3:0-Triumph gegen RB Leipzig

Der Ösi-Tag: Werder feiert Kaiserschmarrn-Sieg

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Zlatko Junuzovic (r.) und Florian Kainz trafen jeweils beim 3:0-Sieg gegen RB Leipzig.

Bremen - Von Björn Knips. Werder Bremen klettert durch den 3:0 (1:0)-Sieg dank seiner drei Österreicher gegen RB Leipzig auf den 13. Tabellenplatz.

Zlatko Junuzovic konnte es nicht fassen. „Dass drei Österreicher für uns treffen, das ist der Wahnsinn“, schwärmte der Werder-Kapitän nach dem im Abstiegskampf so wichtigen 3:0 (1:0)-Sieg gegen RB Leipzig und fügte noch breit grinsend an: „Um eine Runde Kaiserschmarrn werden wir wohl nicht herumkommen.“

Junuzovic selbst (34.), Florian Grillitsch (59.) und Florian Kainz (90.) hatten einen vor Spielbeginn nicht für möglich gehaltenen Sieg herausgeschossen. Schließlich waren gegen den Tabellenzweiten neben Clemens Fritz auch noch kurzfristig die Stars Max Kruse und Serge Gnabry verletzungsbedingt ausgefallen. Doch das machten die Bremer mit jeder Menge Teamgeist wett und bauten ihre Serie auf 13 von 15 möglichen Punkten in den letzten fünf Spielen aus. So gelingt der Klassenerhalt!

Werders Tag der Österreicher bekam durch den Gegner noch eine ganz besondere Note. Denn Aufsteiger RB Leipzig lebt nicht nur von den Millionen eines Getränkeherstellers aus Österreich, sondern auch von der guten Arbeit von Trainer Ralph Hasenhüttl, der ebenfalls aus der Alpenrepublik stammt. „Mir ist es relativ egal, wer die Tore gegen mich macht, alle tun gleich weh“, fand Hasenhüttl diese Geschichte längst nicht so kurios wie die Bremer. Immerhin lobte er seine Landsleute noch: „Die ersten beiden Tore waren schon schön.“

Einzelkritik: Junuzovic ein Anführer, Delaney der Dirigent 

Viel lieber aber haderte Hasenhüttl mit der Chancenverwertung seines Teams. Der Gast hatte nämlich durchaus stark begonnen. Doch Leipzigs Top-Stürmer Timo Werner scheiterte freistehend am wieder starken Werder-Keeper Felix Wiedwald (11.), Emil Forsberg schoss genauso frei am Tor vorbei (26.). „Da haben wir auch etwas Glück gehabt“, gestand Sportchef Frank Baumann. Das galt auch für die dann etwas überraschende Führung (34.), meinte zumindest der Torschütze. 

„Dass der reingeht, ist schon ein bisschen Glück“, gestand Junuzovic nach seinem Fernschuss, den er sich mit einer beherzten Aktion selbst aufgelegt hatte: „Aber man kann auch sagen, dass ich dieses Tor erzwungen habe.“ Und das sogar gegen die eigenen Kollegen. Thomas Delaney und Claudio Pizarro hätten ihm den Ball beinahe noch stiebitzt, doch der starke Junuzovic war einfach zu zielstrebig. Vielleicht lag es auch an seinem Geheimnis, das er wenige Tage vor dem Spiel verraten hatte: Werders Kapitän trinkt kurz vor einem Spiel immer eine Dose - Achtung! - Red Bull.

Im Prinzip war auch Leipzigs Marcel Sabitzer in der 39. Minute sehr zielstrebig unterwegs, doch sein feiner Schlenzer sprang vom Innenpfosten tatsächlich zurück ins Feld (39.). Eine Millimeter-Geschichte! Werder atmete durch – und die Fans begleiteten ihre Lieblinge mit großem Jubel in die Kabine. Vor zwei Wochen hatte es gegen Darmstadt noch ein gellendes Pfeifkonzert gegeben.

Nouri: „Ich hoffe, die Gastwirte haben genug kaltes Bier“

Doch diesmal war alles anders, den Gastgebern schmeckt die Außenseiterrolle einfach besser. Und nach dem Wechsel wurde auch die Abwehr noch stabiler. Mit einer Mördergrätsche stoppte Theodor Gebre Selassie fünf Meter vor dem Tor den einschussbereiten Werner (54.). „Es ist überragend, wie jeder für jeden kämpft“, schwärmte Coach Alexander Nouri. Und nicht nur das funktionierte prächtig. Mit einer einstudierten Freistoß-Variante gelang Grillitsch per Direktabnahme nach einer flachen Hereingabe von Junuzovic das 2:0 (59.). Co-Trainer Florian Bruns hatte sich das ausgedacht – und wurde dafür von seinem Chef Nouri gefeiert: „Florian ist da unglaublich fleißig. Er erarbeitet sich das mit den Spielern.“

Leipzig versuchte zwar wirklich alles, prallte aber an einer Werder-Wand aus Leidenschaft und Willensstärke ab. Das Publikum feierte Werder schon wieder als Nummer eins im Norden, während die Bremer einen Konter nach dem anderen Richtung Leipziger Tor schickten. In der Schlussminute vollstreckte dann der eingewechselte Kainz, nachdem Aron Johannsson Keeper Peter Gulacsi angeschossen hatte. Für den Österreicher Kainz war es sein erstes Pflichtspieltor für Werder, eingeleitet übrigens von seinem Landsmann, den an diesem Tag überragenden Junuzovic.

Die Fans waren wie berauscht, sangen so laut sie konnten „Oh, wie ist das schön, so was hat man lange nicht gesehen“. In der Tat, drei Werder-Tore in einem Spiel hatte es in dieser Saison noch nicht gegeben. Und so einen hohen Sieg schon gar nicht. Da war auch Nouri ziemlich aus dem Häuschen: „Wir haben die Fans und die Gastwirte im Viertel belohnt. Ich hoffe, sie haben genug kaltes Bier.“ Bremen feiert, die Mannschaft darf das auch. Der Trainer gab quasi feierfrei, aber mahnte zugleich: „Wir sollten bescheiden bleiben. Man muss nur auf die Tabelle gucken, es ist immer noch ganz eng.“

Immerhin wurden Wolfsburg und Augsburg überholt. Trotzdem ist es da ganz gut, dass Gnabry und Kruse nicht schwerer verletzt sein sollen. Allerdings wird Gnabry seine Länderspielreise zur U21-Nationalmannschaft wegen muskulärer Probleme wohl absagen.

Quelle: DeichStube

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