Werder ist unter Hochspannung – und will das heute in Mainz nutzen

Nach dem Trainingszoff geht es bissig weiter

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Sokratis geht Marko Arnautovic an die Gurgel – und „Ringrichter“ Mehmet Ekici hat größte Mühe, die Streithähne zu trennen. ·

Bremen - Es knisterte am Osterdeich. Die zwanzig Werder-Profis auf dem Trainingsplatz waren sich gestern beim Abschlussspiel alles andere als grün. Ein Foul hier, eine abfällige Handbewegung da und obendrauf noch ein Wutanfall von Eljero Elia, der sich lautstark über eine Schiedsrichter-Entscheidung und den unglücklichen Ellbogen-Einsatz von Theodor Gebre Selassie beschwerte. Doch das war gar nichts gegen den Trainingszoff vom Vortrag zwischen Sokratis und Marko Arnautovic.

Deren Handgemenge mit Ohrfeige spielten die Beteiligten gestern aber nicht nur herunter – Sportchef Thomas Eichin findet die aggressive Stimmung mit Blick auf die heutige Bundesliga-Partie in Mainz (15.30 Uhr / im Liveticker auf Kreiszeitung.de) sogar positiv.

„Es ist gut, wenn Zug im Training ist. Ich sehe das gerne. Wir werden in Mainz Biss haben, da bin ich mir ganz sicher“, verkündete Eichin und hakte den Trainingszoff vom Donnerstag schnell ab: „Das gab es früher zuhauf, nur jetzt wird eben alles medial begleitet und es steht am nächsten Tag groß in der Zeitung. Marko will sich eben wieder in die erste Elf beißen. Aggressivität im Training gehört dazu, da fällt auch mal ein blöder Spruch. Das ist normal. Anschließend gibt man sich die Hand, dann ist das erledigt.“

Ob es diese Versöhnungsgeste auch zwischen Sokratis und Arnautovic gegeben hat, ist nicht bekannt. Der Österreicher berichtete immerhin: „Wir haben darüber gesprochen, es ist alles okay.“

Bilder vom Abschlusstraining

Bargfrede im Kader gegen Mainz

Gesprächsbedarf gab es ausreichend. Denn der Vorfall kurz vor Trainingsende am Donnerstag war schon heftig. Nach einem Zweikampf mit Sokratis ging Arnautovic zu Boden und schlug unglücklich mit dem Kopf auf. Als der Grieche seinem Werder-Kollegen auf die Beine helfen wollte, wurde er barsch weggestoßen. Sokratis trottete davon, blieb aber plötzlich stehen, drehte sich um, steuerte auf Arnautovic zu und ging ihm an die Gurgel. Offenbar hatte ihn der Österreicher beschimpft. Mehmet Ekici ging sofort dazwischen, konnte Sokratis aber kaum bändigen. Und so bekam Arnautovic noch eine Ohrfeige ab, ehe die herbeigeeilten Assani Lukimya und Torwarttrainer Michael Kraft die Streithähne endgültig trennten.

Thomas Schaaf hatte sich die handfeste Auseinandersetzung im Stile eines Oberschiedsrichters genau angeschaut. Der Trainer schickte Arnautovic mit den anderen Spielern zum Auslaufen und nahm sich Sokratis zur Seite. Damit war für den 51-Jährigen das Thema erledigt. „Ich habe nicht mehr mit ihnen gesprochen, das tut nicht Not“, erklärte Schaaf gestern: „Wir haben Zweikämpfe, dann regt man sich auch mal auf, aber dann geht der Puls auch wieder runter.“ Dass der Puls gestern beim Abschlusstraining für die Mainz-Partie ziemlich oft nach oben schnellte, fand der Coach prima: „Es war gut Feuer drin, so ist das in Ordnung.“

So soll es heute in Mainz weitergehen. Denn im Abstiegskampf muss Werder dringend punkten, damit Augsburg nicht noch näher heranrückt. Momentan beträgt der Vorsprung sechs Zähler. Doch Augsburg empfängt heute ausgerechnet die auswärtsschwachen Hannoveraner, da könnte es den nächsten Dreier geben. „Wenn wir gewinnen, müssen wir nicht auf Augsburg gucken“, sagte Nils Petersen, gestand aber sogleich: „Ich hätte nichts dagegen, wenn Augsburg verliert.“ Dann würde sich Werder mit einem Sieg ein Neun-Punkte-Polster verschaffen, das Thema Abstieg hätte sich wohl erledigt – und die Stimmung im Team wäre sicherlich nicht mehr so angespannt. · kni

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