Nach 2:5-Pleite in Frankfurt wieder auf Abstiegsplatz / Prödl und Wolf verletzt

Mutlose Bremer motzen: „Verwirrter Schiedsrichter“

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Die wohl spielentscheidende Szene in Frankfurt: Eintracht-Stürmer Haris Seferovic rammt Raphael Wolf das Knie in die Rippen, erzielt kurz darauf das 2:1. Aus Bremer Sicht war es ein Treffer, der nie und nimmer hätte zählen dürfen.

Frankfurt - Clemens Fritz ist es inzwischen gewohnt, dass er an Geburtstagen keine schönen Geschenke bekommt. Vor einem Jahr schenkten ihm die Bayern sieben Stück ein, gestern gab es zum 34. Ehrentag des Werder-Kapitäns eine 2:5 (1:1)-Klatsche von Eintracht Frankfurt.

Und Fritz meinte genau zu wissen, bei wem er sich dafür zu bedanken hatte: „Der Schiedsrichter war heute verwirrt, das war keine kontrollierte Spielleitung.“

So wurde der Unparteiische Christian Dingert zum Hauptdarsteller in einer Partie, die eigentlich die Trainer Thomas Schaaf und Viktor Skripnik als Protagonisten vorgesehen hatte. Doch der Neu-Frankfurter und sein Nach-Nachfolger in Bremen rückten ein wenig in den Hintergrund, weil sich eine denkwürdige Partie entwickelte mit sieben Toren und sechs Aluminiumtreffern – das ist Bundesliga-Rekord. Für Werder allerdings ein trauriger, denn durch die Niederlage rutschten die Grün-Weißen wieder auf einen Abstiegsplatz ab. Außerdem drohen längere Verletzungspausen für Sebastian Prödl und Keeper Raphael Wolf. Darüber hinaus stimmt auch die Leistung mal wieder nachdenklich, denn es lag nicht nur an Dingert, dass Werder unterging.

Letztlich musste das auch Clemens Fritz einsehen. „Unser Abwehrverhalten war nicht in Ordnung, uns fehlte die körperliche Präsenz“, sagte er. Sportchef Thomas Eichin ärgerte sich: „Wir haben uns abkochen lassen.“ Und Teamkollege Zlatko Junuzovic merkte kritisch an: „Wir haben uns heute nicht getraut, Fußball zu spielen.“

Dabei hatte es ganz ordentlich begonnen. Doch nach einer Viertelstunde riss der Faden. Prödl verletzte sich nach einem eigenen Foul, musste mit einem Stechen im rechten Knie runter (24.). Eine MRT-Untersuchung soll heute Klarheit bringen. Ohne den Abwehrchef bettelte Werder um den Rückstand und bekam ihn: Nach einem Pfostenschuss von Marc Stendera staubte Alex Meier ab – allerdings aus einer Abseitsstellung heraus. „Das war knapp, das kann passieren“, übte sich Werder in Person von Eichin bei dieser Szene noch in Nachsicht.

Strebingers tragisches Debüt: Die Noten

Das sollte sich später ändern, aber vorher durfte der Gast noch jubeln. Denn nach einer Ecke von Zlatko Junuzovic köpfte Theodor Gebre Selassie kurz vor der Pause den Ausgleich. Ein perfekter Zeitpunkt. Etwas selbstbewusster kamen die Bremer aus der Kabine – und wurden schnell unsanft gestoppt. Eine Flanke von Takashi Inui bekam Keeper Raphael Wolf im eigenen Fünfmeterraum erst nicht zu fassen und wurde dann vom herangestürzten Haris Seferovic gerammt. Beide lagen am Boden, doch der Schweizer schaffte es irgendwie, die Kugel mit dem Knie, das sich zuvor noch in Wolfs Rippen gebohrt hatte, über die Linie zu kicken (53.). Frankfurt jubelte, Werder tobte. „Der hat Rafa einfach weggemacht“, schimpfte Fin Bartels. Und Fritz zürnte: „Der Schiedsrichter war auch beim Tor verwirrt. Er hat mir erklärt, dass der Torwart den Ball fallen gelassen hat. Dann ist es offenbar erlaubt, ihn umzutreten.“

Werder verliert deutlich in Frankfurt

Wolf wurde lange behandelt, gab dann mit Verdacht auf Rippen- und Hüftprellung auf. Für ihn kam Richard Strebinger zu seiner Bundesliga-Premiere und reagierte gleich gut bei einem Andersen-Kopfball (58.). Sein Gegenüber Felix Wiedwald, in Achim aufgewachsen und bei Werder ausgebildet, machte es allerdings noch besser, als er einen fast genialen Schlenzer von Felix Kroos an den Pfosten lenkte (66.). Ein 2:2 zu diesem Zeitpunkt – das wäre es gewesen. So aber beförderte Meier Werder endgültig auf die Verliererstraße, wieder mit einem Abstauber, Stefan Aigner hatte den Pfosten getroffen (68.). Der Vorbereiter erhöhte nach Garcia-Patzer auf 4:1 (76.). Caldirola betrieb kurz Ergebniskosmetik (79.), dann setzte Stendera mit einem Hammerschuss den Schlusspunkt zum 5:2 (80.).

„Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen“, forderte Angreifer Bartels – und wie alle Bremer einen Heimsieg am Samstag gegen Hannover. Schaaf machte seinem Ex-Club Mut: „Ich traue Viktor und der Mannschaft zu, die Situation zu verbessern.“ Für Fritz war es ein schwacher Trost am mal wieder verkorksten Geburtstag.

kni

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