In der Nacht wird Dutts Ende beschlossen

Die Chronologie eines Rauswurfs

Dutt in Bremen freigestellt

Bremen - Freitagabend, cirka 22.20 Uhr: Betont langsam schlendert Robin Dutt vom Rasen. Vorher hat er seine Spieler nach der 0:1-Pleite gegen den 1. FC Köln abgeklatscht, seine Mitarbeiter umarmt. Szenen des Abschieds, denn Dutt musste ahnen, dass die Partie seine letzte als Trainer des SV Werder Bremen gewesen sein würde. Und so war es auch. Was nach dem Abpfiff geschah – zusammengefasst als Chronologie eines Rauswurfs.

Freitag, 23.00 Uhr: Vor dem Stadion fordern ungefähr 200 Fans die Spieler und Verantwortlichen zur Aussprache. Sie haben die Nase voll von der Erfolglosigkeit unter Dutt.

Samstag, kurz nach 0.00 Uhr: Die Fans sind abgezogen, auf der Geschäftsstelle geht jetzt aber das Licht an. Die Geschäftsführung mit Klaus Filbry, Thomas Eichin und Klaus-Dieter Fischer trifft sich, um die Situation zu diskutieren. Mit dabei sind auch die Direktoren Rouven Schröder und Frank Baumann. „Es gab eine klare Tendenz. Wir waren uns alle einig, dass wir einen neuen Impuls setzen müssen“, erklärt Eichin später. Dutts Ende ist besiegelt.

8.22 Uhr: Obwohl die Entscheidung bereits gegen ihn gefallen ist, fährt Robin Dutt am Weserstadion vor. Beginn eines Arbeitstages. Sein letzter bei Werder.

10.07 Uhr: Die Mannschaft kommt zum Training aus der Kabine. Im Pulk mit dabei ist Robin Dutt.

10.24 Uhr: Nach dem Aufwärmen beginnt ein Spielchen auf vier kleine Tore. Dutt steht am Rand, schaut mit verschränkten Armen zu. Nur 20 bis 30 Fans und ähnlich viele Journalisten beobachten ihn.

11.18 Uhr: Trainingsende. Dutt marschiert schnellen Schrittes und allein zurück ins Stadion. Noch weiß niemand, ob er beurlaubt ist oder nicht.

12.00 Uhr: Ungefähr um diese Zeit beginnt an einem nicht bekannten Ort die gemeinsame Sitzung von Aufsichtsrat und Geschäftsführung. Der Dutt-Rauswurf wird final beschlossen.

15.20 Uhr: Werder verschickt eine Pressemitteilung: Robin Dutt freigestellt, Viktor Skripnik neuer Cheftrainer.

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