Werder-Boss Allofs lässt Özil ziehen, wenn der Preis stimmt / Real Madrid will jetzt 14 Millionen Euro zahlen

Millionen-Poker vor Millionen-Spiel

+
Um die 18 Millionen Euro will Werder Bremen mit einem Özil-Transfer einnehmen.

Bremen - Von Björn Knips · Da wird am Weserstadion Tag und Nacht herumgewerkelt, aber einen Pokertisch haben sie noch nicht aufgebaut. Dabei könnten sie den bei Werder Bremen gut gebrauchen. Denn heute soll eine Delegation von Real Madrid anreisen, um den Millionen-Poker um Mesut Özil für sich zu entscheiden.

Es ist Eile geboten, weil bereits am Mittwoch das nächste Millionen-Spiel ansteht. Wirkt Özil in der Qualifikation zur lukrativen Champions League gegen Sampdoria Genua mit, hat sich das Thema Real Madrid erledigt. Denn: Laut Regularien dürfte Özil in diesem Jahr für keinen anderen Club mehr in der „Königsklasse“ spielen.

Noch hat Real ganz schlechte Karten. Das erste Angebot der Spanier bezeichnete Werder-Boss Klaus Allofs als „indiskutabel“. Neun Millionen Euro soll Sportdirektor Jorge Valdano geboten haben – ziemlich wenig für einen Spieler, den die FIFA bei der WM auf die Liste der zehn besten Akteure setzte. Valdano argumentiert, dass Özil nach dieser Saison ablösefrei zu haben sei. Immerhin hat Real reagiert. Angeblich soll das nächste Angebot auf immerhin 14 Millionen Euro aufgestockt werden. Ob Allofs da schwach wird? Zahlen nennt er zwar nicht, aber so um die 18 Millionen Euro soll dieser Transfer schon einbringen. Allofs erklärt es so: „Wir haben Spieler wie Diego und Klose ins große Geschäft gebracht. Das gilt auch für Özil. Und das muss von dem neuen Club auch honoriert werden.“ Zur Erinnerung: Für Diego kassierte Werder von Juventus Turin 24,5 Millionen Euro, für den damals schon 29-jährigen Klose immerhin noch 15 Millionen Euro vom FC Bayern.

Duplizität der Ereignisse: Damals forcierten Diego und Klose einen Wechsel – und genau das macht Özil jetzt auch. „Ich respektiere den Vertrag mit Werder. Aber es ist der Traum eines jeden Spielers, für einen der größten Clubs der Welt zu spielen. Wenn man jetzt die

▪ Verwunderung

▪ über Klagelied

Möglichkeit hat, warum sollte man das dann nicht tun?“, fragte der 21-Jährige nach dem Spiel in Ahlen selbstbewusst in die Runde der Journalisten. Ganz klar: Özil will sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, Özil will zu Real – sofort! Mit dem Club soll er sich bereits einig sein.

„Natürlich ist es ein Problem, wenn ein Spieler unbedingt weg will“, gesteht Allofs und blickt dabei vielsagend zurück: „Diese Probleme sind bei uns in der Vergangenheit immer gelöst worden – und meistens wurde das mit Geld geregelt, Geld für Werder Bremen.“ Im Klartext: Real muss mehr Euro auf den Pokertisch legen. „Wir sind immer bereit, Tag und Nacht – ich mache mein Handy nicht aus“, versichert Allofs. Das klingt fast schon so, als wolle der Werder-Boss Özil unbedingt loswerden. Doch dem widerspricht er. Werder würde gerne mit Özil in die Saison gehen. Andererseits gibt Allofs zu: „Ich bin kein Freund von Versteckspielen und möchte den Fans reinen Wein einschenken: Wir sind ein Verein, der aus finanziellen Gründen auch mal Spieler abgeben muss.“

Özil gehört zu dieser Kategorie, weil er und sein Berater Reza Fazeli den Kontrakt in Bremen nicht verlängern wollen. Das Verhältnis ist angespannt. Und dass Özil seinen Chef Allofs nach dem Ahlen-Spiel öffentlich rügte, vom Real-Angebot erst aus den Medien erfahren zu haben, macht es nicht besser. Allofs zeigte sich jedenfalls überrascht von Özils Klagelied, traurig zu sein. Er hätte die Offerte dem Spieler ja persönlich mitteilen wollen, doch dann sei erst etwas dazwischengekommen und dann sei ihm Valdano mit seiner Plauderstunde in München über das Angebot an Werder – quasi regelwidrig – zuvorgekommen. Darüber habe er am Samstagmorgen mit Özil gesprochen, so Allofs: „Damit hätte es gut sein müssen. Deshalb habe ich mich gewundert, dass er noch was dazu gesagt hat.“

Vielleicht gehört’s auch zum Pokern. Der Ton wird rauer. Aber fair soll’s zugehen. Ein freiwilliger Verzicht auf Özil gegen Genua oder eine vorgetäuschte Verletzung des Spielers seien ausgeschlossen. Das versicherten Allofs und Özil. Gibt’s also keine Einigung mit Real, spielt Özil am Mittwoch.

Autostudien mit nachwachsenden Rohstoffen

Autostudien mit nachwachsenden Rohstoffen

Honey als Känguru, Kakerlakenregen und viele Tränen: Tag elf im Dschungelcamp

Honey als Känguru, Kakerlakenregen und viele Tränen: Tag elf im Dschungelcamp

Drei Hundewelpen aus verschüttetem Berghotel geborgen

Drei Hundewelpen aus verschüttetem Berghotel geborgen

Die Staatskarossen der US-Präsidenten

Die Staatskarossen der US-Präsidenten

Meistgelesene Artikel

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

Bundesliga Rückrunde: Das vierte Gif-Quiz zu Werder gegen Dortmund

Bundesliga Rückrunde: Das vierte Gif-Quiz zu Werder gegen Dortmund

Werder verliert gegen Dortmund: Viel Moral, null Ertrag

Werder verliert gegen Dortmund: Viel Moral, null Ertrag

"Hungrig auf Spielzeiten" - Florian Kainz will mehr

"Hungrig auf Spielzeiten" - Florian Kainz will mehr

Kommentare