Wiese gegen die Elfenbeinküste in der Startelf / Bierhoff: „Er hat es verdient“

Mertesacker: „Wir spielen weiter – für Robert“

Per Mertesacker (li.) im Dialog mit Bundestrainer Joachim Löw. Die Trauer abschütteln und weitermachen – das wird nicht leicht, glaubt der Bremer Nationalspieler.

Bremen/Gelsenkirchen - Von Carsten Sander · Auf der deutschen Bank ein Trikot des verstorbenen Robert Enke, im deutschen Tor Tim Wiese. Es fällt in diesen Tagen schwer, dem zweiten Punkt mehr Aufmerksamkeit zu schenken als dem ersten.

Doch es ist der Weg zurück zur von allen gewünschten Normalität, der zu Tim Wiese führt. Der Torwart von Werder Bremen bekommt heute gegen die Elfenbeinküste (20.45 Uhr in Gelsenkirchen) seinen Einsatz in der Nationalelf. Es wird sein zweites Länderspiel werden und das erste in der Startelf.

„Tim hat noch kein Spiel von Beginn an gemacht und wird deshalb anfangen. Er hat es sich absolut verdient, auch einmal die Hymne mitzuerleben“, verkündete DFB-Teammanager Oliver Bierhoff gestern. Die Führungsriege um Bundestrainer Joachim Löw löst damit ein Versprechen ein, das eigentlich für die Partie gegen Chile gegolten hatte. Wiese sollte in Köln seine Chance bekommen. Nach dem Tod von Robert Enke war das Spiel jedoch abgesagt worden.

Heute Abend darf sich der Bremer Torwart, der vor fast genau einem Jahr beim 1:2 gegen England sein bis dato einziges Länderspiel absolviert hatte, wieder als Nationalspieler fühlen. Ob er das Gefühl aber auch genießen kann, darf angesichts der besonderen Umstände bezweifelt werden. „Natürlich“, sagt Werder Bremens Clubchef Klaus Allofs, „steht Tim wie alle anderen auch weiterhin unter dem Eindruck der Geschehnisse der vergangenen Woche. Aber auch für ihn ist es wichtig, wieder zum Fußball zurückzukehren. Ich denke, dass er sich auf das Spiel freuen wird.“

Allerdings wird die Partie aufgrund eines Kompromisses für Tim Wiese nur 45 Minuten dauern. Schalke-Torwart Manuel Neuer löst ihn zur Halbzeit ab und kommt so zu seinem – ebenfalls von Löw versprochenen – Heimspiel in der Veltins-Arena. Und der Konkurrenzkampf um den besten Platz für die WM-Endrunde in Südafrika wird wieder aufgenommen – so hart das im Moment auch klingen mag.

Per Mertesacker, Nationalverteidiger und Enke-Freund, hat die Partie heute unter ein Motto gestellt, das es leichter macht, sich wieder dem Sport zuzuwenden. „Wir sind alle noch ein bisschen in den Ereignissen gefangen, doch wir möchten uns befreien und sagen: Wir spielen weiter, für Robert“, schreibt der 25-Jährige in einer Kolumne auf seiner Internet-Homepage (http://www.permertesacker.de). Denn auch Enke habe sich „immer in den Fußball gestürzt nach den schlimmen Dingen, die ihm und seiner Familie in der Vergangenheit widerfahren sind.“

Natürlich – leicht wird es nicht, die Trauer abzuschütteln und die Konzentration für ein Fußballspiel aufzubringen, glaubt Mertesacker: „Wir müssen abwarten, wie es letztlich wirklich wird. Niemand von uns kennt sich ja mit einer solchen Situation aus.“

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