„Moin“ – Wesleys Neustart

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„Mr. Überall“ will bei Werder Bremen einen Sechser spielen, doch Allofs sieht ihn woanders

Werder-Bremen - DONAUESCHINGEN · Mit einem lauten „Moin“ lässt sich Wesley in den tiefen Ledersessel des Golfhotels Öschberghof in Donaueschingen fallen – und er grinst. Der Brasilianer ist zwar müde, aber zufrieden.

„Das ist meine erste Vorbereitung mit Werder, und die tut mir sehr gut“, sagt der 24-Jährige, der vergangene Saison erst kurz vor Transferschluss an die Weser gekommen war. Allerdings wird in dem Gespräch auch schnell klar: Eine optimale Verbindung sind Wesley und Werder noch nicht.

Der 7,5-Millionen-Euro-Einkauf sucht auch weiterhin seine optimale Rolle auf dem Platz. In der vergangenen Saison war er aus Personalnot zum Allrounder avanciert, spielte nicht nur auf allen Positionen im Mittelfeld, sondern verteidigte auch auf den Außenbahnen. „Wenn der Trainer mich da braucht, mache ich das“, meint Wesley, macht aber keinen Hehl daraus, dass er sich woanders wohler fühlt: „Ich bin als Mittelfeldspieler verpflichtet worden. Sechser oder zweiter Sechser ist meine Lieblingsposition, dort hatte ich mit Santos großen Erfolg.“

Trainingslager in Donaueschingen

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Dumm nur, dass es bei Werder gar keinen zweiten Sechser gibt. „Unser System ist die Raute“, stellt Sportchef Klaus Allofs klar: „Für mich ist Wesley nicht unbedingt ein Sechser, das hat er bei Santos auch nicht gespielt. Er ist auf den Halbpositionen wertvoller.“

Es besteht bei Wesley offenbar noch Nachholbedarf in Sachen System- und Taktikschulung. Wie schon in der Vorsaison wirbelt er in den Testspielen wie ein „Mr. Überall“ über den Platz. „Diese unheimlichen Wege“, bezeichnet Allofs einerseits als große Stärke des Brasilianers, andererseits als Problem, um Ordnung und Konzentration zu bewahren. „Daran muss er arbeiten“, fordert Allofs: „Im Moment bleibt er unter seinen Möglichkeiten, er ist nach seiner Verletzung nicht mehr richtig in Schwung gekommen.“

Dieser Sehnenriss im Oberschenkel Ende des vergangenen Jahres hatte Wesley schwer zu schaffen gemacht. Vier Monate fiel er schließlich aus. „Ich hatte noch nie so eine schwere Verletzung“, erinnert er sich nur ungerne daran. Da denkt er doch lieber an die Zeit davor, „als ich wirklich gut gespielt habe“. Daran will der Brasilianer nun anknüpfen: „Das ist jetzt ein Neuanfang für mich. Ich will besser spielen, um mit Werder Titel zu holen.“

Dann klappt‘s vielleicht auch wieder mit der brasilianischen Nationalmannschaft. Kurz vor seiner Verletzung hatte er zwei Freundschaftsspiele mit der „Selecao“ absolviert, deswegen geht der Blick auch schon zur WM 2014: „Es wäre natürlich ein Traum, im eigenen Land dabei zu sein.“ · kni

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