr. Es wird zwar schwierig, dass ich in dieser Saison noch einmal spiele, aber unmöglich ist das nicht.“ Diese Hoffnung dürfte sich schnell erledigt haben, denn mit der Beschreibung des Eingriffs n Alle hatten n ihn gewarnt hat Naldo selbst – ganz unbewusst – ein düsteres Bild seiner Zukunft gezeichnet.

Schließlich wurde zur Behandlung des Knochenödems der eigentlich gesunde Knorpel beschädigt und durch kleine Bohrungen (Mikrofracturing) Blut ins Gelenk geleitet, um neuen Knorpel zu züchten. Abgesehen davon, dass es dadurch in den nächsten Monaten zu Komplikationen kommen kann, ergaben Nachfragen bei Fachärzten: Neun Monate Pause sind das Minimum.

Beispiele von ähnlichen Fällen im Profi-Fußball gibt es genug – auch bei Werder. Seit sechs Monaten pausiert nun schon Sebastian Boenisch nach einem Knorpelschaden, ein Comeback noch in dieser Saison ist fraglich. Nationalspieler Simon Rolfes von Bayer Leverkusen hatte im vergangenen Jahr knapp neun Monate gebraucht, um nach einer ähnlichen Verletzung wieder auf dem Platz zu stehen. Bei Naldo kommt hinzu: Was wird aus dem Knochenödem? Hat sich die Operation tatsächlich positiv auf diese seltene Verletzung ausgewirkt? Das wird sich erst zeigen, wenn Naldo das Knie wieder richtig belasten kann. „Jetzt muss ich erst einmal Muskelaufbau machen“, berichtete der 28-Jährige, der beim DFB-Pokalfinale Mitte Mai vergangenen Jahres zum letzten Mal auf dem Platz gestanden hatte.

Anschließend will er sich „Schritt für Schritt“ wieder in Form bringen. Es werden wohl ganz viele Schritte werden. Die hatten ihm zwar auch Werder-Mannschaftsarzt Dr. Götz Dimanski und seine namhaften Kollegen Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Professor Ulrich Boenisch prophezeit, aber dabei nur fünf, bis sechs Monate Pause einkalkuliert.

Das Ärzte-Trio war ganz klar gegen einen Eingriff gewesen, genauso wie auch Sportchef Klaus Allofs und Trainer Thomas Schaaf. Naldo hatte das Anfang Januar noch von einer Reise nach Brasilien abgehalten. Mitte Januar war der Leidensdruck dann zu groß gewesen. Der Südamerikaner flog in seine Heimat. Nun ist er zurück – doch die Sorgen um seine Zukunft sind nicht kleiner, sondern offenbar noch viel größer geworden.

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