Verletzter Bremer ruht sich aus – aber nicht verbal: Kritik am Schiedsrichter

Mertesackers Mischung: Schonung und Schelte

Nach dem rüden Foul im Länderspiel hat Per Mertesacker den Übeltäter und die Schiedsrichter ins Visier genommen.

Bremen - Von Malte Rehnert· Der linke Augenbereich blutunterlaufen und noch ein bisschen geschwollen – dazu ein kleines Pflaster, das den geschlossenen „Cut“ überdeckte: Als Per Mertesacker gestern am frühen Nachmitag am Weserstadion auftauchte, sah er nicht aus wie ein Fußball-Profi. Eher wie ein Boxer, der reichlich Prügel eingesteckt hatte.

Aber der Bremer Verteidiger wirkte trotz der zwei Brüche im Gesicht und einer wohl wochenlangen Pause nicht sonderlich niedergeschlagen. Allerdings gestand er, große Angst um sein Auge gehabt zu haben.

„Auf dem Platz stand ich unter Schock und dachte: Kann ich noch richtig gucken? Die Kontaktlinse war raus – und das passiert eigentlich nur, wenn dir einer ins Auge sticht“, sagte Mertesacker und griff Vagif Javadov hart an. Der Aserbaidschaner, der sich nach Angaben des Werder-Profis bis heute nicht entschuldigte, hatte ihn im Länderspiel am Dienstag (6:1 für Deutschland) mit einem üblen Ellenbogenschlag aus dem Spiel und quasi direkt ins Krankenhaus geschickt – und anschließend gestenreich den Unschuldigen markiert. „Wenn ich jemanden mit dem Ellenbogen voll im Gesicht erwische, merke ich das“, schimpfte Mertesacker. Noch wütender war der 25-Jährige aber auf die Schiedsrichter – im Speziellen Markus Strömbergsson. Der Schwede hatte dem Aserbaidschaner für seine rüde Attacke, die Mertesacker „wie einen Schlag ins Gesicht mit der bloßen Hand“ empfand, nicht mal Gelb gezeigt. „Das kann ich absolut nicht verstehen. Da gibt’s 5 000 Schulungen im Jahr – und dann wird gegen so etwas nicht vorgegangen, ein Spieler dafür nicht be-straft.“ Bei so einer „saublöden Aktion“ könne „alles passieren. Es wird viel zu fahrlässig damit umgegangen, die Gesundheit zu wenig geschützt.“ Letzendlich habe der Bremer sogar noch „Glück gehabt, weil das Jochbein heil geblieben ist.“

Allerdings zog er sich einen Bruch des Augenhöhlenbodens und einen weiteren im Bereich der Kieferhöhle zu und muss sich nun erst mal schonen. Couch statt Fußballplatz, verordnete ihm gestern ein Augenarzt. „Insgesamt habe ich’s ganz gut überstanden. Aber in den nächsten drei, vier Tagen soll ich gar nichts machen, Erschütterungen aller Art vermeiden“, meinte „Merte“, der deshalb heute auch nicht mit nach München reist. Er muss stillhalten, „bis die Schwellung komplett raus ist. Und erst dann kann man gucken, ob vielleicht eine Maske angepasst wird. Da sollte man alle Möglichkeiten ausschöpfen.“

Ehrgeiziger Mertesacker: Kaum wieder halbwegs auf den Beinen, denkt er schon wieder ans Comeback. „Ich hoffe, dass ich schnell wieder fit bin. Nächste Woche will ich anfangen zu laufen. Nur zuschauen zu können, ist eine Katastrophe. Da ist man viel nervöser und viel angespannter.“ Aber auch vernünftiger Mertesacker: „Ich werde kein Risiko eingehen und setze mich jetzt nicht schon unter Druck.“ Die nächsten Spiele in München und am Dienstag in der Champions League gegen Tottenham Hotspur wird er definitiv verpassen, das danach folgende gegen Mainz (Samstag) „wahrscheinlich auch“. Der Nationalverteidiger rechnet mit „ein, zwei, drei Wochen Pause“, bis er wieder hundertprozentig belastbar ist.

Angst vor Zwei- und besonders Luftkämpfen werde er dann trotz der Verletzung an der sensiblen Augenpartie nicht haben, versichert Mertesacker: „Ich habe am Kopf, besonders in der Nasengegend schon so viel abgekriegt. Diese Hemmung habe ich schon lange verloren.“

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