Allofs und Schaaf sehen aber noch keine Gefahr, dass Özil nach dem ganzen Lob abhebt

„Mesut-Mania“ – Werder schaut ganz genau hin

Vorerst will Trainer Thomas Schaaf seinem Spieler Mesut Özil nur Anweisungen zum Spiel geben. Aber das könnte sich durchaus ändern.

Bremen - Von Björn Knips. Fußball-Deutschland ist entzückt: Zahlreiche Experten adeln Mesut Özil nach seinem furiosen Auftritt beim 2:0-Testspielsieg gegen Südafrika schon als neue Nummer zehn der DFB -Auswahl, die Zeitungen wetteifern in ihren Überschriften mit Superlativen – und Werder Bremen?

Der Verein des Senkrechtstarters freut sich zwar für seinen Angestellten, betrachtet den Hype um den 20-Jährigen aber auch mit Argwohn. Sportchef Klaus Allofs und Trainer Thomas Schaaf gucken in diesen Tagen genau hin, wie sich die „Mesut-Mania“ entwickelt.

„Es ist nie gut, wenn etwas im Überfluss passiert“, spielt Allofs auf die Lobeshymnen an: „Ich will gar nichts kleinreden. Aber es war nur ein Spiel gegen Südafrika, in dem es um nichts ging.“ Freilich habe Özil seine erste Chance in der Startelf der Nationalelf gleich gut genutzt, ihm gehöre mit seinen Fähigkeiten auch ganz gewiss die Zukunft, aber Allofs wünscht sich mehr Realismus und vor allem „Verständnis, wenn es bei Mesut mal nicht so gut laufen sollte.“

Aus dem Ruhrpott an die Weser

Der Aufstieg des Mesut Özil

Genauso sieht es Schaaf: „Man muss ihm Zeit geben, ihm auch mal Dinge zugestehen.“ Und nicht nur das. „Man darf jetzt nicht alles schönreden, muss weiterhin realistisch sein, so wie wir das bei Werder umsetzen. Wir erkennen das Positive an, bleiben aber auch weiter kritisch. Wenn die Medien das auch so machen und die Berichterstattung vernünftig bleibt, dann mache ich mir keine Sorgen“, sagt Schaaf.

Der Coach mag es nicht, wenn einzelne Spieler derart hochgejubelt werden. Wohl wissend, dass dies dem einen oder anderen Akteur gerne mal zu Kopf steigt. Bislang ist Özil mit seiner gestiegenen Popularität bei Werder sehr vernünftig umgegangen. Während ihn die Fans und Medien bereits als Diego-Ersatz feierten, verwies der 20-Jährige immer auf die Bedeutung der Teamleistung und blieb äußerst bescheiden. Genauso machte er es nach seinem ersten Tor für Deutschland am Samstagabend. Doch seine Popularität ist noch einmal extrem gestiegen. Wie wird er damit umgehen?

„Mesut weiß doch selbst, was da gerade los ist, er ist ein intelligenter Bursche“, glaubt Allofs. Trotzdem ist der Sportchef auch vorsichtig: „Wir wissen um die Gefahr, dass ein Spieler abheben kann. Deswegen schauen wir genau hin und würden notfalls korrigierend eingreifen.“ Für Schaaf wäre das der Fall, „wenn da etwas Übertriebenes und Unsinniges entsteht, dann würden wir uns mit ihm unterhalten.“

Nicht nur mit Özil selbst. Allofs hat auch Özils Umfeld im Blick. „Manchmal ist weniger der Spieler gefährdet, sondern mehr die Leute, mit denen er sich umgibt“, berichtet der Ex-Profi aus langjähriger Erfahrung. Nur zu gern hätte Allofs deshalb schon den bis 2011 laufenden Vertrag mit Özil verlängert, um zumindest bei diesem Thema eine gewisse Ruhe zu haben. Mit jeder guten Özil-Leistung – speziell in der Nationalelf – werden nun natürlich Geschichten über vermeintliche Wechsel schon im kommenden Sommer entstehen. Die Hoffnung, dass Özil doch noch in naher Zukunft bei Werder für weitere Jahre unterschreibt, hat Allofs allerdings nicht aufgegeben: „Manchmal muss man der anderen Seite auch mal Zeit zum Überlegen geben, und dann geht’s auf einmal.“

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