Nach dem Werder-Absturz ist jetzt Trainer Schaaf gefordert / Abdennour und Borowski wackeln

Wer muss um seinen Platz zittern?

Kreiszeitung Syke

Werder-Bremen - Von Björn KnipsBREMEN · Es fröstelt gewaltig in Bremen – und das gilt bei Werder nicht nur wegen der eisigen Temperaturen. Der Bundesligist steckt in der Krise, deshalb muss der eine oder andere Spieler um seinen Stammplatz zittern. Thomas Schaaf gilt zwar eher als Coach, der sehr lange an vermeintlichen Leistungsträgern festhält, aber nach vier Pleiten in Folge könnte sich das jetzt ändern. Welche Alternativen hat Schaaf, wem droht am Samstag in Mönchengladbach die Bank – eine Bestandsaufnahme:

Torwart

An Tim Wiese liegt es nun wirklich nicht, dass Werder in der Bundesliga abgestürzt ist. Der Keeper spielte eine starke Hinrunde und gehörte auch nach der Winterpause zu den ganz wenigen guten Bremern.

Abwehr

Trotz ihrer schwachen Leistung gegen die Bayern sind die Innenverteidiger Naldo und Per Mertesacker unantastbar. Auch bei Clemens Fritz besteht kein Handlungsbedarf, der Ex-Nationalspieler überzeugte gegen München auf der rechten Seite. Sorgen bereitet dagegen die Position des Linksverteidigers – wie eigentlich schon seit Jahren bei Werder. Neuzugang Aymen Abdennour war gegen den Rekordmeister überfordert. Doch Schaaf stellt sich schützend vor den Tunesier: „Defensiv hat er seine Sache gar nicht so schlecht gemacht.“ Es wäre auch falsch, einen erst 20-Jährigen nach nur wenigen Tagen in Bremen zum Sündenbock zu machen. Trotzdem: Vielleicht würde die Abwehr mit dem erfahrenen Petri Pasanen sicherer stehen. Der Finne darf auf seine Chance hoffen.

Mittelfeld

Klangvolle Namen bürgen nicht immer für Qualität. Ein Mittelfeld mit Torsten Frings, Tim Borowski, Aaron Hunt und Mesut Özil würde so mancher Bundesligist mit Kusshand nehmen. Schließlich spiel(t)en sie alle schon für Deutschland. Doch Werder bringt das Quartett im Moment nichts. Nur Torschütze Hunt überzeugte gegen die Bayern.

Frings ist als Kapitän und Vorkämpfer trotzdem gesetzt. Özil als Spielmacher eigentlich auch. Da besteht immer noch die Hoffnung, dass er wieder an seine starken Leistungen der Vorrunde anknüpft. Noch dürfte die Geduld des Trainers nicht aufgebraucht sein.

 Aber was ist mit Borowski? Der Rückkehrer vom FC Bayern ist alles andere als die erwünschte Verstärkung, versteckt sich zunehmend auf dem Platz. Dabei sollte und wollte der 29-Jährige ein Führungsspieler sein. „Er hat noch nicht die Form, für die er eigentlich steht“, bestätigt Schaaf. Nur zu gerne würde er – wie in der Hinrunde – Philipp Bargfrede bringen, doch der ist verletzt. Genauso wie eine weitere Alternative: Daniel Jensen. Bliebe noch Peter Niemeyer. Bäume hat der für Werder allerdings auch noch nicht ausgerissen. Aber er ist ein Kämpfer – und gerade die sind in einer Krise besonders gefragt.

Sturm

Vorschlag: Werder muss Claudio Pizarro im gut beheizten Auto zum Trainingsplatz fahren und ihn anschließend sofort nach Hause bringen, damit er nicht wieder auf einer Eisplatte ausrutscht oder sich eine Grippe einfängt. Ohne den Peruaner ist der Werder-Sturm nur ein laues Lüftchen. Neuzugang Marko Marin wirbelt zwar ganz ordentlich als zweite Spitze, doch ein Torjäger ist er nicht. Der Nationalspieler braucht einfach Pizarro an seiner Seite. Aber braucht Pizarro auch Marin? Wäre ein echter zweiter Angreifer nicht sinnvoller? Zum Beispiel Hugo Almeida. Der Portugiese traf immerhin gegen die Bayern. Für Almeida müsste Marin weichen, aber vielleicht auch nur ausweichen. Schaaf könnte für den Ex-Gladbacher einen offensiven Mittelfeldspieler opfern: Hunt oder Özil.

Kein Thema für die Startelf ist Markus Rosenberg. Der Schwede enttäuschte zuletzt mehrfach. Und was ist mit Marcelo Moreno? Man weiß es nicht, weil man ihn nie spielen sieht. Schaaf hat den Bolivianer im Prinzip schon aussortiert, beruft ihn maximal in den Kader, um ihn dann doch nicht zu bringen.

Fazit

Vieles scheint bei Werder wie in Stein gemeißelt. Aber es gibt für Schaaf durchaus Alternativen. Wenn auch nicht viele. Das liegt an den Ausfällen (Boenisch, Bargfrede und Jensen), aber auch an der Transferpolitik. Jurica Vranjes, Dusko Tosic, Said Husejinovic und Moreno sind praktisch aussortiert und sollen gehen, aber als Ersatz wurde in Abdennour nur ein vermeintliches Talent geholt. Eine Verstärkung und Auffrischung des Kaders sieht anders aus. Bis zum 31. Januar hat Werder noch Zeit, mit Neuverpflichtungen eine Kursänderung vorzunehmen.

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