Naldo greift an: „Ich will meinen Stammplatz zurück“

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Naldo (beim Tag der Fans) - Endlich gesundgeschrieben, endlich wieder ein vollwertiger Fußballer.

Bremen - Sein bis dato letzter Gang zum Arzt brachte endlich das erwünschte Ergebnis. Ohne „Gelben Schein“ verließ Naldo das Untersuchungszimmer. Und was so manchen Arbeitnehmer mitunter wurmt, zauberte dem Brasilianer ein zufriedenes Lachen auf das Gesicht. Endlich gesundgeschrieben, endlich wieder ein vollwertiger Fußballer.

„Ich bin sehr glücklich“, sagte der Innenverteidiger gestern. Wegen eines Knochenödems im Knie hatte er in der vergangenen Saison nicht ein Spiel für Werder Bremen absolviert. Nun greift der 28-Jährige wieder an – und wie! „Ich will meinen Stammplatz zurück“, lautet seine forsche Ansage.

Nach 15 Monaten Pause – sein letztes Pflichtspiel bestritt er am 15. Mai 2010 beim DFB-Pokalfinale gegen Bayern München (0:4) – ist Naldo endlich wieder fit für den Leistungsfußball. Sagt er jedenfalls.

„Mein Comeback steht kurz bevor“, glaubt der Innenverteidiger und beschreibt sich selbst als völlig genesen. Nichts mache ihm im Moment Probleme, nichts könne ihn auf seinem Weg zurück auf den Platz noch stoppen – mit Ausnahme des Trainers. „Er muss entscheiden“, meint Naldo und reicht sogleich eine Bewerbung für das Auswärtsspiel am Sonntag (17.30 Uhr) bei Bayer Leverkusen ein: „Wenn der Trainer mich benötigt, stehe ich zur Verfügung.“

Gebrauchen kann Thomas Schaaf einen Naldo in Bestform immer, aktuell sieht der Coach aber noch Defizite bei dem Defensivspezialisten: „Es wird zwar immer besser bei ihm, aber um ihn in den Kader zu holen, möchte ich schon noch andere Dinge gesehen haben.“ Anders gesagt: Das Nein für Leverkusen steht. „Es sei denn, Naldo überrascht mich in den kommenden zwei, drei Tagen und macht einen Riesensprung“, erklärt Schaaf.

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Not hat der Trainer freilich nicht. Aus der ehemals Besorgnis erregend dünnen Personaldecke an Innenverteidigern ist mittlerweile ein Überangebot geworden. Erst wurden Andreas Wolf und Sokratis verpflichtet, dann Per Mertesacker und Sebastian Prödl schneller als gedacht wieder fit. Und jetzt folgt Naldo. Dass er es erstmal schwer haben wird, sich wieder einen Platz im Kader oder gar in der Stammelf zu ergattern, ist dem ehemaligen brasilianischen Nationalspieler völlig klar: „Alle haben ihre Sache bisher sehr gut gemacht. Aber niemand hat einen Stammplatz sicher. Ich werde hart dafür kämpfen, meinen Platz zurückzubekommen.“

Dass er derlei Ansagen jemals wieder machen würde, war vor wenigen Wochen noch undenkbar. Naldo, so hieß es, stehe vor dem Karriereende. Das Ödem habe das Knie nachhaltig beschädigt, Profi-Fußball sei eine Utopie. Er selbst begegnete diesen Gerüchten meistens mit einem Lächeln, das sagen sollte: Macht euch keine Sorgen! Selbst hat er trübe Gedanken nicht zugelassen, sondern hat sich von den Fortschritten in Reha und später im Training tragen lassen. Mittlerweile sei alles gut, behauptet Naldo: „Ich bin nicht mehr vorsichtig, gehe ganz normal in die Zweikämpfe. Im Training habe ich das volle Vertrauen in mein Knie.“

Naldo trainiert mit der Mannschaft

Training am Dienstag

Dass Übung und Ernstfall zwei unterschiedliche Dinge sind, ist ihm natürlich bewusst. Doch der Bremer Fan-Liebling demonstriert Zuversicht, dass er auch im Spiel den Anforderungen standhalten kann. Nicht irgendwann, sondern zeitnah. Die – aus einem anderen medizinischen Zeitalter stammende – Fußball-Formel, dass ein Spieler genauso lange bis zur Top-Form braucht, wie er zuvor pausiert hat, will er widerlegen: „Natürlich können muskuläre Probleme auftauchen. Aber auf keinen Fall wird es 15 Monate dauern. Alle erwarten von mir, dass ich gleich wieder an mein altes Niveau anknüpfe. Ich auch.“

Bis auf Weiteres muss er sich damit zufrieden geben, was er schon erreicht hat: den Sprung runter von der Kranken- und rauf auf die Gehaltsliste. Denn ein Jahr lang bekam Naldo Geld nur von der Versicherung („Die hat gezahlt“), jetzt ist Werder wieder in der Pflicht. „Es ist ein gutes Gefühl, nicht mehr von der Versicherung abhängig zu sein“, sagt Naldo. · csa

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