Mittelfeld-Juwel nimmt sich in die Pflicht / „Ich lasse mich zu leicht ausspielen“

Mesut Özil: „Ja, auch ich stecke in einer Krise“

Versteckt sich nicht hinter der Talfahrt der Mannschaft: Mesut Özil weiß, dass auch er nicht die nötige Leistung bringt.

Von Arne Flügge (Eig. Ber.) · Es wäre leicht für Mesut Özil, sich angesichts der Talfahrt von Werder Bremen jetzt hinter der Mannschaft zu verstecken. Doch das ist nicht sein Ding. „Ja, auch ich stecke in einer Krise“, räumte das Mittelfeld-Juwel gestern ein: „Auch ich mache viel zu viele Fehler.“

In der Hinrunde hatte der 21-Jährige noch mit Fußball vom Feinsten geglänzt, jetzt misslingen ihm teilweise die einfachsten Dinge. „Ich will immer alles perfekt machen, doch das gelingt mir derzeit nicht mehr“, seufzt der Nationalspieler. Sicherlich sei es auch für ihn „schwer zu funktionieren, wenn die Mannschaft nicht funktioniert. Doch ich lasse mich momentan viel zu leicht ausspielen. Das darf mir nicht passieren.“ Zuletzt hatte Özil in Mönchengladbach leichtfertig einen Ball verloren – der Ausgangspunkt zu Gegentreffer Nummer vier. „Natürlich kann ich nicht jeden Zweikampf gewinnen. Das wäre ja auch unmenschlich. Doch ich muss an mir arbeiten, mir fällt es momentan schwer, ins Spiel zu kommen“, hat Özil erkannt.

Nur, wie ist es zu begründen, dass der Mittelfeldstar, wie auch die ganze Mannschaft, plötzlich in ein derart tiefes Loch gefallen sind? „Das kann ich nicht erklären. Wir befinden uns wirklich in einer Scheißsituation. Da muss die Mannschaft jetzt aber durch, und da muss ich durch“, sagt der Spielmacher – und gibt sich kämpferisch: „Ich glaube an die Mannschaft. Wir werden es schaffen. Aber nur, wenn sich jeder an die eigene Nase packt und wir die Dinge gemeinsam angehen.“

Dass gerade er in der momentanen Lage unter expliziter Beobachtung steht und kritischer als andere beäugt wird, darüber ist sich Özil durchaus bewusst. „Natürlich weiß ich, dass ich unter einem besonderen Druck stehe, doch damit komme ich klar.“ Vielmehr brauche er wie die gesamte Mannschaft „jetzt endlich das Erfolgserlebnis“, dann gehe es auch wieder bergauf.

In den vergangenen Woche, so Özil, sei er oft mit sich ins Gericht gegangen. „Ich habe mir viele Gedanken gemacht. Was machst du falsch, wie kannst du es besser machen“, räumt Özil ein. Unter anderem wurde dem Spielmacher zuletzt vorgeworfen, nicht mehr genügend nach hinten zu arbeiten. „Wenn nicht jeder für die Defensive arbeitet, wird es natürlich für die Mannschaft schwer“, umkurvt Özil eine direkte Antwort: „Vielleicht waren wir zuletzt zu offensiv, und leichte Fehler wurden sofort bestraft. Wir haben uns zu einfach auskontern lassen.“

Sehr zum Ärger natürlich von Trainer Thomas Schaaf. Und der Coach steht nach fünf Niederlagen in Folge jetzt plötzlich in der Kritik. Doch Özil wiegelt ab: „Das liegt überhaupt nicht am Trainer. Er spielt ja nicht. Wir sind es, die die Fehler machen.“ Vielmehr sei jetzt endlich jeder einzelne Spieler gefordert, die Vorgabe des Coaches umzusetzen: Kämpfen, nicht schön spielen.

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