DFB-Kontrollausschuss schaltet sich ein

Nach der Kopf-ab-Geste: Ermittlungen gegen Djilobodji

Auch das kann er: Papy Djilobodji mit einer Geste der Unschuld. Den Werder-Verteidiger erwartet aber Ungemach. - Foto: Gumz

Bremen - Was hat er sich bloß dabei gedacht? Mit einer an Gegenspieler Pablo De Blasis gerichteten Kopf-ab-Geste hat sich Werder Bremens Papy Djilobodji beim 1:1 gegen Mainz 05 großen Ärger eingehandelt. Anton Nachreiner, der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses hat gestern bereits ankündigt, dass der Vorfall registriert wurde.

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Ein Denkzettel muss sein

„Wir werden den Fall untersuchen“, sagte er dem „kicker“. Djilobodji droht folglich ein Verfahren vor dem DFB-Sportgericht und eine Sperre. Die könnte sogar happig ausfallen. Die Geste des Senegalesen war eindeutig. Mit dem Zeigefinger fuhr sich der 27-Jährige an der Kehle entlang, blickte dabei grimmig auf den am Boden liegenden De Blasis. Vorausgegangen war ein Zweikampf im Strafraum, bei dem sich De Blasis fallen ließ, Djilobodji ihm aber auch mit der Hand durch das Gesicht wischte. Elfmeter gab es nicht, weshalb sich Djilobodji zufrieden hätte verziehen können. Machte er aber nicht. Er zeigte im Nachgang die Kopf-ab-Geste. Wieso? Weshalb? Papy Djilobodji sprach nicht nach dem Spiel, will sich erst morgen dazu äußern.

Am Samstag versuchte Geschäftsführer Thomas Eichin, den Fall kleinzuhalten, fand aber kein wirksames Mittel. Eichins Versuch: Djilobodji habe De Blasis bedeuten wollen, der Mainzer solle „nicht den sterbenden Schwan spielen“. Gestern gab der Manager aber auch zu: „Es war eine völlig unnötige Aktion. Diese Geste gehört nicht in den Sport. Das macht man nicht.“ Schon gar nicht in Zeiten, in denen Kameras sowieso jede Bewegung einfangen, so Eichin, der Djilobodji in seiner Verteidigungsrede als „herzensguten Menschen“ beschrieb: „Der macht so etwas ja nicht pausenlos. Wir haben mit ihm gesprochen, und er war überrascht, welche Wellen die Aktion schlägt.“ Der Verteidiger habe gewiss „nichts Böses“ im Sinn gehabt.

Es sah aber anders aus. „Das hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen“, kritisierte auch Mainz-Coach Martin Schmidt das Verhalten Djilobodjis. Pablo De Blasis indes fand alles nur halb so wild: „So etwas passiert im Spiel.“

Werder-Trainer Viktor Skripnik, der mit den Aufgeregtheiten der Branche grundsätzlich wenig anfangen kann, wollte über die Aktion erst gar nicht reden („Das zu pushen, ist nicht das Thema eines Trainers“), gab sich hinsichtlich der Ermittlungen des Kontrollausschusses und im Rückblick auf die Gelbschummel-Affäre aber demütig: „Mit dem Sportgericht hatten wir in letzter Zeit so viel zu tun. Ich akzeptiere alles, was da kommt.“

Thomas Eichin nicht. Eine Sperre für Djilobodji könnte er nicht nachvollziehen. „Ich gehe nicht davon aus, dass es so kommt. Wir müssen aufhören mit diesen ewigen Sperren“, sagte er und argumentierte. Es kann doch nicht der ganze Verein für das Verhalten eines einzigen Spielers bestraft werden. Das ist ja lächerlich. Wir können mit Geldstrafen agieren.“

Die Noten: Werder Bremen - Mainz 05

Sollte es zur Anklage gegen Papy Djilobodji kommen, werden zwei Präzendenzfälle auf den Tisch kommen. Nummer eins: Deniz Naki, 2009. Der damalige St. Pauli-Profi hatte den Fans von Hansa Rostock die Djilobodji-Geste gezeigt. Konsequenz: drei Spiele Sperre. Nummer zwei: Gerald Asamoah, 2007. Im Revierderdy zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund jubelte der Schalker mit der Kopf-ab-Geste. Konsequenz: keine.

Die abweichende Beurteilung will Werder für sich nutzen. „Es liegen drei unterschiedliche Fälle vor“, erklärte Thomas Eichin: „Asamoah wollte beim Torjubel zeigen: ,Jetzt haben wir sie erledigt’. Naki ist zu den gegnerischen Fans gelaufen und hat sie provoziert.“ Und Djilobodji? Eichin bleibt bei der These von der Aufmunterung für den sterbenden Schwan: „Papy wollte dem Gegenspieler sagen, er soll nicht so theatralisch liegen bleiben.“ csa

Werder Bremen - Mainz 05: Die Bilder

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