Mielitz im Wahlkampf: „Ich habe schon oft gerettet“

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Szenen wie diese, als Sebastian Mielitz beim 2:0-Sieg Werders gegen Hamburg eine Chance von Maximilian Beister vereitelte, ruft sich der Keeper als Mutmacher in Erinnerung. ·

Werder-Bremen - JEREZ · Diese Wahlkampfrede musste Sebastian Mielitz einfach loswerden. Nach dem Verlust seines Stammplatzes hat Werders Torwart meistens zu seiner Situation geschwiegen.

Nun haut der 25-Jährige selbst auf die Pauke: „Ich habe der Mannschaft schon viele Punkte gerettet –  etwa in Stuttgart, als unzählige Situationen für mich gesprochen haben. Oder beim 3:2 gegen Hannover.“ Diese und weitere Taten ruft er Robin Dutt lieber nochmal in Erinnerung, denn der Trainer will sich bis Montag auf seine Nummer eins für die Rückrunde festlegen. Für „Miele“ steht viel auf dem Spiel.

Denn seitdem der Schlussmann Ende November Raphael Wolf weichen musste, liefert er sich mit seinem Konkurrenten in jedem Training ein knappes Duell. Auch in Jerez konnte sich keiner der beiden absetzen. Im ersten Winter-Testspiel gegen Nijmwegen hatte Wolf zudem kaum Gelegenheiten, sich auszuzeichnen. Heute ab 18.00 Uhr gegen Steaua Bukarest darf Mielitz ran und will mehr zu tun bekommen als sein Rivale am Sonntag. Klappt das nicht oder geht es gar schief, „muss ich mich trotzdem nicht verstecken“, meint der 25-Jährige mit Blick auf seine Hinrunde – selbst wenn sie für ihn nach zwei „Böcken“ beim 2:3 gegen Mainz ein jähes Ende nahm. Der danach ins Tor beförderte Raphael Wolf überwinterte hingegen mit dem dem wichtigen 1:0 gegen Leverkusen als letztem bleibenden Eindruck. „Ja, das war ein Zu-Null-Spiel. Aber ich habe in dieser Saison vier Mal zu null gespielt“, hält Mielitz dagegen. Als weitere Referenzen führt er das 2:0 beim Hamburger SV auf – „ein Derby, das unter ganz besonderer Brisanz stand“.

Doch das ist lange her. Nun, im Trainingslager von Jerez, sehen die Zuschauer allenfalls kleine Unterschiede zwischen beiden. Die Keeper-Konkurrenten hauen sich voll rein und halten dem zunehmenden Druck bisher stand. Bei Nachrücker Wolf ist es positiver Druck, beim zurückgestuften Mielitz ein negativer. Denn sein Vertrag läuft im Sommer aus, und ob der Kontrakt verlängert wird, falls er die Nummer zwei bleibt, muss angezweifelt werden.

Diese Gedanken macht sich Mielitz angeblich aber nicht, „weil es ja noch nicht so weit ist“. Stattdessen fährt er in seinem Plädoyer fort und nennt seine Bundesliga-Erfahrung als seinen großen Pluspunkt: „Ich habe jetzt eineinhalb Spielzeiten hinter mir“, rechnet der Nachfolger von Tim Wiese vor: „Man hat einen Nationaltorwart für mich ziehen lassen. Dieses Vertrauen des Vereins habe ich zurückgezahlt und im Abstiegskampf die Ruhe ausgestrahlt, die man für solche Situationen benötigt – obwohl es meine erste Saison als Nummer eins war, mit enormem Druck.“ Jener Druck „ist jetzt auch immer noch da“. Aber in Bedrängnis, „wenn die Kritik am größten war, habe ich immer meine beste Leistung abgerufen“.

Nach dem Mainz-Spiel blieb ihm die Chance zur Wiedergutmachung verwehrt, und das ärgert ihn. „Diese Entscheidung hat das Trainerteam gefällt, ich musste damit klarkommen, möchte dazu aber kein Wort mehr verlieren. Das ist abgehakt. Ich konzentriere mich jetzt auf die Rückrunde.“

Und in der will „Miele“ wieder mitspielen – im doppelten Wortsinn: „Der Torwart muss als Libero fungieren“, beschreibt er, wo er einen Unterschied zu Mitbewerber Wolf ausgemacht hat: „Das ist mit viel Risiko verbunden, ist aber meine Art zu spielen. Das Entscheidende ist für mich aber immer noch, dass man die Bälle hält, und das habe ich in dieser Saison besser gemacht als in der letzten“, bilanziert Mielitz. Und hofft, dass diese Serie nicht seine allerletzte in Bremen ist. · ck

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