Bremen besiegt nicht nur AZ Alkmaar, sondern auch die schwarze Belek-Serie

Nach 99 Minuten ein Happy End für Werder – 2:1

Bevor Sebastian Prödl (am Ball) für Mikael Silvestre Platz machte, krönte er seine starke Leistung in der Bremer Innenverteidigung mit dem Kopfballtreffer zum entscheidenden 2:1. ·

Belek · Es geht doch: Werder Bremen hat gestern das Testspiel gegen den niederländischen Spitzenreiter AZ Alkmaar mit 2:1 (1:1) gewonnen und damit nach exakt vier Jahren und einem Tag den ersten Sieg im Trainingslager in der Türkei gefeiert. Bis der allerdings feststand, verging viel, viel Zeit.

Bis zum Happy End der acht Tage in Belek ließ der Schiedsrichter ohne erkennbaren Anlass stolze 99 Minuten spielen.

Es hatte den Anschein, als wollte der Herr aus Bulgarien irgendwie den Ausgleich für Alkmaar erzwingen. Er pfiff am Werder-Strafraum einen Freistoß nach dem anderen für die Niederländer und brachte damit speziell einen Bremer gewaltig gegen sich auf. Mediendirektor Tino Polster tobte protestierend um einen Linienrichter herum, die 250 Zuschauer hatten deshalb zusätzlichen Spaß.

Trainer Thomas Schaaf nahm die nervenaufreibende und sehr, sehr lange Schlussphase mit der ihm eigenen Ruhe hin: „Die Frage war ja, wie lange er noch spielen will. Ich weiß nicht, ob er bis zum Frühstück durchgehalten hätte.“ Und Geschäftsführer Klaus Allofs unkte über den Referee: „Dem hat das Spiel wohl gut gefallen. Ich hoffe nicht, dass andere Dinge dahinter steckten…“

Werder gewinnt 2:1 gegen Alkmaar

Werder gewinnt 2:1 gegen Alkmaar

Aber wozu die ganze Aufregung? Es war ja nur ein Testspiel. Das Werder, darauf hätte man fast wetten können, nicht gewinnen würde. Denn Werder hatte zuvor so, so lange nicht mehr in der Türkei gewonnen. Zuletzt am 10. Januar 2008 mit 2:0 gegen den SC Freiburg. Es folgten acht Niederlagen und ein Unentschieden. Doch die Kramerei in den Archiven ist jetzt vorbei. Dank der beiden besten Bremer: Spielmacher Mehmet Ekici (45./nach Fehler des Alkmaar-Keepers Esteban) und der starke Innenverteidiger Sebastian Prödl (49./Kopfball nach Ecke Lukas Schmitz) drehten nach dem Elfmeter-Treffer des Schweden Rasmus Elm (40.) eine Partie, die für einen Test ungewöhnlich viel Rasse und Klasse besaß.

Beinahe hätte nach der Absage der Partie gegen Pakhtakor Taschkent am Samstag aber auch dieses Begegnung nicht ausgetragen werden können. Denn im WOW-Sportcenter in Kundu, wo gespielt werden sollte, stehen die Plätze wegen des Dauerregens der vergangenen Tage weiter unter Wasser. Aber Werder und Alkmaar einigten sich auf den Platz am Hotel Calista als Spielort. Dort trainiert Alkmaar während des Türkei-Camps, dort war auch Werder vor drei Jahren für eine Woche zu Gast.

Heimspiel also für beide Teams. Beide gingen von Anfang an ein hohes Tempo und mit vollem Einsatz in die Zweikämpfe. Werder diesmal sogar über 90 – pardon: 99 – Minuten. Und nicht wie zwei Tage zuvor beim 1:2 gegen den RSC Anderlecht nur für eine Halbzeit. „Wir haben diesmal nicht nachgelassen, waren stabil“, lobte Schaaf.

Der Werder-Coach hatte gegenüber der Anderlecht-Startelf nur zwei Änderungen vorgenommen. Im Tor stand nicht Tim Wiese, sondern Sebastian Mielitz. Und im Angriff bekam Marko Arnautovic den Vorzug vor Markus Rosenberg. Im linken Mittelfeld spielte erneut Tom Trybull, der sich zur Überraschungsfigur des heute zu Ende gehenden Trainingslagers entwickelt hat. Zwei Partien, zwei Einsätze – für den 18-Jährigen aus der Bremer U 23 war es eine Riesensache: „Im Moment läuft es gut für mich. Ich nehme das gerne mit.“ Eher Zufall war dagegen, dass er nach der Auswechslung von Clemens Fritz sogar die Kapitänsbinde tragen durfte. Trybull: „Es stand gerade kein anderer in der Nähe, dem er die Binde hätte geben können.“ · csa

Stenogramm

Mielitz - Fritz (63. Boenisch), Sokratis, Prödl (72. Silvestre), Schmitz (63. Hartherz), Bargfrede (41. Kroos), Ignjovski, Trybull, Ekici, Pizarro (72. Füllkrug), Arnautovic (72. Thy) - Tore: 0:1 (40./FE) Elm, 1:1 (45.) Ekici, 2:1 (49.) Prödl.

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