Werder überwintert auf Relegationsplatz

Nachlässig in der Nachspielzeit

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Ishak Belfodil (im Zweikampf mit Mainz’ Abdou Diallo) vertrat den verletzten Max Kruse und erzielte sein erstes Bundesliga-Tor.

Bremen - Im Grunde genügte am Samstagabend schon ein einziger Satz, und die ganze Enttäuschung von Florian Kohfeldt war im Presseraum des Bremer Weserstadions greifbar.

„Ein langer Ball noch hinten raus, und das Ding ist durch“, haderte der Werder-Trainer, der genau diesen langen Ball von seiner Mannschaft in der Schlussphase nicht mehr zu sehen bekommen hatte. Dafür aber den späten Ausgleichstreffer des FSV Mainz 05. Mit 2:2 endete also ein Spiel, in dem Werder zur Pause schon 2:0 geführt und alles im Griff gehabt hatte. Das Ziel, die Abstiegszone noch vor Weihnachten zu verlassen, haben die Bremer dadurch verpasst. Sie überwintern nun auf dem Relegationsplatz – konnten dem bei aller Enttäuschung aber auch etwas Positives abgewinnen.

„Wir wissen natürlich, dass wir uns in einer sehr schwierigen Situation befinden“, sagte Sportchef Frank Baumann, erinnerte dann aber daran, dass es „vor ein paar Wochen noch viel schlimmer aussah“. Mit jetzt 15 Punkten auf dem Konto hat Werder den Sprung über den Strich nicht geschafft, der Anschluss ans untere Mittelfeld der Tabelle ist aber hergestellt. „Wenn uns das einer vor ein paar Wochen nach dem Frankfurt-Spiel gesagt hätte, dann hätten wir es sofort unterschrieben“, hob Kohfeldt hervor. Als großartiger Trost diente ihm das kurz nach dem Mainz-Spiel jedoch nicht. „Klar tut das heute richtig weh.“

Erst Traumstart, dann Last-Minute-Schock

Werder musste vor der Partie die kurzfristigen Ausfälle von Max Kruse (Adduktorenprobleme) und Zlatko Junuzovic (muskuläre Probleme in der Wade) verkraften. Da die Saison für Fin Bartels (Achillessehnenriss) ohnehin längst gelaufen ist, dürften nicht viele unter den 38.200 Zuschauern im Weserstadion damit gerechnet haben, was sie dann im ersten Durchgang von den Hausherren geboten bekamen. Kohfeldt ließ seine Mannschaft im 4-1-4-1-System auflaufen, mit Ishak Belfodil als einziger Spitze – und Werder erwischte einen Traumstart! Bereits in der zweiten Minute traf der starke Philipp Bargfrede per platziertem Flachschuss zum 1:0. Nicht viel später erhöhte Belfodil per Kopfball-Bogenlampe auf 2:0 (17.).

Die Gäste waren in Person des Ex-Bremers Levin Öztunali zwischendurch an der Latte gescheitert (6.), und Werder-Keeper Jiri Pavlenka rettete später stark gegen Pablo De Blasis (34.) – ansonsten war von Mainz vor der Pause aber nichts zu sehen. „Wir haben es in der ersten Halbzeit wirklich gut gemacht“, fand Werders Innenverteidiger Niklas Moisander und lag damit richtig. Einziger Vorwurf: Die Bremer hätten eine ihrer zahlreichen weiteren Chancen nutzen müssen. Allein Florian Kainz (7./21./32.) vergab dreimal aus guter Position. Maximilian Eggestein wurde im letzten Moment von Mainz-Keeper Robin Zentner gestoppt (26.).

„In der Pause haben wir besprochen, dass wir aktiv bleiben wollen“, berichtete Kohfeldt. Es war ein Plan, der nur zum Teil aufging. Werder überließ Mainz nun mehr und mehr das Spiel und versuchte, mit dem einen entscheidenden Konter alles klar zu machen. „Vielleicht haben wir uns zu sehr aufs Verteidigen konzentriert“, sagte Baumann, der ab der 70. Minute womöglich schon Böses geahnt hat. Moisander konnte den eingewechselten Robin Quaison im Strafraum nicht entscheidend stören – nur noch 2:1.

Werder fing sich danach wieder und wäre durch Belfodil beinahe zum 3:1 gekommen (83.), stand kurze Zeit später aber dennoch als gefühlter Verlierer da. In der Nachspielzeit hatte De Blasis nach einem Einwurf das Auge für den freistehenden Fabian Frei, der aus kurzer Distanz das 2:2 besorgte. Urplötzlich machte sich Stille im Weserstadion breit. Mit adventlicher Besinnlichkeit hatte das jedoch nichts zu tun.

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Quelle: DeichStube

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