Enschede soll für Werder der Startpunkt einer erneuten Erfolgsserie werden / Das Ziel heißt Hamburg

Die nächste Mission beginnt

Bremer Frust nach dem verlorenen Finale in Istanbul. Bei Twente Enschede startet Werder morgen die „Diesmal-machen-wir-es-besser-Mission“.

Werder-Bremen - Von Carsten Sander · Die Erinnerung an Istanbul ist noch nicht verblasst. Die Enttäuschung über das verlorene UEFA-Cup-Finale, das Wissen um die verpasste Chance. Es war am 20. Mai 2009, als für Werder Bremen mit dem 1:2 nach Verlängerung gegen Schachtjor Donezk der Traum vom zweiten internationalen Titel der Club-Geschichte platzte. Doch morgen beginnt ein neuer Anlauf. Mit dem Hinspiel des Sechzehntelfinales der Europa League bei Twente Enschede (19.00 Uhr/SAT.1 und Sky live) startet die nächste Mission. Es ist die „Diesmal-machen-wir-es-besser-Mission“.

Zwar posaunt es niemand laut und deutlich heraus, aber es ist schon zu verstehen, welches Ziel sich Werder Bremen für die K.o.-Runden gesetzt hat: Das Endspiel am 12. Mai in Hamburg erreichen und gewinnen. „So ein Wettbewerb ist doch nur dann reizvoll, wenn man ins Finale kommt“, sagt beispielsweise Verteidiger Per Mertesacker. Und Trainer Thomas Schaaf macht aus seinen Ambitionen ebenfalls keinen Hehl: „Wenn man in der Europa League antritt, dann will man sie auch gewinnen.“

Im vergangenen Jahr war Werder – als Champions-League-Absteiger spät eingestiegen – dicht davor. Diesmal hat das Team die Gruppenphase absolviert und ist ohne Niederlage und mit nur einem Unentschieden souverän durch selbige marschiert. Das gibt Selbstvertrauen. Schaaf fasst es in Worte: „Wir wissen, dass oft die Tagesform entscheidet. Wir wissen aber auch, dass für uns viel drin ist. Wenn man die Möglichkeiten unserer Mannschaft sieht, weiß man, dass wir viele Teams schlagen können.“ Twente Enschede ist Nummer eins auf der Liste.

Im vergangenen Jahr hieß der Gegner in der gleichen Runde AC Mailand – ein dicker Brocken, den Werder aus dem Weg räumte. Enschede ist im Vergleich ein Kieselstein – jedenfalls die internationale Reputation betreffend. Seit mehr als 30 Jahren haben die Niederländer nach der Winterpause kein Europapokalspiel mehr gewonnen, schieden immer entsprechend früh aus. In der Gruppenphase der laufenden Saison wären die Niederländer fast über den FC Sheriff Tiraspol aus Moldawien gestolpert (0:2 in Tiraspol), qualifizierten sich am letzten Spieltag aber mit einem 2:1 bei Gruppensieger Fenerbahce Istanbul für die die K.o.-Runde.

National ist Twente derzeit jedoch top. Erst eine Niederlage, Platz zwei in der Eredivisie – das nötigt Thomas Schaaf Respekt ab: „Enschede hat nicht den ganz großen Namen, aber wir müssen sehr gut drauf sein, um gegen das Team zu bestehen.“ Die bereits angesprochene Tagesform muss in Hin- und Rückspiel (25. Februar in Bremen) eben stimmen.

Genau das könnte für Werder auf dem Weg nach Hamburg zum Problem werden. Bislang fiel das Team von einem Extrem ins andere. Erst drei Niederlagen, dann drei Siege – das ist die Bilanz 2010 vor dem Auftritt in Enschede. „Wir haben eine Mannschaft, die noch Schwankungen unterworfen ist“, beschreibt Schaaf die Situation. Aktuell stimmt zwar der Trend, die Krise ist bewältigt. Aber ist die gute Form auch stabil? „Optimal ist es noch nicht“, antwortet Rechtsverteidiger Clemens Fritz, „doch wir sind auf dem Weg zu alter Stärke.“

Eine Stärke, die Werder im vergangenen Jahr bis ins Finale des UEFA-Cups getragen hat. „Das wollen wir wieder schaffen – auch wenn es noch ein extrem weiter Weg ist“, so Fritz.

Einzelkritik: Delaney lässt sein Potential aufblitzen

Einzelkritik: Delaney lässt sein Potential aufblitzen

Fieberhafte Suche nach Vermissten an verschüttetem Hotel

Fieberhafte Suche nach Vermissten an verschüttetem Hotel

Schürrle und Piszczek stechen Bartels aus

Schürrle und Piszczek stechen Bartels aus

BVB zurück auf Königsklassen-Kurs

BVB zurück auf Königsklassen-Kurs

Meistgelesene Artikel

Das große Pizarro-Rätsel: Startet er noch mal durch?

Das große Pizarro-Rätsel: Startet er noch mal durch?

Gnabry und Eilers für "Tor des Jahres" nominiert

Gnabry und Eilers für "Tor des Jahres" nominiert

Jetzt ist es fix: Sternberg wechselt doch nach Budapest

Jetzt ist es fix: Sternberg wechselt doch nach Budapest

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

Kommentare