„Ich habe hier schließlich einen Vertrag“ / Brasilianer träumt von baldiger Rückkehr ins Mannschaftstraining

Naldo bleibt – sogar bei einem Bremer Abstieg

Über den Dächern von Bremen: Abwehrspieler Naldo fühlt sich in der Hansestadt wohl. Sein Traum ist, endlich wieder mit der Bremer Mannschaft zu trainieren. ·

Bremen - Der Jubel bei den Werder-Fans war riesig. Im Interview mit Stadionsprecher Christian Stoll hatte Abwehrspieler Naldo am Freitag im Rahmen des Heimspiels gegen Wolfsburg (0:1) angekündigt, in zwei, drei Wochen wieder mit der Mannschaft trainieren zu wollen.

Inzwischen ist der Brasilianer etwas vorsichtiger geworden. „Ich hatte das schlimmste Jahr meines Lebens. Meine Familie, der Club und die tollen Fans haben mir geholfen, das zu überstehen. Auch deshalb habe ich nie an ein Karriereende gedacht. Ob es mit dem Comeback wirklich so schnell klappt, kann ich nicht sagen – aber es ist mein großer Traum und mein großes Ziel.“

Es zu erreichen, erscheint für den wegen einer Knieverletzung seit nunmehr über einem Jahr pausierenden 28-Jährigen nicht unrealistisch. „Wir haben das Pensum im Training gesteigert. Das tut mit gut. Mein Knie hält, macht keine Probleme mehr. Ich hoffe, dass es so weitergeht und ich bald endlich wieder bei der Mannschaft sein kann.“

Werder-Boss Klaus Allofs klingt nicht ganz so optimistisch wie sein Spieler. „Letztlich kann er es nur selbst beurteilen. Wenn er in zwei, drei Wochen wieder einsteigt, ist die Saison vorbei. Das ist dann nicht mehr so hilfreich für die Mannschaft, hätte aber für Naldo eine sehr, sehr große Bedeutung.“

Für Werder allerdings auch. Denn wenn der Verteidiger tatsächlich zeitnah zurückkehrt und die Freundschaftsspiele nach Saisonende bestreiten könnte, hätten die Bremer eine große Sorge weniger. Sie würden wissen, wie sie den Innenverteidiger „mit Blick auf die neue Saison“ (Allofs) einplanen können.

Naldo und Prödl bei Autogrammstunde

Naldo und Prödl begehrt

Ein fitter Naldo wäre extrem wichtig, zumal die Abwehrzentrale ziemlich verwaist sein könnte. Sebastian Prödl (Gesäßmuskel-OP) fehlt noch lange, Petri Pasanen verlässt den Verein – und ob Per Mertesacker bleibt, ist offen. Der Vertrag des Nationalverteidigers endet 2012. Wenn er ihn nicht verlängert, könnte Werder nur noch in diesem Sommer eine Ablöse kassieren.

Naldo ist noch bis 2013 gebunden – und denkt gar nicht daran, den Club zu verlassen. Selbst dann nicht, wenn die Bremer absteigen würden: „Ich bleibe auf alle Fälle, schließlich habe ich hier einen Vertrag.“

Der Brasilianer glaubt allerdings nicht, dass es Werder erwischt: „Es wird ein Kampf bis zuletzt, aber wir werden es schaffen.“ Nach dem „sehr schwierigen Jahr“ folgt ein deutlich besseres, glaubt Naldo: „Werder gehört ins internationale Geschäft. Und ich will in der nächsten Saison meinen Teil dazu beitragen, dass wir da wieder hinkommen.“ · flü/mr

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