„Werder ja, HSV nein“

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Von Reinders bis Valdez: Hunderte Namen finden sich auf dem Werder-Autogramm-Trikot

BASSUM (kra). Die Superstars hängen am Schrank. Auf schlichtem Weiß fallen sie ins Auge, die Fußballgötter unserer Zeit. Ein Cristiano Ronaldo ebenso wie ein Khedira, und ein Özil natürlich mittendrin. Sie alle haben eigenhändig unterschrieben auf einem der Prunkstücke einer der wohl ungewöhnlichsten Kollektionen der Region.

Der Bassumer Michael Schaller (45) sammelt Fußball-Trikots. Einige hundert sind es bereits, und mittendrin auch das ganz besondere von Real Madrid mit allen Autogrammen.

Den meisten Platz nehmen allerdings die Werder-Trikots ein. Mal ein grünes mit weißen Streifen, mal ein weißes mit Grün, mal mit Schwarz, und mal natürlich auch mit Orange, jene Dresses also, die in den vergangenen Jahren für die vielen Wunder von der Weser standen, und auch jetzt natürlich nicht vergessen sind. „Aber mich interessieren mehr die Auswärtstrikots, die nur ganz selten angezogen wurden,“ sagt Michale Schaller und rückt einen Stapel sauber zusammengelegten Stoffs ins Licht, alles versehen mit dem grünen W über dem Herzen, aber meist ohne Grünweiß. Kunterbunt geht’s hier zu. Und selbst Michael Schaller muss überlegen, wann das noch war, als Werder in knalligem Rot, in tiefem Blau, in gelb-grüner Karooptik oder in orange-schwarzem Fischgrätenmuster in fremde Stadien eingelaufen war. Und dann natürlich ein weißes, auf dem sie alle unterschrieben haben. Uwe Reinders genauso wie Diego, Bernd Schmidt genauso wie Valdez, Simon Rolfes wie Christian Schulz, Gruber wie Barten und alle anderen.

Ein Trikot nach dem anderen zieht er aus den Stapeln, entfaltet es und erzählt eine Geschichte dazu. Aber es könnten sogar noch viel mehr sein, hätte Michael Schaller nicht seinen ursprünglichen Prinzipien die Treue gehalten. „Aus der ersten und zweiten Bundesliga kommen für mich nur fünf Vereine in Frage.“ Borussia Möchengladbach, die Fohlen-Elf, die er in Kindheitstagen verehrte, in den 70ern, als er selbst beim TSV Bassum dem runden Leder hinterhereilte und so werden wollte wie Netzer und Vogts. Mit Gladbach begann auch sein Faible für Fußball-Trikots. Ein grünschwarzes mit der Effenberg-Aufschrift ist die Nummer eins der Sammlung. Dass Bremen hinzukam, versteht sich von selbst. „Werder liegt vor der Haustür, ich bin oft bei den Spielen“, sagt der kaufmännische Angestellter einer Stahlbaufirma aus Stuhr. Hannover 96 und der FC St. Pauli komplettieren die höchsten deutschen Spielklassen. Und ein wenig auch Dynamo Dresden, mit dem er sich einen Spaß erlaubt: Auf dem Rücken steht „Schaller“ über der Nummer 10.

Bei den anderen Clubs differenziert er. „Man kann nicht Werder-Anhänger sein, und im Schrank ein Trikot vom HSV haben oder von den Bayern.“ Nein, sie mögen Bundesliga-Dino sein oder Rekordmeister, aber in seinem Herzen finden diese Clubs keinen Platz, und in seinem Schrank auch nicht. Bei den Spielern ist es etwas anders. Natürlich durfte das Klose-Trikot bleiben, und auch das von Borowski. „So ist eben der Fußball. Die Spieler gehen dorthin, wo sie neue Herausforderungen finden oder mehr verdienen. Wer will ihnen das verdenken.“

Je weiter allerdings die Städte entfernt liegen, desto unkomplizierter wird Michael Schallers Verhältnis zu den örtlichen Befindlichkeiten. Da hängt Lazio neben dem AS Rom, Inter neben dem AC, Arsenal neben Chelsea und ManU neben Manchester City. Und bei den vielen bunten Nationaltrikots hat er überhaupt keine Vorbehalte, im Gegenteil, es sind schöne Erinnerungen. Jene von Honduras und Kolumbien zum Beispiel, die er von einer unvergessenen Reise nach Mittel- und Südamerika mitbrachte. „Ich brauche keine Trommel als Souvenir und keinen Wandteller mit Bildmotiv – Fußballtrikots sind als Andenken doch viel schöner.“ Die Palette reicht bis zum Sansibar-Trikot mit Rückennummer in Leoparden-Optik.

Doch so vielfältig die Sammlung auch sein mag, Wünsche hat er dennoch. „Seit einiger Zeit halte ich Ausschau nach einem schwarzen Werder-Trikot mit dem goldenen Schriftzug „Young Spirit“ - das wäre noch mal was!“

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