Allofs’ Abrechnung nach dem Fulham-Debakel / Özil, Marin und Arnautovic in der Kritik

„Naiv und unprofessionell“

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Einer der wenigen, die im Spiel gegen Fulhasm gut spielten: Aaron Hunt

London - Von Malte Rehnert · Beim „Tag der Fans“ präsentierten sich die Werder-Profis gestern bester Laune – ganz anders als noch am Samstagabend in London. Nach der peinlichen 1:5 (1:0)-Pleite im letzten Test beim Europa-League-Finalisten FC Fulham waren die meisten wortlos und mit gesenkten Häuptern aus dem Stadion Craven Cottage geschlichen.

Nur etwa eine halbe Stunde nach dem Schlusspfiff saßen die Bremer schon abfahrbereit im Bus. Ganz vorne Manager Klaus Allofs, der kurz zuvor mächtig Dampf abgelassen hatte: „Ich bin stocksauer. Disziplin und Laufbereitschaft müssen immer da sein. Aber einige denken offenbar, es geht auf einem anderen Weg, die sind nicht zu 100 Prozent dabei. Das war naiv und unprofessionell. Wenn man zuerst an sich und dann ans Team denkt, kann das fatale Folgen haben. Ohne die Bereitschaft mitzuziehen, haben sie keine Zukunft bei Werder.“ Namen nannte der 53-Jährige nicht, „aber es war doch ziemlich gut zu erkennen, auf welchen Positionen wir zur Halbzeit etwas verändert haben“. Demnach müssen sich Marko Marin, Daniel Jensen, Marko Arnautovic und auch der etwas eher eingewechselte Mesut Özil diesen Schuh anziehen.

Das Desaster in Bildern

Lehrstunde gegen Fulham

Die vorzügliche, erfrischende erste Halbzeit mit vier, fünf Hochkarätern, einigen Klasse-Kombinationen und dem 1:0 durch Claudio Pizarro (14.) geriet angesichts des folgenden Desasters in den Hintergrund. „Mit der ersten Hälfte war ich sehr, sehr zufrieden – aber so wie in der zweiten darf man sich nicht präsentieren“, grummelte Trainer Thomas Schaaf. „Wir haben in der ersten Halbzeit gezeigt, dass wir gut drauf sind, uns das in der zweiten allerdings selbst kaputtgemacht“, moserte Kapitän Torsten Frings, der bei seinem zweiten Testspieleinsatz nach der Leisten-Operation nur die ersten 45 Minuten absolviert hatte und das Unheil von der Ersatzbank aus hereinbrechen sah. „In der zweiten Halbzeit kam die Müdigkeit hinzu, außerdem der Systemwechsel auf drei Stürmer“, versuchte der 33-Jährige, den schwachen Auftritt ein wenig zu entschuldigen. Doch natürlich fand auch er: „Das war nicht unser wahres Gesicht. So darf man sich nicht abschießen lassen.“

Das Bremer Dilemma: Es ist nur noch knapp eine Woche bis zum Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal bei RW Ahlen (Samstag, 15.30 Uhr) – und vier Tage später folgt schon das Hinspiel in der Champions-League-Quali gegen Sampdoria Genau (18. August). Zeit zum Einspielen oder Aufholen von Rückständen gibt’s kaum. Und ab heute sind auch noch etliche Nationalspieler mehrere Tage weg: Tim Wiese, Marko Marin, Aaron Hunt (alle Deutschland), Philipp Barg-frede (deutsche U 21), Sebastian Prödl (Österreich), Marko Arnautovic (österreichische U 21) und Petri Pasanen (Finnland).

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