Mit einem Sonderlob für Mielitz setzt Allofs Stammkeeper Wiese unter Druck

„,Miele‘ ist bereit, er kann die Nummer eins sein“

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Mit einem Sonderlob für Mielitz setzt Allofs Stammkeeper Wiese unter Druck

Bremen - Er tat es aus freien Stücken, er war nicht danach gefragt worden: Werder-Boss Klaus Allofs verteilte am Samstagabend nach der 0:1-Niederlage in Dortmund ein Sonderlob an Sebastian Mielitz, der eine gute, aber keineswegs überragende Leistung abgeliefert hatte. „Ihn muss man wirklich hervorheben“, meinte Allofs und garnierte seine Ausführungen mit einem brisanten Zusatz: „,Miele‘ ist bereit, er kann die Nummer eins sein.“

War das schon die Vorbereitung auf eine Wachablösung im Werder-Tor? In jedem Fall setzt diese Aussage den verletzten Stammkeeper Tim Wiese unter Druck.

Wieses Vertrag läuft nämlich im Sommer aus, ernsthafte Gespräche über eine Verlängerung wurden auf den April verschoben. Es geht ums Geld. Werder will erst abwarten, ob es künftig Einnahmen aus der Europa League gibt. Wenn nicht, wird es ohnehin schwer, den 30-Jährigen zu behalten. Denn der zweite Mann im deutschen Tor gehört schon jetzt zu den Topverdienen.

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„Unser Etat ist nicht so gefüllt, wir können nicht nur verteilen, sondern müssen auch was reinkriegen in den Pott. Deshalb ist es nicht so einfach, in die Gespräche zu gehen“, merkte Trainer Thomas Schaaf gestern im Sport1-Doppelpass zum Thema Wiese an. Der junge Mielitz wäre da eine günstige Alternative.

Eine knifflige Entscheidung. „Dass da noch ein Unterschied ist, ist selbstverständlich“, betonte Allofs beim Vergleich der beiden Keeper. Wiese habe natürlich wesentlich mehr internationale Erfahrung und sei nicht umsonst Nationaltorwart und sicherer EM-Teilnehmer. „Aber immer wenn ,Miele’ gespielt hat, hat er das sehr gut gemacht – auch wenn er manchmal ganz kurzfristig reingeworfen wurde“, meinte Allofs.

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Bei seinem 14. Bundesliga-Einsatz war die Vorbereitung für Mielitz ebenfalls recht kurz gewesen. Wiese hatte sich am Freitag beim Abschlusstraining eine Fraktur zwischen Nasen- und Jochbein zugezogen und wird wohl auch noch am Samstag gegen Augsburg fehlen. „Natürlich will ich immer spielen“, sagte Mielitz und zeigte sich zufrieden mit seiner Leistung in Dortmund und den Aussagen seines Chefs: „Es war gut, und es freut mich, wenn das Klaus Allofs auch so sieht.“ Eine Kampfansage an Wiese hielt der eher ruhige Keeper aber für überflüssig: „Ich habe Vertrag bis 2013 und lasse das locker auf mich zukommen. Natürlich ist es mein Traum, die Nummer eins bei Werder zu werden.“

Im Sommer wird Mielitz 23 Jahre alt – und da wird es langsam Zeit, ein Stammkeeper zu sein. „Ohne Spielpraxis kann er sich nicht so entwickeln“, weiß auch Allofs. Als Hinweis auf eine Vorentscheidung will er das nicht verstanden wissen. Trotzdem ist es durchaus ein Druckmittel für Wiese: Der sollte sich im Vertragspoker nicht zu sicher fühlen, denn Allofs hat Mielitz zu einem Trumpf in seiner Hinterhand gemacht. · kni

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