Werder gelingt in Dortmund nur Schadensbegrenzung

Zu mutlos beim Meister – 0:1

Schwerstarbeit bereitete Dortmunds Shinij Kagawa den Bremern (hier Florian Hartherz). Der Japaner war gestern an seinem 23. Geburtstag kaum zu stoppen.

Dortmund - Als Shinij Kagawa in der achten Minute einen zauberhaften Dortmunder Angriff mit dem 1:0 abgeschlossen hatte, da wurde es allen, die mit dem SV Werder fühlen, ganz mulmig in der Magengegend. Es gab nur noch eine Frage: Wieviele Tore müssen die so ersatzgeschwächten Bremer jetzt noch schlucken?

 Zwei, drei, vier oder sogar noch mehr? Vor der Mega-Kulisse von 80 720 Zuschauern im ausverkauften Signal-Iduna-Park drohte gestern ein Bremer Untergang, weil die Gäste so mutlos agierten wie die Gegner der Klitschkos. Doch Werder blieb eine Torflut erspart, weil der Meister und Tabellenführer zu wenig Zielwasser getrunken und Trainer Thomas Schaaf mit einer Systemänderung in der Pause seine Spieler sicherer gemacht hatte.

Prödl verletzt

„Wir haben in der ersten Halbzeit nicht daran geglaubt, hier was zu holen“, klagte Werder-Boss Klaus Allofs nach der freilich nicht unerwarteten 0:1 (0:1)-Niederlage beim Tabellenführer. Aber „vernichtende Kritik“, so Allofs, hätte die Mannschaft nicht verdient: „Ohne so viele wichtige Spieler war es eigentlich ganz gut. In der zweiten Hälfte hat man doch gesehen, dass ein bisschen mehr Mut schon gereicht hat, um Dortmund zu verunsichern.“

Die erste allgemeine Verunsicherung hatten allerdings die Gastgeber zu verkraften – und das schon am Freitagnachmittag. Zu den namhaften Ausfällen Claudio Pizarro, Marko Arnautovic, Marko Marin, Naldo, Aaron Hunt, Tim Borowski und Denni Avdic gesellten sich während des Abschlusstrainings auch noch Tim Wiese und Philipp Bargfrede. Da musste Trainer Thomas Schaaf ganz schön improvisieren – und der Rauten-Mann entschied sich für eine neue Taktik: Tom Trybull und Aleksandar Ignjovski bildeten eine Doppel-Sechs, Clemens Fritz, Mehmet Ekici und Zlatko Junuzovic eine Dreier-Reihe hinter der einzigen Spitze Markus Rosenberg. Ungewohnt auch die Besetzung rechts außen in der Viererkette: Dort feierte Innenverteidiger Francois Affolter seine Premiere. Und um es vorwegzunehmen, „seine Idealposition wird das nicht“, meinte Allofs später. Affolter lieferte ein Fehlpass-Festival, an dem sich allerdings auch seine Kollegen und später auch die Dortmunder gerne beteiligten.

Zu Beginn hatte der BVB aber noch die totale Sicherheit und genügend Platz, um munter zu kombinieren. So wie vorm 1:0: Hereingabe Kevin Großkreutz, uneigennützige Ablage von Ilkkay Gündogan, Vollendung von Kagawa. Werder hatte nur zugeschaut, speziell Junuzovic. Es war der erste Kopfballtreffer des Japaners im BVB-Trikot und das auch noch an seinem 23. Geburtstag. Glückwunsch!

Kagawa hätte noch weitere Glückwünsche bekommen können, doch der gute Wiese-Ersatz Sebastian Mielitz lenkte dessen Schuss an den Pfosten (24.). Dann stand einmal Sebastian Prödl im Weg (50.). Und fünf Minuten später jagte Kagawa die Kugel doch tatsächlich aus sechs Metern völlig freistehend neben das Tor. Die Chancenverwertung war die große Schwäche des Meisters. So schoss Robert Lewandowski über das Tor (26.) und Sebastian Kehl köpfte „nur“ an die Unterkante der Latte (35.).

Doch der BVB konnte es verkraften, der Vereinsrekord (20 Spiele in Folge ohne Niederlage) geriet nicht mehr in Gefahr, weil die jüngste Bremer Bundesliga-Mannschaft aller Zeiten (Durchschnittsalter der Startelf: 23 Jahre) zu ungefährlich war. Immerhin agierten die Bremer im zweiten Durchgang sicherer – und das lag auch an einer erneuten Systemänderung. Schaaf holte die Raute raus. „Das hat der Mannschaft gut getan“, meinte Allofs: „Am Ende hatte ich schon das Gefühl, dass hier mehr für uns drin ist.“

Doch eine echte Chance zum Ausgleich bot sich nicht mehr – auch nicht dem eingewechselten Niclas Füllkrug, der eigentlich in der Startelf erwartet worden war. Der 19-Jährige kam immerhin schon nach 56 Minuten auf dem Platz. Für Sebastian Prödl, der Abwehrspieler hatte sich bei einem Abwehrversuch am Oberschenkel verletzt. „Entweder ist es ein Muskelfaserriss oder eine Zerrung“, lautete seine Prognose. Heute gibt es die aufklärende Untersuchung. Aber schon jetzt ist klar: Die Bremer Ausfallliste ist noch länger geworden. „Hört das denn gar nicht mehr auf?“, seufzte Allofs, fing sich aber schnell wieder: „Da müssen wir jetzt durch.“ Und nächste Woche gegen Augsburg unbedingt punkten, denn die Verfolger Stuttgart und Wolfsburg kommen immer näher – Hannover kann heute durch einen Heimsieg gegen Köln sogar auf einen Zähler herankommen. kni

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