Petersen und Hunt treffen

Das nächste Defensiv-Desaster

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Schwarz gekleidete Bremer Trauergesellschaft: Für Luca Caldirola, Santiago Garcia, Assani Lukimya, Nils Petersen und Philipp Bargfrede (v.l.) gab es auch in Berlin nichts zu gewinnen. · Foto dpa

Berlin - Die Wiedergutmachung ist nicht gelungen. Werder Bremen verlor gestern Abend bei Aufsteiger Hertha BSC in Berlin mit 2:3 (2:2) und verpasste es, die Kurve zu kriegen und sich im Abstiegskampf ein wenig Luft zu verschaffen. In den vergangenen sieben Partien haben die Bremer nun 25 Gegentore kassiert – und wenn sie weiter so verteidigen, wird’s verdammt eng mit dem Klassenerhalt.

Da helfen dem Tabellen-14. dann auch die positiven Momente im Offensivspiel nicht mehr. Werder-Coach Robin Dutt hatte sein Team im Vergleich zu der 0:7-Schmach gegen Bayern München nur auf einer Position verändert. Kapitän Clemens Fritz (muskuläre Probleme im Oberschenkel) blieb auf der Ersatzbank. „Er verspürt noch ein leichtes Ziehen. Deshalb haben wir vereinbart, dass er erst mal draußen sitzt. Aber wenn alle Stricke reißen, kommt er rein“, erklärte Dutt kurz vor dem Anpfiff. Für Fritz rutschte Theodor Gebre Selassie aus dem defensiven Mittelfeld zurück auf seine angestammte Position als Rechtsverteidiger, wo er ein Schwachpunkt war.

Die in schwarz-weiß gekleideten Gäste spielten in einem 4-1-4-1-System und begannen vor 48 721 Zuschauern stark, waren gleich richtig drin und gingen mit ihrer ersten Torchance prompt in Führung. Aaron Hunt legte zurück auf Petersen, der fulminant aus 20 Metern ins linke Eck traf – 1:0 (15.). Ein Tor, des den zuletzt so verunsicherten Bremern Sicherheit hätte geben müssen. Tat es aber nicht! Gerade mal zwei Minuten später hatte die Hertha ihren ersten vielversprechenden Angriff. Per Skjelbred brach über links durch, Gebre Selassie legte ihn im Sechzehner. Strafstoß für Berlin – und Adrian Ramos verwandelte cool zum schnellen Ausgleich (17.). Für die Hausherren war es das erste Heim-Tor nach zuvor drei Partien ohne eigenen Treffer im Olympiastadion.

Die Visiere waren danach hochgeklappt. Wieder nur eine Minute später bediente Santiago Garcia per Linksflanke Eljero Elia, doch nach dem Kopfball-Aufsetzer des Niederländers flog der Ball knapp drüber (18.). Besser machte es auf der anderen Seite Ramos. Der Kolumbianer zog nach Skjelbred-Pass davon und schoss mit links ins lange Eck – 2:1 (27.). Schon wieder zwei Werder-Gegentore nach nicht mal einer halben Stunde! Der Vorteil durch die Führung war futsch, hergegeben durch mangelnde und fahrlässige Defensivarbeit.

Vorne funktionierte es dagegen deutlich besser – mit einem Klasse-Konter gelang das 2:2. Hunt marschierte, kam nach Doppelpass mit Petersen wieder an den Ball und vollendete mit seinem schwächeren rechten Fuß in die rechte Ecke (32.). Werder nun im Aufwind? Mitnichten, denn Herthas Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Ramos stand erneut sträflich frei, verzog jedoch (37.).

„Unsere individuellen Fehler sind momentan zu groß. Aber die Mannschaft kommt immer zurück – und deshalb habe ich ein gutes Gefühl, dass wir hier heute etwas mitnehmen“, meinte Werder-Sportchef Thomas Eichin in der Halbzeitpause.

Hoffnungsfroh hatte der 47-Jährige gerade wieder Platz genommen, da schepperte es zum dritten Mal im Bremer Kasten. Nach einer Linksflanke kam Herthas Peter Pekarik ungedeckt zum Kopfball. Werder-Keeper Raphael Wolf parierte stark – doch dann war kein Bremer bei Ronny, der mühelos zum 3:2 einschob (48.). Erneut waren Werders Comeback-Qualitäten gefragt, doch fortan ließen sich die Berliner nicht mehr so leicht übertölpeln. Sie machten hinten dicht. Trotzdem hätte Hunt beinahe noch das 3:3 besorgt, doch Hertha-Keeper Thomas Kraft lenkte seinen Freistoß gerade noch an den Innenpfosten (87.) und vereitelte die letzte Großchance.

Bilder vom Spiel

Werder Bremen zu Gast bei Hertha BSC

Werder hat in den vergangenen zehn Bundesliga-Spielen nur ein Mal gewonnen (3:2 gegen Hannover) und ist mit 28 Punkten das schlechteste Team der drei deutschen Profiligen im Jahr 2013 – äußerst erschreckende und alarmierende Zahlen. · mr

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