Mielitz will kein Abschiedspräsent

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Sebastian Mielitz und der Dank an Ex-Coach Thomas Schaaf: „Er hat mich immer unterstützt.“ ·

Bremen - Wie verletzt er wirklich ist, verbirgt sich hinter einer Maske der guten Laune. Fröhlich will Sebastian Mielitz wirken, als er vor die Kameras und Mikrofone tritt – zum ersten Mal, seit er bekanntgegeben hat, dass er Werder Bremen am Saisonende verlassen wird.

Er setzt ein Lächeln auf, will gar nicht erst den Eindruck vermitteln, dass ihn die bevorstehende Trennung von Werder Bremen über die Maßen mitnimmt. „Ich bin gefestigt genug“, sagt er. Mielitz hat für sich beschlossen, dass er „mit einem weinenden Auge“ geht. Nur mit einem? Das andere blicke hoffnungsfroh in die Zukunft, meint der Torwart: „Ich freue mich auf die Aufgabe, die auf mich wartet.“

Wo er künftig spielen wird, ob in der ersten oder zweiten Liga oder gar im Ausland – alles noch nicht spruchreif, sagt Mielitz, der als Junge in Werder-Bettwäsche geschlafen hat. Seine Vorfreude auf das, was kommen wird, nimmt man ihm trotz der inneren Verbundenheit zu „meinem Verein“ dennoch ab. „Wichtig ist, dass ich wieder spiele. Irgendwo wieder die Nummer eins zu sein, ist mein Ziel“, erklärt Mielitz. Obwohl: „Irgendwo“ heißt nicht, dass jeder x-beliebige Club anziehend auf ihn wirkt: „Die Perspektive muss stimmen. Und das lote ich gerade mit meinem Berater aus. Ein Angebot wird passen, davon bin ich überzeugt.“

Bei Werder war Mielitz’ Perspektive einst glänzend. Sukzessive wurde er von Thomas Schaaf an die Aufgabe als Stammtorhüter herangeführt. Dem Ex-Coach gelte deshalb sein „ganz großer Dank. Er hat mich immer unterstützt, hat mich zur Nummer eins gemacht. Er war ein ganz großer Wegweiser in meiner Karriere.“

Über Robin Dutt könnte Gleiches gesagt werden – allerdings zeigte er Mielitz die andere Richtung, nahm ihm den Status als Bremer Nummer eins nach nicht mal einer Halbserie wieder weg, forcierte damit die Trennung, die am Saisonende nach einer „gemeinsamen Entscheidung“ (Mielitz) vollzogen wird. Dank an Dutt? Natürlich nicht „Ich werde über das Geschehene nicht mehr viel sagen“, meint Mielitz.

Sonst würden ihm vielleicht Sätze rausrutschen, die er eigentlich für sich behalten möchte. Sebastian Mielitz hat eben keine Lust, seine Enttäuschung, vielleicht auch seine Wut mit der Öffentlichkeit zu teilen.

Und er hat offenbar auch keine Lust, nach neun Jahren bei Werder mit einem Almosen verabschiedet zu werden. Einen Einsatz in einem der letzten Spiele würde er nicht ablehnen – wenn er sportlich gebraucht werden sollte. Als Geschenk will er ein letztes Spiel für Werder dagegen nicht annehmen. „Ich hätte gerne als Nummer eins gespielt“, erklärt der 24-Jährige mit einem Anflug von Schärfe in der Stimme, „und dabei sollten wir es dann auch belassen.“ · csa

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