Der neue Co-Trainer stellt sich vor

Mit Feldhoff wird Werder noch spezieller

Werders neuer Co-Trainer Markus Feldhoff stellte sich der Öffentlichkeit vor.
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Werders neuer Co-Trainer Markus Feldhoff stellte sich der Öffentlichkeit vor.

Bremen - Von Björn Knips. Gestatten, Markus Feldhoff. Der neue Co-Trainer von Werder Bremen stellt sich vor und erklärt etwa, warum er keine Ambitionen hat, Cheftrainer zu werden.

Eine offizielle Vorstellung gab es nicht. Als Werder-Sportchef Frank Baumann den Medienvertretern vor zwei Wochen erklärte, wen sich der neue Chefcoach Alexander Nouri als Co-Trainer ausgesucht hatte – da war Markus Feldhoff mit seiner ersten Einheit schon fertig gewesen. Das passt bestens zu dem Bild, das Feldhoff nun bei seinem ersten Pressetermin von sich zeichnet: Er arbeitet lieber im Hintergrund – das aber ziemlich akribisch und mit interessanten Ideen. So verrät der 42-Jährige, dass Werders Trainingsarbeit künftig noch spezieller wird – oder was er von Nils Petersen, dem Stürmer des nächsten Gegners SC Freiburg, hält. Markus Feldhoff spricht über...

...seinen Freund Nouri:

Mit der vermeintlichen Seelenverwandschaft, die ihnen ihr Ex-Coach Pele Wollitz kürzlich angedichtet hatte, konnte Feldhoff nichts anfangen. Doch sein Verhältnis zum ehemaligen Teamkollegen (in Uerdingen und Osnabrück) und heutigen Chef Alexander Nouri sei schon ein ganz besonderes: „Wir haben neben einem sehr professionellen Arbeitsverhältnis auch eine Freundschaft, wo ich sagen würde, dass mir die Freundschaft am Ende wichtiger ist als das Arbeitsverhältnis.“

...sein Gespür für Stürmer:

Noch so eine Wollitz-Geschichte. Der Cottbus-Coach behauptete, dass Feldhoff als ehemaliger Stürmer ein ganz besonderes Gespür für gute Stürmer habe. Davon hätte zum Beispiel Nils Petersen profitiert, der einst in Cottbus unter Co-Trainer Feldhoff richtig durchstartete. „Nein“, sagt Feldhoff, ein Spezialist für Stürmer sei er nicht. „Ich bin ein Experte im Trainieren von Spielern allgemein – hoffe ich.“

...Nils Petersen:

„Ein toller Spieler, aber auch als Mensch sehr angenehm“, sagt Feldhoff über seinen ehemaligen Spieler bei Energie Cottbus. Dort schaffte Petersen seinen Durchbruch. „25 Tore musst du in der Zweiten Liga erst einmal schießen“, findet Feldhoff, der damals Co-Trainer war: „Dann ist er gleich zu den Bayern. Das ist natürlich Zucker, aber auch noch mal eine ganz andere Hausnummer.“ Für Petersen mindestens eine zu hoch. Er scheiterte in München, wechselte zu Werder. Inzwischen ist der 27-Jährige in Freiburg. „Letztlich ist der Verlauf doch top für ihn“, meint Feldhoff. Hin und wieder gibt es noch einmal eine SMS: „Als ich zu Werder gewechselt bin, hat er mir geschrieben.“

...das künftige Training:

„Jeder Spieler braucht heutzutage einen besonderen Umgang. Wir wollen eine Individualisierung schaffen, jeden Spieler ein bisschen anders anpacken“, sagt Feldhoff und erklärt: „Ein Abwehrspieler braucht etwas andere Trainingsinhalte als ein Stürmer, deswegen werden wir in diese Richtung trainieren. Jeder Spieler muss bestmöglich betreut werden.“ Das sei nicht seine Erfindung, sondern eine „klare Vorstellung vom Cheftrainer“. Es gebe Mannschaftseinheiten, „die Priorität haben für jeden Spieler. Wo es auch darum geht, sich für die Stammformation anzubieten. Aber alles andere drumherum muss auf den einzelnen abgestimmt sein“, erklärt Feldhoff und fügt die entscheidende Frage noch an: „Wo sind Defizite, wo muss ein Spieler zulegen?“

...seine Zukunftspläne:

Jeder Trainer träumt davon, mal Chefcoach in der Bundesliga zu sein – oder auch nicht? „Ich bin sehr zufrieden als Co-Trainer. Die Ambitionen, erste, zweite oder dritte Liga zu trainieren, habe ich nicht“, behauptet Feldhoff. Das wird gerne auch mal gesagt, wenn die entsprechenden Angebote ausbleiben. Doch der 42-Jährige legt quasi noch eine Anti-Bewerbung nach: „Zum Cheftrainer gehören viele Dinge dazu, die ganz, ganz viel Zeit fressen und für mich weniger interessant sind – zum Beispiel die Öffentlichkeitsarbeit. Darunter leidet die Kernarbeit als Fußballtrainer schon extrem. Deshalb braucht man als Trainer auch ein gutes Team, das einem viel abnehmen kann.“ Ihm mache es einfach mehr Spaß, „die Spieler kennenzulernen, mit ihnen zu arbeiten und sie zu entwickeln“. Lediglich im Nachwuchsbereich sei die Chefrolle „herausragend interessant“, weil man noch mehr Einfluss auf die Spieler nehmen könne und die Nebengeräusche viel geringer seien. Beim SC Paderborn hat Feldhoff die U19 trainiert, wurde dann zum Co-Trainer der Profis gemacht, um im Abstiegskampf der Zweiten Liga die Kräfte im Verein zu bündeln. Das reichte nicht. Als Drittligist schaffte Paderborn den hauptamtlichen U19-Trainer ab, Feldhoff blieb Co-Trainer – und entschied sich sofort für Werder, als Nouris Anruf kam.

...die Familie:

„Ich wohne seit 2003 in Dinslaken. Als mein Großer in die Schule gekommen ist, sind wir dorthin gezogen.“ Wenn der kleinste Feldhoff in anderthalb Jahren mit der Schule fertig ist, könnte sich der Wohnort der Familie ändern. Dann wäre Markus Feldhoff nicht mehr so viel alleine. „In Paderborn hatte ich eine Wohnung, bin aber fast jeden Tag gependelt“, erinnert sich der Ex-Profi. In Cottbus war das schon schwieriger. „630 Kilometer“, stöhnt Feldhoff: „Da sind jetzt die 260 Kilometer von Bremen nach Dinslaken doch harmlos – das ist ein Traum.“

...die neue Heimat:

Natürlich findet er nur positive Worte über seine neue sportliche Heimat. „Das Gefühl, dass in Bremen jeder mit dem Herzen an Werder hängt, hat man in der Stadt und auch im Stadion“, sagt er nicht als Erster, aber es gibt einen wichtigen Nachsatz: „Ich habe bei relativ vielen Vereinen gespielt und gearbeitet – und das hier ist schon außergewöhnlich.“

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