„Weiter ranklotzen“

Mielitz mit breiter Brust – nicht nur im Kraftraum

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Alles im Griff – auch in Schieflage: Werder-Keeper Sebastian Mielitz.

Bremen - Sebastian Mielitz musste schmunzeln: „Klar habe ich eine breite Brust – ich komme ja gerade aus dem Kraftraum“, witzelte der Werder-Torwart gestern Nachmittag. Schon drei Spiele zu Null, dazu im Nordderby beim Hamburger SV (2:0) am Samstag seine stärkste Saisonleistung: Das Selbstvertrauen ist zurück, die Lockerheit ebenso.

Und in solchen Momenten gönnt man sich dann auch mal ein kleines Eigenlob. Die Vorstellung beim HSV war „schon richtig gut. Ich bin mit mir zufrieden“, meint Mielitz, der es in diversen Medien seit langer Zeit mal wieder in die Mannschaft des Spieltags schaffte. „Schön, wenn auch andere es so sehen, dass meine Leistung ganz in Ordnung war“, sagt der 25-Jährige, der stets kritisch beäugt wird und auch in der noch jungen Saison schon einige unangenehme Fragen über sich ergehen lassen musste. Etwa nach dem Abschiedsspiel von Torsten Frings, als sein Vorgänger Tim Wiese so frenetisch gefeiert und in Fan-Foren schon der Wunsch nach einer Rückkehr des ehemaligen Nationalkeepers laut geworden war.

Mielitz, der meistens nüchtern und sachlich daherkommt, hat die ganze Geschichte offensichtlich gut weggesteckt und inzwischen total abgehakt. Das Spiel in Hamburg mag als Beweis dafür dienen. „Für mich ist das aber nur eine Momentaufnahme“, bremst der Bremer Torwart: „Ich weiß, was ich kann, muss mich allerdings im täglichen Training überprüfen und verbessern. Ich werde mein Bestes tun, um immer zu Null zu spielen. Das klappt natürlich nicht immer, aber das ist mein Ziel.“

In Braunschweig, gegen Augsburg und beim HSV hat er es bereits geschafft. Bleibt „Miele“ auch am Sonntag (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg sauber, wäre er schon erfolgreicher als in der gesamten Vorsaison. Da hatte er in 34 Spielen nur drei Mal keinen Gegentreffer kassiert. „Mit solchen Dingen beschäftige ich mich eigentlich nicht. Die Hauptsache ist doch, dass wir gewinnen“, betont Mielitz.

Am besten auch gegen Nürnberg und vor eigenem Publikum. „Wir wollen das Weserstadion wieder zu einer Festung ausbauen. So, wie es früher mal war“, sagt der Keeper. Den vierten Sieg der Saison nachzulegen, sei zudem „ganz wichtig“, um erst gar keine gefährliche Situation entstehen zu lassen: „Wir müssen weiter ranklotzen. Dann werden wir bald die nötigen Punkte holen, um mit der unteren Tabellenregion nicht mehr viel zu tun zu haben. Dann herrscht Ruhe.“ Und die, weiß Mielitz, „ist ganz wichtig für das Umfeld und die Fans. Das sind wir ihnen schuldig.“

Den kommenden Gegner aus Franken bezeichnet der Werder-Schlussmann als „gute, eingespielte Mannschaft“, die „von vielen unterschätzt“ werde. Treten seine Vorderleute und er aber so auf wie beim HSV, ist ihm überhaupt nicht bange. „In Hamburg haben wir alle an einem Strang gezogen, aus einer kompakten Defensive heraus sehr gut agiert, die Zweikämpfe angenommen, viele davon gewonnen, oft den zweiten Ball bekommen – so kann man dann auch gewinnen.“

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Wer diesmal vor ihm verteidigt, wird Mielitz wohl erst am Spieltag erfahren. Trainer Robin Dutt wechselt in der Abwehr gerne mal, hat sich zuletzt für Assani Lukimya und Luca Caldirola als Innenverteidiger entschieden und Sebastian Prödl draußen gelassen. „Wir sind in den Mannschaftsteilen so gut aufgestellt, dass der Trainer die Qual der Wahl hat. Da entscheiden Nuancen“, urteilt Mielitz und lässt abschließend noch einen weiteren Scherz folgen: „Mir ist egal, wer spielt – solange ich im Tor stehe . . .“ mr/ck

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