Nach tipico steigt im Sommer auch die Targobank aus / Filbry optimistisch

Zwei Sponsoren weg: Werder fehlen drei Millionen Euro

+
Fin Bartels wird nach seiner Knöchelverletzung zurückkommen, doch die Targobank-Logos verschwindeen bald vom Gelände des Weserstadions: Das Geldinstitut zieht sich zum Saisonende als Werder-Sponsor zurück.

Bremen - Die Gerüchte gab es schon länger, jetzt ist es offiziell: Die Targobank beendet am Saisonende ihr finanzielles Engagement beim SV Werder Bremen. Nach Wettanbieter tipico steigt damit schon der zweite Topsponsor aus. Ein herber Verlust für Werder. Denn für die nächste Spielzeit fehlen damit rund drei Millionen Euro – zwei von der Targobank, eine von tipico. „Werder geht deshalb nicht unter“, sagt Clubchef Klaus Filbry, gesteht allerdings zugleich: „Wir müssen diese beiden Branchen wieder besetzen. Das ist wie bei einem Linksverteidiger. Haben Sie keinen, dann müssen Sie einen verpflichten.“

Finanzdienstleister und Wettanbieter bringen dem Bundesligisten große Einnahmen. Die Targobank war ab 2007 sogar Hauptsponsor bei Werder – damals noch als Citibank. Acht Millionen Euro pro Jahr spülte das in die Kassen. 2012 wurde aus dem Haupt- ein Topsponsor, seitdem gibt zwei Millionen Euro jährlich – und bald gar nichts mehr.

„Das ist ein Vorgang, der in unserer Branche normal ist. Das ist schade, es bietet aber auch die Chance, einen neuen Partner zu gewinnen“, sagt Filbry und versichert: „Wir sind in konkreten Gesprächen und hoffen, in absehbarer Zeit einen neuen Partner im Bereich Finanzdienstleistungen präsentieren zu können.“

Ähnliches gelte auch für den Bereich Wettanbieter. Schon vor Wochen war bekannt geworden, dass tipico seinen Vertrag auslaufen lässt. Das Unternehmen auf Malta zieht sich auch bei anderen Bundesligisten zurück, um beim FC Bayern einzusteigen. Dort macht bwin den Weg frei. Dem Konkurrenten sind dem Vernehmen nach die Forderungen des Rekordmeisters zu hoch geworden.

Zu einer möglichen Rückkehr von bwin zu Werder will sich Filbry nicht äußern. Im Sommer 2006 war bwin als Hauptsponsor bei den Grün-Weißen vorgestellt worden, hatte dann aber in Bremen und anderen Bundesländern mit einem Werbeverbot zu kämpfen. Die Zusammenarbeit wurde einvernehmlich beendet – für Werder war es finanziell sogar gut, denn vom Nachfolger Citibank gab es pro Saison zwei Millionen mehr – also acht Millionen Euro.

Werder profitierte damals vom sportlichen Höhenflug, war als Dauergast in der Champions League besonders attraktiv. Davon konnte in den vergangenen Jahren nicht die Rede sein. Doch Trainer Viktor Skripnik machte aus dem Tabellenletzten in Windeseile einen Anwärter auf einen Platz in der Europa League. „Die Gespräche mit potenziellen Partnern sind durch die positive sportliche Entwicklung etwas leichter geworden. Dieses positive Momentum wollen wir nutzen. Hier herrscht eine Aufbruchstimmung“, sagt Filbry und behauptet: „In der Vergangenheit ist es uns immer gelungen, Abgänge nicht nur zu kompensieren, sondern wir konnten unsere Sponsoreneinnahmen stetig steigern.“

Jetzt geht es aber erst einmal darum, die Millionen-Lücke ganz schnell zu schließen. Da ist auch Vermarkter Infront gefordert. Gut für Werder: Ein kleiner Teil der fehlenden Sponsorengelder soll über Infront versichert sein.

kni

Mehr zum Thema:

Die EU erwartet nach Mays Brexit-Rede harte Verhandlungen

Die EU erwartet nach Mays Brexit-Rede harte Verhandlungen

"Es wird pompös" - Fashion Week startet durch

"Es wird pompös" - Fashion Week startet durch

Australian Open: Kerber rettet Sieg am Geburtstag

Australian Open: Kerber rettet Sieg am Geburtstag

Abstimmungen über Erdogans Präsidialsystem beginnen

Abstimmungen über Erdogans Präsidialsystem beginnen

Meistgelesene Artikel

Nächste schlechte Nachricht von Grillitsch

Nächste schlechte Nachricht von Grillitsch

Niklas Moisander: „Es fühlt sich besser an“

Niklas Moisander: „Es fühlt sich besser an“

Ekici in Trabzon suspendiert

Ekici in Trabzon suspendiert

Johannsson und Sane fehlen

Johannsson und Sane fehlen

Kommentare