Werder-Talent will nichts davon hören, dass einige Stars für ihn draußen sitzen

Nach dem Highlight: Thy verordnet sich Denkverbot

Ballannahme und Ballbehauptung gehören zu den Stärken von Werders Sturmtalent Lennart Thy, der sich überraschend einen Platz in der Startelf erkämpft hat. ·

Bremen - SMS aus dem Sauerland. „Wer ist denn dieser Thy?“ Nicht-Bremer wunderten sich am Samstag gewaltig, dass ein gewisser Lennart Thy für den SV Werder Bremen stürmte. Schließlich war‘s kein Vorbereitungskick mehr, sondern der Bundesliga-Auftakt. Ein ganz besonderer sogar für die Gastgeber nach der Krisensaison und der peinlichen Pokal-Pleite. Trotzdem vertraute Trainer Thomas Schaaf einem 19-Jährigen im Angriff und setzte so namhafte Angreifer wie Marko Arnautovic und Sandro Wagner auf die Bank. Letztlich mit Erfolg: Werder gewann 2:0 – und nur das zählte gegen Kaiserslautern.

„Ich hatte nicht unbedingt damit gerechnet, dass ich von Anfang an spiele“, gesteht Thy und denkt an das 1:2-Desaster in Heidenheim. Dort hatte der Angreifer zu den Bremer Pokal-Versagern gehört. Für Talente ist nach so einer Geschichte das Thema Startelf eigentlich erst einmal vorbei. Doch Schaaf setzte auch eine Woche später auf Thy und dessen Dauerpartner Markus Rosenberg. Das Duo hatte in den Vorbereitungsspielen fast immer gemeinsam gestürmt und auch die attraktiveren Spiele bestreiten dürfen. „Rosi ist ein cooler Typ, das Zusammenspiel klappt sehr gut“, lobt Thy den erfahrenen Kollegen. Dessen Doppelpack war für ihn auch keine Überraschung: „Ich weiß ja, was er kann.“

Thy muss sich aber auch nicht verstecken. Beinahe hätte er selbst im Rampenlicht gestanden, doch FCK-Keeper Kevin Trapp lenkte dessen Schuss gerade noch mit dem Knie neben das Tor. „Das war wirklich knapp. Mit ein bisschen Glück geht der rein. Da muss ich mir keinen Vorwurf machen“, sagt Thy. An Selbstbewusstsein mangelt es ihm nicht. Aber er ist deshalb noch lange nicht arrogant oder abgehoben. Thy weiß genau, wo er herkommt: „Als ich vor vier Jahren zu Werder gekommen bin, habe ich doch nicht daran gedacht, hier mit 19 schon zum Bundesliga-Auftakt in der Startelf zu stehen. Ich darf mich jetzt nicht ausruhen, sondern muss weiter Gas geben.“

Gleichzeitig hat er sich ein Denkverbot erteilt. Dass für ihn ein 6,5-Millionen-Euro-Einkauf wie Marko Arnautovic draußen sitzt, „darf mich nicht beschäftigen“. Genauso wenig will er daran denken, was passiert, wenn Claudio Pizarro wieder dabei ist. Wahrscheinlich wird Thy dann selbst nur noch Zuschauer sein. „Ich konzentriere mich aufs Training“, wiegelt Thy ab.

Endlich steht Fußball voll im Mittelpunkt. Der Abitur-Stress hatte ihn vergangene Spielzeit doch etwas abgelenkt. Die beiden Kurzeinsätze in der Bundesliga und die zwölf Champions-League-Minuten gegen Tottenham waren eigentlich nur eine Folge der großen Bremer Personalnot gewesen. Erst in diesem Sommer ist der U 19-Europameister von 2009 bei den Profis richtig durchgestartet: „Das Spiel gegen Lautern war mein absolutes Highlight.“ Weitere Höhepunkte sollen folgen, damit ihn bald auch die Werder-Fans im Sauerland kennen. · kni

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