Dreier- oder Viererkette?

Moisander sieht Systemfrage nicht als Schlüssel

Nikals Moisander ist sichtlich froh, endlich wieder gepunktet zu haben.
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Nikals Moisander ist sichtlich froh, endlich wieder gepunktet zu haben.

Bremen - Werder-Profi Niklas Moisander ist ein freundlicher Mensch. Immer ein Lächeln auf den Lippen und in seinen Antworten auch bei unangenehmeren Fragen ausführlich und sachlich.

Drei Tage nach Werders so wichtigem 2:0-Sieg bei Mainz 05 nahm der Innenverteidiger aus Finnland am Dienstag mal wieder an einer Medienrunde teil – und merkte gegenüber den Journalisten gleich zu Beginn mit einem Schmunzeln an, warum es sich für ihn anders anfühlt als sonst. So habe der Sieg eben nicht nur einen positiven Effekt auf die Stimmung innerhalb der Mannschaft gehabt, „sondern es ist auch deutlich schöner, hier zu stehen und Fragen zu beantworten“. Das tat Moisander, fast eine halbe Stunde lang. Er wirkte dabei sogar noch etwas aufgeschlossener als sonst.

Eine der ersten dieser Fragen lautete: Kann der Mainz-Sieg ein Wendepunkt für Werder sein? „Ja, das glaube ich. Wir waren vor der Winterpause auch fünf Spiele lang ungeschlagen und können das jetzt wieder schaffen“, sagte Moisander. Vor Mainz hatte Werder zuletzt in Berlin gewonnen, am 10. Dezember 2016 war das. Es folgten sechs Spiele ohne Sieg. Dass es nun wieder geklappt hat – und dazu noch zum erst zweiten Mal überhaupt in dieser Saison ohne Gegentor –, hat für den 31-Jährigen vorrangig drei Gründe: „Wir haben füreinander gekämpft, wir haben weniger individuelle Fehler gemacht, und Felix hat ein super Spiel gezeigt.“

Ein dickes Sonderlob also für den Teamkollegen und Torhüter Felix Wiedwald – auffällig waren aber eher die Dinge, die Moisander nicht von sich aus ansprach. So hatten die Bremer in Mainz erstmals in diesem Jahr von Beginn an mit einer Vierer- statt Dreierkette gespielt, was für sichtlich mehr Stabilität sorgte. Für Moisander war das allerdings nicht der Schlüssel zum Erfolg. „Wir können beide Systeme spielen. Wir haben gegen Bayern und Dortmund ja auch gute Leistungen mit Dreierkette gezeigt“, betonte er. Der Finne selbst nimmt in beiden Formationen eine wichtige Rolle ein, bevorzugt laut eigener Aussage aber kein System: „Ich spiele beides gerne. Es hängt ja davon ab, wie der Gegner auftritt.“

Vier bis sechs Punkte aus den nächsten zwei Spielen

Generell, so erklärte es Moisander, sei er sich auch gar nicht so sicher, ob überhaupt soviel vom System abhänge: „Wir waren entschlossen und konzentriert. Das ist für mich der Schlüssel.“ Auch dem Kurztrainingslager vor dem Mainz-Spiel wollte der Werder-Verteidiger keine allzu große Bedeutung beimessen: „Hätten wir verloren, würde keiner mehr darüber sprechen. Mein Gefühl war auch so, dass alle realisiert haben, dass wir die Punkte holen müssen. Vielleicht hat das Trainingslager ja etwas dazu beigetragen.“ Noch einmal würde er sich so eine Aktion aber nicht wünschen: „Ich habe Familie und bin gerne zu Hause.“

Am Freitagabend, so viel steht fest, wird Familie Moisander allerdings auf Niklas verzichten müssen – dann gastieren die Bremer für das nächste wichtige Spiel in Wolfsburg. „Es wird ein enges Duell, aber sie sind auch in der Krise. Es ist ein guter Zeitpunkt, auf sie zu treffen“, sagte Moisander, der als Führungsspieler gefordert sein dürfte, weil Clemens Fritz (gelb-gesperrt) sicher und Thomas Delaney (verletzt) sehr wahrscheinlich ausfallen. Moisanders Erwartungshaltung vor dem Wolfsburg-Spiel und auch vor dem eine Woche später gegen Darmstadt ist jedenfalls schon mal die eines Anführers: „Vier bis sechs Punkte sollten es sein.“
dco

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