„Es könnte in diese Richtung gehen…“ / Pizarro und Marin fit für die Hertha

Mutig oder übermütig? Allofs macht den Titel zum Thema

Rechtzeitig gesund: Marko Marin trainierte gestern mit der Mannschaft, kann morgen gegen die Hertha spielen. ·

Bremen - Marko Marin schlug Ecken, Flanken, Freistöße als ob nichts gewesen wäre. Die muskulären Probleme im Hüftbeuger – sie sind verschwunden. Gerade noch rechtzeitig vor dem Heimspiel gegen Hertha BSC (morgen, 17.30 Uhr). Der Mittelfelddribbler kann und wird dabei sein. Ebenso Claudio Pizarro.

„Alles prima“, signalisierte der Stürmer gestern nach dem Training, in dem er Marins Ecken, Flanken und Freistöße reihenweise in Tore umgewandelt hatte. Die kurze Pause wegen zaghafter Alarmzeichen im Oberschenkel hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Trainer Thomas Schaaf sieht jedenfalls „kein Risiko“, den Peruaner gegen die Berliner einzusetzen.

Dass Vorlagengeber und Vollstrecker fit sind, entschärft die personellen Sorgen gewaltig. So bleibt es bei den Ausfällen von Rechtsverteidiger Sokratis (Muskelfaserriss) und Torhüter Tim Wiese (Rot-Sperre).

Training am Freitag

Werder-Training am Freitag

Lücken also in der Defensive. Die Abteilung Attacke tritt dagegen in Bestbesetzung an, um eine Mission fortzusetzen, deren Ziel immer mutiger definiert wird. Zu Beginn der Spielzeit war es einfach nur der schlechte Eindruck der Vorsaison, der korrigiert werden sollte. Dann gewann Werder die ersten Spiele, und Sportchef Klaus Allofs wagte sich nach vorne. Das europäische Geschäft solle am Saisonende als Ergebnis stehen, sagte er. Und jetzt, da Werder nach sechs Spieltagen Bundesliga-Zweiter ist, redet selbst Allofs schon vom Titel – wenn auch nur sehr vorsichtig.

„Die Bayern werden Meister“, sagte er zwar, versah das aber mit der Einschränkung, „wenn sie nicht allzu viel falsch machen.“ Sollte wider Erwarten das Gegenteil eintreten, wäre die Chance für andere da, so Allofs. Auch für Werder? „Wenn unsere Entwicklung so weitergeht, könnte es in diese Richtung gehen“, meinte der Vorsitzende der Geschäftsführung und untermauerte mit dieser forschen Aussage, was nach dem gelungenen Saisonstart Grundstimmung an der Weser ist: „Wir sind selbstbewusst.“

Allerdings nicht jeder in gleicher Ausprägung. So mag Marko Marin nach nur sechs Spieltagen überhaupt nicht von einer Titelchance sprechen. „Unser Ziel ist es, nach der letzten Saison überhaupt wieder international zu spielen – ich denke, das ist auch realistisch. Wenn wir das erreichen, sind wir zufrieden. Die Champions League ist eher ein Wunsch als ein Ziel“, erklärte der 22-Jährige. Doch der Wunsch ist groß, riesengroß sogar: „Jetzt sitzt man nur vor dem Fernseher und schaut es sich traurig an.“

Dafür macht das Wochenende wieder richtig Spaß. Dabei soll es auch morgen bleiben. Die Ecken, Flanken und Freistöße von Marin sowie die Tore von Pizarro sollen’s richten. · csa

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