Kollektives Versagen in Defensive und Offensive

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Trainer Thomas Schaaf war ganz auf Sieg eingestellt... doch daraus wurde nichts.

Bremen. Thomas Schaaf war ganz auf Sieg eingestellt. Doch mit einer desolaten Leistung seiner Mannschaft ist die Zeit in der oberen Tabellenhälfte schon vorbei. Die Enttäuschung bei den Fans ist groß. 240 Kommentare innerhalb weniger Stunden unter den Artikeln auf kreiszeitung.de sprechen eine deutliche Sprache.

Nach nur 94 Sekunden klingelte es schon im Tor von Sebastian Mielitz. Werder hatte total gepennt – speziell Kapitän Clemens Fritz. Dieser denkbar schlechte Start war auch der Anfang vom Ende.

Auch der Freistoßtreffer von Kevin De Bruyne (19.) zum 1:1 war kein Wachrüttler. Augsburg beeindruckte mit Elan, Kompaktheit und sogar Spielwitz, siegte verdient durch weitere Tore von Stephan Hain (32.) und Daniel Baier (73.).

Die Fans sind inzwischen mächtig sauer: 240 Kommentare innerhalb weniger Stunden unter den Artikeln zum Spiel Augsburg gegen Werder Bremen sprechen eine deutliche Sprache.

Interview mit Klaus Allofs nach dem Spiel:

„Klaus Allofs, haben Sie schon Worte für die schwache Leistung in Augsburg“

„Das ist eine Riesenenttäuschung. Es stand nach nicht einmal zwei Minuten 1:0, obwohl der Gegner noch kein einziges Mal Körperkontakt mit uns hatte. Wir waren nicht bereit einzusetzen, was der Gegner bereit war zu bringen.“

„Welche Erklärung haben Sie dafür?“

 „Es gibt keine, weil das keine Überraschung war - wir wussten ja, was uns erwartet. Und das wussten auch die Spieler. Ich kann deshalb nicht verstehen, warum wir uns so überfahren lassen. Dass man den Faden verliert, kann passieren. Aber wir dürfen nicht in so eine Situation kommen wie zu Beginn des Spiels.“

„Sieben Spiele, sieben Punkte - wo geht die Reise für Werder jetzt hin?“

„Wir können nicht nach jedem Spiel ein Fazit machen. Das war ein ganz, ganz schlechtes Spiel und ich bin extrem enttäuscht, dass wir nicht in der Lage waren, anders dagegenzuhalten. Aber wir müssen keine Schlüsse für die nächsten Wochen und Monate ziehen.“

„Muss man die Mannschaft nach all dem Lob jetzt anders anpacken?“

„Nein, wir müssen die Mannschaft nicht anders anpacken, weil wir das die ganze Zeit schon tun. Wir lassen uns nicht blenden. Wir müssen schnell lernen. Für gewisse Fehler habe ich Verständnis, aber für das nicht. Man kann ein Spiel mal unglücklich verlieren, aber wir waren nicht in der Lage, Zweikämpfe zu gewinnen. Mit so einer Leistung werden wir nicht nach oben kommen.“

Weitere Stimmen zum Spiel hier

Die Noten: Werder Bremen - Augsburg

Da möchte man im Boden versinken... Die Noten zum Spiel Werder Bremen gegen Augsburg © nordphoto
Sebastian Mielitz: Der erste Ball war gleich drin. Schlechter kann es für einen Torwart nicht beginnen. Und es ging schlimm weiter. Beim 1:2 schlug es im kurzen Eck ein – da gerät ein Torwart immer in den Verdacht, nicht richtig positioniert gewesen zu sein. Ganz sicher war er das beim 1:3, als der Freistoß im Torwart-Eck einschlug. Ohne Worte sein umständlicher Ausflug gegen Petrzela, nur der Pfosten verhinderte das 1:4. Note 5,5 © nordphoto
Clemens Fritz: Der Kapitän verteidigte zunächst wieder auf rechts. Er tat es sehr mangelhaft. Beim frühen 0:1 befand sich Fritz noch im Tiefschlaf, ließ Tobias Werner entwischen. Wanderte nach Gebre Selassies Einwechslung nach links, war aber auch dort kein echtes Hindernis. Note 6 © nordphoto
Sebastian Prödl: Sorgte beim 1:1 für die entscheidende Irritation im Augsburger Strafraum. © nordphoto
Dem allgemeinen Durcheinander in der Bremer Defensive stand er insgesamt hilflos gegenüber. Note 4,5 © nordphoto
Sokratis: Abwehrorganisator? Eher Ausputzer. Aber einer mit Schwächen. In der 20. Minute stoppte Sokratis den Ball sogar einschussbereit für Musona an. Beim 1:2 wollte er auf Abseits spielen, konnte Hain dann nicht einfangen. Note 4,5 © nordphoto
Lukas Schmitz (bis 45.): Hätte das 0:1 im Ansatz verhindern können, wenn er den Diagonalpass von Klavan konsequent geklärt hätte. Schmitz marschierte oft sorglos nach vorne, wurde dann abgegrätscht. Er war ein Gefahrenherd fürs eigene Team. Die Ausgewechslung folgerichtig. Note 6 © nordphoto
Zlatko Junuzovic: Zu 80 Prozent liegt es sicher am System, dass sich der Gegner 30, 40 Meter vor dem eigenen Tor – dort, wo Junuzovic als „Sechser“ aufräumen muss – meistens frei entfalten kann. Zu 20 Prozent aber auch an Junuzovic, dessen Ausrichtung mitunter zu offensiv ist. Note 5 © nordphoto
Aaron Hunt: Gab dem Spiel diesmal kaum Impulse. Beste Szene in Halbzeit eins war eine Flanke auf Arnautovic (15.). Note 5 © nordphoto
Kevin De Bruyne: Zunächst auffälliger als Hunt – und das nicht nur wegen seines Freistoßtores aus 48 Metern (!) Entfernung. Das war zwar etwas glücklich, aber der Ball muss auch so getreten werden, dass er ins Tor fällt. Nach dem erneuten Rückstand fiel aber auch ihm nichts mehr ein. Note 4 © nordphoto
Marko Arnautovic (bis 67.): Seine Torlos-Uhr stand bei 527 Minuten, als in Augsburg der Anpfiff ertönte. Sie tickte auch noch weiter, nachdem ihn Hunts Flanke erreicht hatte, Arnautovic mit einer feinen Abnahme aber das Tor verfehlte. Danach gelang ihm nichts mehr – jetzt stehen 594 Minuten auf der Uhr. Note 6 © nordphoto
Eljero Elia (bis 62.): Eine schöne Roncalli-Nummer, als er drei Augsburger austanzte (11.), doch ansonsten gelang ihm nur wenig. Musste wieder vorzeitig raus – diesmal ohne Frust-Tritt gegen eine Getränkeflasche. Note 5 © 
Joseph Akpala: Erste Wahl als einzige Spitze – doch Akpala strahlte keine Gefahr aus. Der Abschluss nach 16 Minuten und aus 16 Metern? Zu lasch. Außerdem könnte Akpala im Antritt deutlich giftiger sein. Note 6 © nordphoto
Theodor Gebre Selassie (ab 46.): Übernahm die rechte Abwehrseite, sorgte aber nicht für mehr Sicherheit in der Viererkette. Note 4 © nordphoto
Niclas Füllkrug (ab 62.): Seine Unbekümmertheit sollte Werder helfen. Der Versuch scheiterte. Note - © nordphoto
Nils Petersen (ab 67.): Kam als letzte Hoffnung und spielte Rechtsaußen. Note - © nordphoto

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