Nach den Verhandlungen mit dem Peruaner geht es nun um die Geldbeschaffung

Für Pizarro wird Werder richtig kreativ

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Eine Lichtgestalt! Claudio Pizarro steht in Bremen mal wieder im Rampenlicht, obwohl er noch gar nicht da ist.

Bremen - Die beliebteste Internet-Seite, auf der Werder-Fans diskutieren, brach gestern zusammen. Das Pizarro-Fieber hatte das „Worum“ flachgelegt, so heiß sind die Fans auf die Rückkehr des Peruaners. Und Werder ist es auch! Sportchef Thomas Eichin hat sich in dieser Woche mit Carlos Delgado, dem Berater von Claudio Pizarro, getroffen. Weitere Gespräche sind geplant. Werder ist im Rennen um den 36-Jährigen – und kümmert sich bereits um eine kreative Finanzierung. Denn eigentlich kann sich der Club einen Star wie Pizarro am Ende einer Transferperiode nicht mehr leisten.

Stolze vier Millionen Euro pro Jahr hat Pizarro zuletzt beim FC Bayern verdient. Sein Vertrag lief am Saisonende aus, die Bayern wollten nicht verlängern, Trainer Pep Guardiola setzte nicht mehr auf den Peruaner. Der ist nun ablösefrei und darf als arbeitsloser Profi auch nach Transferschluss wechseln. Will er nach Bremen, muss Pizarro finanziell große Abstriche machen. Maximal 1,5 Millionen Euro für die noch zehn Monate dieser Saison sind dem Vernehmen nach drin. Und selbst dafür muss sich Werder ziemlich strecken. Das eigene Budget gibt die Summe nicht mehr ganz her, deshalb sucht der Club externe Geldgeber. Bremer Kaufleute sollen die spektakuläre Rückholaktion des Stürmers mitfinanzieren. Der Name Pizarro dürfte dabei eine wichtige Rolle spielen. In seinen bisherigen Werder-Zeiten (1999 bis 2001 und 2008 bis 2012) war der Angreifer absoluter Publikumsliebling. Nicht nur wegen seiner vielen Tore, sondern auch wegen seiner sympathischen Art. Sein Lächeln verzauberte Werder. Nun soll es Geldbeutel öffnen.

Es gibt aber einen weiteren Plan: Pizarro soll ein Abschiedsspiel im Weserstadion geschenkt bekommen – oder besser gesagt die kompletten Einnahmen. Werder würde Stadionmiete und Organisation übernehmen. Für Pizarro wäre durch dieses Entgegenkommen eine Zusatzeinnahme von etwa 500000 Euro drin.

Ungefähr das Doppelte sollen private Sponsoren aufbringen, um Pizarro zu verpflichten. Den Rest müsste Werder tragen. Das sollte auch in schwierigen Zeiten noch möglich sein. Zumal Eichin am Ende der Transferperiode betont hatte, dass der Club extra für möglicherweise notwendige Verstärkungen in der Winterpause Geld zurückbehalten habe. Das könnte nun zum Einsatz kommen – quasi als Vorgriff.

Aber warum wird Werder erst jetzt aktiv? Pizarro war kein Kandidat als Ersatz für Franco Di Santo, der plötzlich und unerwartet zum FC Schalke verschwunden war. Der Bundesligist wollte einen voll einsatzfähigen Ersatz, auch einen Spieler mit Perspektive. Die Wahl fiel auf Aron Johannsson, den 24-jährigen US-Isländer vom AZ Alkmaar in Holland (Ablöse: 4,5 Millionen Euro). Pizarro wurde wegen seines Alters (Anfang Oktober wird er 37 Jahre alt) und seiner Verletzungsanfälligkeit (vergangene Saison immer wieder muskuläre Probleme) nicht zugetraut, ein Stammspieler zu sein. Deshalb auch das öffentliche „Nein“ von Eichin zu Pizarro.

Trotzdem behielt der Sportchef den Peruaner weiter im Blick – und hörte ihn vor seiner offiziellen Verabschiedung vor einer Woche beim FC Bayern via FCB-TV sagen: „Ich habe immer gesagt, Bremen ist ein wichtiger Verein und eine wichtige Stadt für mich, dort habe ich viele Freunde. Es ist immer eine Möglichkeit für mich.“ Und auch Werder sah nun die Möglichkeit, Pizarro als gute Ergänzung für den Kader zu verpflichten. Sicher zunächst als Joker, weil dem Angreifer nach wochenlanger Pause die Fitness fehlt. Sein letztes Spiel hat er am 29. Juni bei der Copa Amerika bestritten – als Einwechselspieler bei der 1:2-Halbfinalpleite gegen Chile. Danach hat Pizarro lange Urlaub gemacht. Seit knapp zwei Wochen absolviert er ein individuelles Training in München, wo er noch immer wohnt und wo er auch nach seiner Karriere leben will.

Aber nun könnte es erst einmal nach Bremen gehen. Dafür ist der Starkicker offenbar auch zu finanziellen Abstrichen bereit. Ansonsten wären die Verhandlungen längst gescheitert, das Thema erledigt. Aber das ist es nicht. Allerdings sind auch andere Clubs dran – aus der Bundesliga vor allem der FC Augsburg. Auch dem VfL Wolfsburg wird Interesse nachgesagt. Aus der Wüste gibt es sogar richtig lukrative Angebote. Doch am heißesten ist es bei Werder und im „Worum“…

kni

Pizarro-Momente bei Werder Bremen

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