Aufregendes Wochenende für Werder-Talent Onur Ayik: Erst Testspiel, dann Bundesliga-Einstand

Nach dem Debüt „einfach nur platt“

Onur Ayik machte bei seinem Kurzeinsatz gegen Leverkusen durchaus auf sich aufmerksam.

Bremen (csa) · Onur wer? Als Werder-Coach Thomas Schaaf am Sonntag beim Stand von 1:2 gegen Bayer Leverkusen einen mutigen Spielerwechsel vollzog und für Peter Niemeyer U 23-Spieler Onur Ayik brachte, fragten sich gewiss viele der 37 100 Zuschauer im Weserstadion: Wer ist dieser Ayik? Wieso diese Einwechslung?

Minuten später waren alle schlauer. Ayik spielte bei seinem Bundesliga-Debüt frech auf, die ersten Aktionen gelangen und abgesehen von einem (deutlich) verlorenen Sprintduell mit Renato Augusto fiel der 20-Jährige nur positiv auf. „Er konnte praktisch gar nichts falsch machen, das habe ich ihm vorher auch gesagt“, erklärte Schaaf, der in Ayik so etwas wie das letzte Ass in einem ziemlich leeren Ärmel sah. Auf der Bank saß sonst niemand mehr, der aus dem Mittelfeld heraus Akzente hätte setzen können. Bei der U 23 ist aber genau das Onur Ayiks Job.

Eigentlich ist er Stürmer, doch vor zwei Jahren begann die Umschulung zur Nummer 10. Eine Position, die ihm gefällt. „Man ist mehr im Spiel, es macht einen Riesenspaß“, sagte Ayik. Gegen Leverkusen riss er freilich keine Bäume aus, und der späte Ausgleich fiel ohne sein Zutun. Aber immerhin: Er brachte sich in der turbulenten Schlussphase ein, kombinierte, hielt sich an seine Aufgaben. „Ich war schon ein bisschen aufgeregt“, räumte er ein, „aber als der Trainer mir erklärt hat, was ich zu tun habe, war ich nur noch konzentriert.“

Bei Schaaf steht Ayik – in Walsrode geboren, in Rethem aufgewachsen, seit der C-Jugend bei Werder und seit dem 23. Dezember mit einem Profi-Vertrag ausgestattet – schon länger auf dem Zettel. Im Trainingslager in Dubai war er dabei, fehlte aber fast die ganze Zeit wegen einer Verletzung. Gegen Leverkusen stand Ayik erst das zweite Mal im Kader – allein darüber habe er sich schon „riesig gefreut“. Unglaublich dann, dass er in der 67. Minute in die Partie kam. Ayik: „Vor so einer Kulisse zu spielen, war wunderschön.“

Nach dem Spiel hagelte es Glückwünsche – circa 40 SMS seien auf seinem Handy eingegangen. Beantworten konnte er längst nicht alle. Denn nachdem er mit Bruder Güven (stürmt für den Brinkumer SV) das Spiel noch mal durchdiskutiert hatte, fiel er todmüde ins Bett: „Ich war einfach nur platt.“ Kein Wunder, denn am Tag zuvor hatte Onur Ayik noch mit der U  23 gegen den VfB Lübeck getestet und beim 2:0 ein Tor erzielt. Dann kam der Anruf von den Profis. Der Rest war Begeisterung für das eigene Bundesliga-Debüt. „Ich hoffe“, meinte Ayik, „dass noch viele Einsätze folgen.“ Doch er weiß auch: Die sportliche Heimat bleibt bis auf weiteres die U  23. Bis Schaaf das nächste Mal anruft…

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