Borowski kämpft um seine Karriere / Wechsel ins Ausland kein Thema

„In den nächsten Wochen probiere ich alles“

Tim Borowski ist optimistisch, dass er auf den Platz zurückkehren kann. ·

Bremen - Raus aus dem Mief des Fitnessraums. Gestern gab‘s Frischluft für Tim Borowski. Radfahren mit Tim Wiese, dem verletzten Keeper. Es scheint, dass es vorangeht. Muss es auch – denn die Zeit drängt. Seit Saisonbeginn ist der 31-Jährige nun schon außer Gefecht. Alle Comeback-Versuche sind gescheitert, das lädierte Sprunggelenk streikt weiter. Und so drängt sich immer mehr die Frage auf: Kehrt Tim Borowski überhaupt noch einmal auf den Rasen zurück?

Der Ex-Nationalspieler stellt sich diesem Thema, wenngleich die erste Antwort noch etwas abwehrend klingt: „Ich kann noch nichts Genaues sagen.“ Der große Blonde ist vorsichtig. Kein Wunder, die Karriere steht auf dem Spiel. In gut drei Monaten läuft sein Vertrag bei Werder aus. Es gibt da zwar diese Option auf eine automatische Verlängerung bei einer bestimmten Anzahl von Pflichtspielen, „aber da müssten sie die Saison schon sehr, sehr lange verlängern“, schmunzelt Borowski.

Galgenhumor. Kein einziges Mal hat der gebürtige Neubrandenburger, der schon mit 16 Jahren zu Werder kam, in dieser Saison in der Bundesliga gespielt. Sein einziger Einsatz dauerte 61 Minuten, und eine halbe Stunde später waren Borowski und Co. beim Drittligisten 1. FC Heidenheim in der ersten Runde des DFB-Pokals gescheitert. Der Mittelfeldspieler verabschiedete sich sogar komplett, weil wie schon in der Vorsaison das Sprunggelenk schmerzte. Damals hatte er Schmerztabletten genommen und Spritzen bekommen, um Werder im Abstiegskampf zu helfen. Vielleicht muss er dafür nun bezahlen.

Tim Borowski: Die Karriere in Bildern

Tim Borowski: Die Karriere in Bildern

Doch Borowski will nicht klagen. „Andere hat es viel schlimmer erwischt“, sagt der 31-Jährige und verweist auf Naldo: „Der war 15 oder 16 Monate nicht dabei, bis er zurückkam. Bei mir sind es doch erst acht.“ Der Mittelfeldspieler will nicht aufgeben, er will kämpfen. „Der Hunger ist noch da“, lautet seine einfache Erklärung: „Wenn mein Kopf leer wäre, ich nicht mehr die Kraft hätte aufzustehen, dann würde ich es lassen. Aber ich kann es noch nicht lassen.“

Also geht er weiter jeden Tag in den Kraftraum oder versucht wie gestern, mit intensiven Radtouren an der Fitness zu arbeiten. „Spaß macht das nach einer so langen Zeit nicht wirklich“, gesteht Borowski. Zumal die Erfolgsaussichten so neblig sind. Vor vier Wochen schien für ihn noch die Sonne, „da war ich ganz nah dran am Mannschaftstraining. Ein, zwei Tage noch alleine, dann wäre ich endlich wieder dabei gewesen.“ Doch der Fuß spielte plötzlich nicht mehr mit, wurde dick. „Das war‘s. Ich musste eine Pause einlegen und fast wieder von vorne anfangen“, erinnert sich Borowski.

In solchen Momenten seien Familie und Freunde ganz besonders wichtig. „Mir geht es wieder gut“, sagt Borowski und lächelt. Er weiß zwar nicht, ob die Probleme in seinem Sprunggelenk irgendwann abklingen, aber er hat einen Plan: „Ich probiere in den nächsten Wochen alles, um zu sehen, ob es noch geht.“ Erst danach will er sich über seine Zukunft Gedanken machen.

Nur eines steht fest: Ein Wechsel ins Ausland ist kein Thema. „Ich werde zum zweiten Mal Vater, da bin ich nicht so egoistisch, jetzt noch einmal so etwas anzugehen.“ Bleibt also nur die Bundesliga. Doch nach goldenen Jahren beim SV Werder und einem einjährigen Abstecher zum Maß aller Dinge, dem FC Bayern München, sind die Ansprüche natürlich hoch. Gerne würde „Boro“ bleiben, aber will Werder das?

„Tim ist leider schon lange verletzt, deshalb macht es jetzt keinen Sinn, darüber zu reden. Tim muss doch erst einmal selbst wissen, wie es für ihn weitergeht“, sagt Klaus Allofs. Der Clubchef will sich mit Borowski nach der Saison zusammensetzen. Dann könnte es auch um einen anderen Job im Verein gehen. „Denkbar ist das. Tim ist ja nicht irgendein Werder-Profi, sondern schon sein halbes Leben bei uns“, erklärt Allofs. Und Borowski meint dazu: „Natürlich könnte ich mir das vorstellen.“ Aber mit 31 Jahren fällt ihm das noch schwer. „Wer weiß, vielleicht stehe ich in drei Wochen wieder mit der Mannschaft auf dem Platz“, sprudelt es plötzlich aus ihm heraus: „Ich spüre einfach, dass es noch gehen kann.“ · kni

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