Werders Auftrag in Stuttgart: Die Zwei-Siege-Blockade muss endlich weg

Der nächste Versuch

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Das Kraftpaket aus der Viererkette und der Strippenzieher aus dem Mittelfeld peilen ein Ziel an: Assani Lukimya (li.) und Aaron Hunt wollen morgen die Zwei-Siege-Blockade sprengen und Werder an die europäischen Plätze heranführen.

Bremen - Mit Fußballern und der Tabelle verhält es sich ähnlich wie mit Fernsehkonsumenten und dem Dschungelcamp: Es ist verpönt, sich dafür zu interessieren, dennoch machen es die meisten.

Von Aaron Hunt ist in diesem Zusammenhang nicht bekannt, ob er C- und D-Promis beim Schlangenbad oder Würmer runterwürgen zuguckt, wohl aber weiß man, dass er nicht erst nach dem 34., sondern schon vor dem 21. Spieltag auf die Tabelle schaut. Er gibt es zu und rechnet entgegen aller Fußballer-Gepflogenheiten schon mal aus, wohin die Reise am nächsten Spieltag gehen könnte. Werder Bremen winkt bei einem Sieg morgen (15.30 Uhr) beim VfB Stuttgart ein Sprung ganz in die Nähe der Europapokal-Plätze.

Ein Blick auf die Ansetzungen verrät: Drei der Bremer Konkurrenten um die begehrten Europacup-Ränge haben richtig dicke Brocken aus dem Weg zu räumen. Der Hamburger SV (Neunter) tritt bei Double-Sieger Borussia Dortmund (aktuell Zweiter) an, Borussia Mönchengladbach (Siebter) empfängt den Tabellendritten Bayer Leverkusen – und der FC Schalke 04 (Sechster) reist zu Spitzenreiter Bayern München. Wenn sich die Favoriten in diesen Partien durchsetzen, dann noch der SC Freiburg (Achter) mitspielt und gegen Düsseldorf nicht gewinnt, könnte Werder bis auf einen Punkt an Platz sechs und damit an die Europa League heranrücken. Hunt: „Der Spieltag bietet eine Chance, da kann viel passieren. Aber es liegt natürlich in erster Linie an uns. Wir müssen gewinnen.“ Sonst bewegt sich nichts für die Bremer – oder wenn, dann nur nach unten.

Ein Erfolg im Schwabenland, wo es in den vergangenen Jahren fast immer Prügel gegeben hat, wäre der zweite Pflichtspielsieg hintereinander – das hat Werder zuletzt im November 2011 geschafft. Lang, lang ist’s her. „Das wusste ich gar nicht“, staunt der im Sommer verpflichtete Verteidiger Assani Lukimya, „es wird also Zeit, das zu ändern.“

Findet auch Aaron Hunt, den die in ihrer zeitlichen Ausdehnung schon peinliche Zwei-Siege-Blockade mehr als nervt. „Wenn wir unser Saisonziel noch erreichen wollen, müssen auch mal zwei, drei Siege in Folge her“, sagt er: „Dann können wir uns auch da festsetzen, wo wir hinwollen.“ Sprich: an Platz sechs festbeißen.

Trainer Thomas Schaaf ist – anders als Hunt – niemand, der die Tabelle öffentlich zum Thema macht. Und sollte er sich doch wie sein Vize-Kapitän den Was-wäre-wenn-Gedanken hingeben, dann geschieht das heimlich. Nach außen dringt bei ihm nur die nüchterne, vorsichtige Sachlichkeit. „Es geht nicht darum, das zweite Spiel hintereinander zu gewinnen – sondern das nächste. Wir wollen unsere Aufgaben erledigen und erfolgreich sein“, meint der 51-Jährige. Der jüngste Heimsieg gegen Hannover (2:0) „sollte uns Selbstvertrauen geben“, sagt Schaaf, mahnt aber: „Wir müssen mindestens wieder so spielen, um in Stuttgart zu bestehen. Der VfB ist international und im Pokal dabei, hat in der Liga noch alle Möglichkeiten. Das ist sicher kein schlechter Gegner.“

Aber ein angeschlagener: Die Stuttgarter haben mit drei Pleiten einen üblen Fehlstart in die Rückrunde hingelegt, insgesamt sogar schon viermal in Folge verloren (siehe Artikel unten). „Davon dürfen wir uns aber nicht blenden lassen“, fordert Lukimya und gibt die Bremer Marschroute vor: „Wir müssen versuchen, den Stuttgartern unser Spiel aufzudrängen – und dürfen nicht mit Fehlern aufbauen.“ · mr/csa

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