Bücking regt eigenen Deich an / Eichin wünscht gemeinsame Analyse

Nach der Flut: Werder soll sich besser schützen

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50 Zentimeter, bevor es kritisch wurde, stieg der Pegel der Weser nicht mehr.

Bremen - Die Überflutungsgefahr ist gebannt, die Austragung des heutigen Bundesliga-Spiels gegen den FC Bayern gesichert, trotzdem blicken alle Beteiligten durchaus besorgt in die Zukunft des Weserstadions.

„Die Weser spricht mit uns, noch spricht sie freundlich“, sagt Ortsamtsleiter Robert Bücking: „Man muss endlich damit aufhören, wider besseren Wissens so zu tun, als sei alles in Ordnung. Dort, wo das Stadion steht, muss man mit dem Wasser leben und sich entsprechend schützen.“

Die naheliegendste Variante, einfach den Deich zu erhöhen, ist dabei die entfernteste. Denn der Schutzwall nahe des Weserstadions gehört zu einem komplexen Deichsystem, das auch Niedersachsen betrifft und vor langer Zeit in harten Verhandlungen vertraglich fixiert wurde. Da darf nicht jeder einfach seinen Deich erhöhen, denn das könnte sich an anderer Stelle negativ auswirken. Irgendwo muss das Wasser schließlich hin, wenn zu viel davon in die Weser kommt. Wie jetzt beim Orkan „Xaver“.

„Fakt ist“, sagt die Sprecherin des Bremer Innenbehörde Rose Gerdts-Schiffler, „das Weserstadion liegt in einem Überflutungsgebiet.“ Dort gehört so ein Bau eigentlich nicht hin. Aber in Bremen hat es sich so ergeben, aus dem Sportplatz mit Holztribüne wurde durch millionenschwere Umbauten die heutige Arena. Eine heikle Geschichte, wie Bücking findet: „Wenn sich der Sturm nicht abgeschwächt hätte und das Wasser ins Stadion gelaufen wäre, dann wäre nicht nur das Bayern-Spiel ausgefallen, sondern einige Spiele mehr.“ Mit enormem finanziellen Schaden für die Bremer Weserstadion GmbH, an der die Stadt Bremen und Werder jeweils zur Hälfte beteiligt sind, und natürlich auch für Werder als Hauptnutzer.

Das weiß auch Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin: „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen. Wir sollten das nicht einfach so abtun, das war schon dramatisch. Alle Beteiligten sollten die Situation gemeinsam analysieren.“

Bücking hält das zwar für eine gute Idee, aber er hat schon jetzt einen Rat: „Werder muss sich besser schützen. Vielleicht durch so etwas wie einen eigenen Deich. Auf jeden Fall durch Maßnahmen an Fenster und Türen.“ Darauf zu hoffen, die nächste Flutgefahr komme erst wieder in Jahrzehnten, sei grob fahrlässig. · kni

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