126,4 Millionen  / Stadionumbau teurer

Der nächste Rekord-Umsatz

Klaus Allofs ist mit den Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahrs sehr zufrieden.

Bremen - Von Malte Rehnert· Sportlich sind die Zeiten unruhig bei Werder. Mit fünf Pflichtspielen hintereinander ohne Sieg ist der Fußball-Bundesligist in eine Krise geschlittert.

Doch davon war gestern Abend bei der Mitgliederversammlung nichts zu spüren. Die Veranstaltung in der Werder-Halle in der Hemelinger Straße hätte harmonischer kaum sein können. Zur guten Gesamtstimmung trugen auch die Zahlen bei, die Klaus Allofs, Vorsitzender der Geschäftsführung, den 215 anwesenden Mitgliedern für das abgelaufene Geschäftsjahr mitteilte.

Demnach hat die Werder Bremen GmbH & Co KG aA erneut einen Rekord-Umsatz erwirtschaftet – zum sechsten Mal im sechsten Jahr ihres Bestehens. „Mit einem Ertrag von 126,4 Millionen Euro wurde das Ergebnis aus dem Vorjahr von 120,7 Millionen Euro noch mal deutlich übertroffen. Ich denke, das ist wieder eine sensationelle Zahl“, erklärte Allofs in seinem Bericht. Die Umsatzsteigerung sei vor allem auf „hohe Transfererlöse zurückzuführen“, sagte der 53-Jährige und meinte vor allem den Verkauf von Mittelfeldstar Diego 2009 an Juventus Turin.

Beim Gewinn der Kapitalgesellschaft gab‘s dagegen keine neue Bestmarke. Der Rekord aus dem Jahr 2007 (8,3 Millionen Euro) wurde klar verfehlt – und auch an die 6,2 Millionen aus dem Vorjahr kam Werder nicht annähernd heran. Das Geschäftsjahr 2010 haben die Bremer „mit einem Gewinn von 1,1 Millionen Euro abgeschlossen“, berichtete Allofs und ergänzte: „Der Gewinnrückgang erklärt sich aus der Tatsache, dass wir vermehrt in den Kader investiert, zum Beispiel junge Spieler wie Aaron Hunt und Philipp Bargfrede langfristig an uns gebunden haben.“

Insgesamt zog der Vorsitzende der Geschäftsführung ein positives Fazit: „Die Gesellschaft bleibt auch weiterhin ihrer Geschäftsphilosophie treu und operiert schuldenfrei. Der Kader ist zudem hochwertig besetzt.“

Die 16 Millionen Euro Mehrkosten für den Stadion-umbau verkündete Allofs zwar ein wenig zähneknirschend, er betonte aber auch: „Wir sind der Überzeugung, dass zusätzliche Maßnahmen wie die Verbesserung der technischen Infrastruktur erforderlich sind, um konkurrenzfähig zu bleiben.“

Zuvor hatte Werder-Präsident Klaus-Dieter Fischer sichtlich stolz die Mitgliederentwicklung präsentiert. „2002 waren wir in der Bundesliga Drittletzter, nur Freiburg und Cottbus hatten noch weniger Mitglieder“, erinnerte Fischer. 2009 waren es schon 36 000 – und in diesem Jahr sind‘s 40 000. „Ich hoffe, im nächsten Jahr auf 45 000 zu kommen“, wünscht sich der Präsident.

Bei den zahlreichen Ehrungen traten auch drei Profis nach vorne. Philipp Bargfrede, Felix Wiedwald und Wesley erhielten die silberne Leistungsnadel für ihre ersten Berufungen in eine Nationalmannschaft.

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