Die „Tops & Flops“ der Hinrunde: Pizarro spitze, nix los auf der „10“

Naldo eine Rakete, Wesley ein Rohrkrepierer

Glücklicher Naldo: Nach 16 Monaten Verletzungspause feierte er ein bemerkenswertes Comeback. ·

Bremen - Strahlemann Naldo, Sorgenfall Wesley, Lebensversicherung Pizarro, Enttäuschung Ekici – natürlich offenbarte auch diese Hinrunde große Gegensätze im Kader von Werder Bremen. Während einer ein phantastisches Comeback feiert, verschwindet ein anderer immer mehr in der Versenkung. Es sind die „Tops & Flops“ der Hinrunde.

Er galt schon als abgeschrieben, doch dann schrieb der Brasilianer Geschichte. Naldos Comeback nach 16 Monaten Verletzungspause war einfach nur traumhaft. Schon als er vor dem Nordderby gegen den HSV den Rasen zum Aufwärmen betrat, feierten ihn die Fans frenetisch. Naldo, der an diesem Tag seinen 29. Geburtstag feierte, faltete die Hände gen Himmel und winkte fröhlich in die Menge. Fünf Minuten vor Abpfiff wurde er erstmals eingewechselt, das Stadion tobte. Gänsehautmomente. „Dieser Empfang war umwerfend. Ich spüre unglaubliche Freude“, sagte Naldo. Fünf Wochen später stand er gegen Dortmund erstmals wieder in der Startelf. Weil er es schaffte, nicht nur zurückzukommen, sondern auch schnell zu alter Stärke zu finden, ist seine Story die schönste der Hinrunde. Mit einer Durchschnittsnote von 2,75 avancierte der Innenverteidiger zum am besten benoteten Werder-Profi.

Claudio Pizarro

Dreimal darf geraten werden, wer Naldo in Sachen Notenschnitt im Nacken sitzt? Genau: Pizarro. Der Peruaner kommt auf eine 2,82 – sein Wert für Werder ist damit aber nicht einmal ansatzweise hinreichend gewürdigt. Ohne Pizarro-Tore würden die Bremer auch in dieser Saison in den Abgrund schauen. Sein Doppelpack gegen den HSV, das späte Siegtor gegen Hertha, der Hattrick gegen Köln sind nur drei Beispiele, in denen er Werder vor Schaden bewahrte. Insgesamt traf der 33-Jährige zwölf Mal und bereitete weitere sieben Tore vor.

Clemens Fritz

Neue Rolle auf dem Platz, neue Autorität im Kollegenkreis. Außenverteidiger Fritz schlüpfte nicht nur in die Rolle eines Mittelfeldspielers, sondern erbte nach Per Mertesackers Wechsel zu Arsenal London auch die Kapitänsbinde. Dass er in der Raute gut zurechtkommt, zeigt der Fakt, dass der Ex-Nationalspieler als einziger alle 17 Hinrundenpartien absolvierte. Und als Kapitän hat er sich schnell die Achtung der Mitspieler erworben.

Marko Marin

Während er noch von seiner EM-Chance redete, sank Marins Stern bei Werder tiefer und tiefer. Und es waren nicht nur die ständig wiederkehrenden Hüft- und Beckenprobleme, die dafür verantwortlich waren. Auf der für ihn neuen Spielmacherpostion kam Marin nicht klar. Folge: kein Tor für den Super-Dribbler. In der Rückrunde muss sich der 22-Jährige gewaltig steigern.

Mehmet Ekici

Mit einem Jahr Verspätung wurde der türkische Nationalspieler als Özil-Nachfolger verpflichtet. Fünf Millionen Euro überwies Werder für den zentralen Mittelfeldspieler, der die Erwartungen bislang aber nicht im geringsten erfüllte. Ekici brauchte wegen ominöser Leistenprobleme in der Vorbereitung eine kleine Ewigkeit, um in Gang zu kommen. Obwohl: Wirklich losgelegt hat er bis heute nicht. Kein Spiel über 90 Minuten, acht Ein- und sechs Auswechslungen, dazu ein Notenschnitt von 4,66 – da ist noch viel Luft nach oben. Ekici beendete die Hirunde, wie sie für ihn begonnen hatte: mit einer Verletzung.

Wesley

Das Auffälligste an ihm waren seine Frisuren. Mal gegelt, dann mit Rasta-Locken oder im Afro-Look – so abwechslungsreich hätte man Wesley auch gerne auf dem Platz gesehen. Doch dort tauchte er nur 159 Minuten auf. Ansonsten saß er auf der Tribüne oder der Bank. Einmal flog der 7,5-Millionen-Mann sogar vom Trainingsplatz – weil er „übermotiviert“ gewesen sei, so Trainer Thomas Schaaf. Allerdings musste man die Motivation des Brasilianers in den meisten Einheiten mit der Lupe suchen. Wesley ist in der Winter-Transferperiode ein Verkaufskandidat, wenn ihn denn jemand haben will. · csa

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