Morgen Daumendrücken für Vater Andreas und Rehden statt für Werder / Kein Vorpreschen trotz Di Santos Ausfall

Petersens kleiner Seitensprung auf „Platz 11“

Bremen - Von Petra Philippsen. Einem echten Fußball-Fan geht die Vereinstreue über alles – und ein Fehltritt wird da nicht selten mit kategorischem Liebesentzug bestraft. Nils Petersen hat aber nichts dergleichen zu befürchten, auch wenn Bremens Stürmer morgen kurzzeitig abtrünnig wird.

Denn beim Regionalliga-Auftritt von Werders zweiter Mannschaft (14.00 Uhr auf „Platz 11“) wird Petersen zu den Gästen vom BSV Rehden halten – aus rein familiären Gründen. Auf der Trainerbank des BSV sitzt sein Vater Andreas. „Und ich drücke immer meinem Papa die Daumen“, sagt Nils Petersen fast entschuldigend.

Der Werder-Stürmer freut sich richtig auf die Partie – und darauf, „mal wieder in einem kleinen, gemütlichen Stadion mit einer Bratwurst zu sitzen“. Es sei ihm gegönnt, denn Nils Petersen ist ein netter Kerl. Für einen Bundesliga-Profi, der in dieser Saison mit harten Bandagen um einen Stammplatz kämpfen muss, aber etwas zu nett. „Mein Vater wirft mir immer vor, dass ich zu bescheiden bin und mehr Ellbogen bräuchte“, verrät Petersen und fügt an: „Daran muss ich arbeiten. Ich weiß, dass ich im positiven Sinne die Ellbogen mehr ausfahren muss.“

Auch sein Trainer Robin Dutt habe ihm das immer wieder gesagt, genauso wie seine Mitspieler. Aber Petersen tut sich schwer damit, energisch vorzupreschen. Aktuell ist sein Hauptkonkurrent Franco Di Santo angeschlagen, der Argentinier fällt beim Saisonauftakt kommende Woche wahrscheinlich aus. Neben Eljero Elia ist dann Petersen gesetzt. Laute Ansprüche stellt er trotzdem nicht. „Der Typ bin ich einfach nicht“, betont er. Ein wenig zum Leidwesen seines Vaters, der mit einem ganz anderen Temperament ausgestattet ist. Ginge es nach dem Senior, hätte sich der Junior beim Testspiel gegen Chelsea selbstbewusst den Ball schnappen und einen der beiden Elfmeter verwandeln sollen. So erzählt es der 25-Jährige, der aber lieber durch seinen täglichen Einsatz im Training überzeugen will. „Ich spüre mehr Druck“, meint Petersen, der seinen Stammplatz im Sturm in der vergangenen Rückrunde verloren hatte, „aber den will ich in positive Aggressivität umsetzen.“

Sein Vater ist weiter sein wichtigster Ratgeber. Täglich tauschen sie sich aus. Da sie nun näher beieinander wohnen, muss nicht mehr alles nur übers Telefon gehen. Mit einem Schmunzeln sagt Petersen: „Ich höre mir seine Probleme an, er sich meine – das ist ganz schön.“

Rubriklistenbild: © nordphoto

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