Mehmet Ekici will bei Werder seinen eigenen Weg gehen / Neuvorstellung ohne Rückennummer

Ekici: „Mit Özil habe ich nichts zu tun“

Die ersten Ballkontakte für Werder: Mehmet Ekici.

Von Björn Knips und Malte Rehnert - Klaus Allofs hatte Mehmet Ekici im Vorgespräch schon geimpft. Der Name Mesut Özil würde bei der offiziellen Vorstellung des Neuzugangs häufiger fallen – und der Boss des SV Werder Bremen sollte Recht behalten.

Özil hier und Özil da, der Vergleich lag ja auch so nah. Beide sind türkischstämmig, beide sind Spielmacher, beide sind jung an die Weser gekommen. Und Özil wurde hier so gut, dass ihn sich Real Madrid schnappte. Mit ein Jahr Verspätung hat sich Werder nun in Ekici den vermeintlichen Ersatz geholt, doch der mag gar kein Ersatz sein: „Ich will mich nicht mit Özil vergleichen, jeder hat seine eigene Qualität.“

Training am Dienstag

Training am Dienstag

Eine Qualität demonstrierte Ekici schon gestern: Der 21-Jährige wirkte bei seiner ersten Pressekonferenz im Weserstadion wesentlich lockerer als damals Özil, der im Januar 2008 vor Scheu fast unters Podium gerutscht wäre. Ekici präsentierte sich zwar auch etwas angespannt, meisterte die Aufgabe vor zahlreichen Medienvertretern und Kameras aber insgesamt ziemlich souverän. Es ließ sich erahnen, warum der neben ihm sitzende Coach Thomas Schaaf schwärmte: „In den Gesprächen mit Mehmet ist sehr viel Überzeugung in seinen Worten rübergekommen.“

Ekici weiß, was er kann, er weiß, was er will – aber er weiß vor allem auch, dass er sich erst einmal einordnen muss. „Der Trainerstab wird mir den richtigen Weg weisen“, meinte der Spielmacher, für den die Bremer rund fünf Millionen Euro an den FC Bayern München überweisen. An der Isar, wo er geboren und aufgewachsen ist, wollte Ekici nicht bleiben, „weil es als junger Spieler wichtig ist zu spielen. Und bei den Bayern ist die Konkurrenz viel größer, weil da nur Stars sind.“

Deshalb hatte er schon ein Jahr zuvor Abschied aus der bayerischen Landeshauptstadt genommen und sich zum 1. FC Nürnberg ausleihen lassen. Mit Erfolg – auch für den „Club“. Die Franken erlebten auch dank Ekici einen unerwarteten Höhenflug und verpassten die internationalen Plätze nur knapp. Da erscheint der Wechsel zu Werder fast schon wie ein Abstieg, schließlich landete Ekicis neuer Arbeitgeber nur auf Rang 13. Doch da widersprach der Deutsch-Türke gestern so vehement, als würde er die Raute schon seit Jahren tragen: „Die Bundesliga hat in dieser Saison doch verrückt gespielt. Nächste Saison ist Werder wieder oben. Man muss sich doch nur die letzten Jahre anschauen, da war Werder immer international dabei, hier wird gute Arbeit geleistet.“ Deshalb sei seine Entscheidung auch schnell pro Werder gefallen: „Hier kann ich den nächsten Schritt machen.“

Seine Bilanz in Nürnberg ist für einen Bundesliga-Neuling gut: 32 Spiele, drei Tore, neun Assists. „Das war eine ordentliche Saison“, urteilte Ekici selbst und bezeichnete sich als Spieler, der auf dem Platz „sehr lebendig auftritt und seine Mitspieler einsetzt“. Ein Spielmacher eben, der eigentlich die Nummer zehn tragen müsste. Doch diese begehrte Zahl ziert bei Werder den Rücken von Marko Marin. Dem werden Abwanderungsgedanken nachgesagt – und so bietet die Tatsache, dass Ekici noch keine Nummer hat, viel Raum für Spekulationen. Auch wenn Allofs betonte, mit beiden Spielern für die neue Saison zu planen.

Und wenn schon: Özil zauberte bei Werder auch nicht mit der Zehn, sondern mit der Elf. Ekici wird’s egal sein, wie irgendwie das ganze Ö-Thema. „Mit Özil habe ich nichts zu tun“, rutschte ihm am Ende sogar heraus, dabei wollte er nur noch einmal mit anderen Worten sagen, „dass ich ihn persönlich nicht kenne und wir keinen Kontakt hatten“. Wie auch? Beide spielten in verschiedenen Clubs und die Nationalmannschaft fällt als Treffpunkt aus. Im Gegensatz zu Özil hat sich Ekici trotz einer langen Karriere in den Nachwuchsmannschaften des DFB für das Land seiner Vorfahren entschieden. „Eine Herzensangelegenheit“, wie er betonte, „auf die ich stolz bin.“ Drei Mal hat er schon für die Türkei gespielt, am 3. Juni soll in Belgien der nächste Einsatz folgen. Dann ist Ruhe angesagt, Erholen für den SV Werder, der bei aller Freude über einen neuen Spielmacher den Özil-Vergleich nicht mag – oder wie es Allofs ausdrückte: „Es ist wunderbar, dass es noch keine geklonten Spieler gibt, denn jeder Spieler bringt auch immer wieder etwas Neues ein.“

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